Briefe in die Verbannung

Ein Gedicht | "Ronya Othmann ist eine große Schriftstellerin." (Die Zeit)
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Inhaltsangabe

Dieser Band ist eine Korrespondenz in Versen. Ovids Briefe aus der Verbannung klingen zusammen mit heutigen Stimmen aus dem Exil: mit der Stimme der legendären kurdischen Sängerin Ayşe Şan etwa, die als junge Frau von ihrer Familie verstoßen wurde, weil sie öffentlich sang, und später, nach dem Militärputsch 1971, für eine Weile in München Zuflucht fand.

Die Schauplätze wechseln wie die Zeiten. Es gibt das Meer, die Berge, die Stadt mit dem Fluss – Konstanza, Tomis, Rom, Diyarbakir, München. Eine namenlose Frau tritt auf, eine streunende Katze huscht durch das Bild, ein Chor, der nicht singt, ist zu hören. 

Ronya Othmanns Briefe in die Verbannung öffnen einen Echoraum, der Damals und Heute umschließt. In ihren Versen entstehen, nach und nach, Bilder vom Leben zwischen den Welten. «Ort: Jetzt. Zeit: Hier.»

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 19.02.2027
  • Autor/Autorin: Ronya Othmann
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 1. Auflage
  • Verlag: Rowohlt
  • Sprache: Deutsch
  • Seitenanzahl: 112
  • ISBN: 9783498003623
Darum lohnt sich dieses Buch
  • Vom Leben in der Fremde, Ort: Jetzt. Zeit: Hier. Neue Lyrik von Ronya Othmann
  • Eine viele Male preisgekrönte Autorin, u.a. war sie für den Deutschen Buchpreis nominiert.
Herstellerinformationen
Rowohlt Verlag GmbH
Kirchenallee 19
20099 Hamburg
DE

Email: produktsicherheit@rowohlt.de

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«Seit einigen Tagen bin ich wieder am Handy. Ich wache auf, ich esse, arbeite unkonzentriert, lese die Nachrichten. Ich rufe meinen Vater an. Mein Vater steht morgens auf, liest die Nachrichten, geht arbeiten, sitzt vor dem Fernseher. Assad ist weg. Das Regime ist gefallen. Das Regime, vor dem mein Vater – ein staatenloser jesidischer Kurde – 1980 aus Syrien floh. Ich kenne das Land von Besuchen bei meinen Großeltern in meiner Kindheit. Ein Land, in dem an jeder Ecke das Porträt des Diktators und seines Vaters hing, ein Land über das eine Familie herrschte wie ein Mafia-Clan. 54 Jahre lang.»

Wenige Wochen nach dem Sturz Assads ist Ronya Othmann mit ihrem Vater nach Syrien gereist: auf den Spuren der jüngsten Ereignisse, durch ein Land, das sich selbst fremd geworden zu sein scheint. Und überall hat sie mit Menschen, gleich welcher Zugehörigkeit gesprochen – Menschen, die zwischen Angst und Hoffnung wieder an eine Zukunft glauben wollen.

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