Vierundsiebzig

Roman | Buch des Jahres 2024 (SWR-Bestenliste)
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Inhaltsangabe

«Ich habe immer gedacht, dass es das Ende ist, wenn der Himmel auf die Erde fällt. Am 3. August 2014 ist der Himmel nicht auf die Erde gefallen, aber trotzdem war es das Ende.»

Ronya Othmann will eine Form finden für das Unaussprechliche, einen Genozid, den vierundsiebzigsten, verübt 2014 in Shingal von Kämpfern des IS. «Vierundsiebzig» ist eine Reise zu den Ursprüngen, zu den Tatorten: in die Camps und an die Frontlinien, in die Wohnzimmer der Verwandten und von deutschen Gerichtssälen weiter in ein êzîdisches Dorf in der Türkei, in dem heute niemand mehr lebt.

«‹Vierundsiebzig› ist vieles in einem – Autobiographie, Reiseliteratur und Geschichtsschreibung in Echtzeit – und dennoch ein organisches Ganzes. Ein literarischer Befreiungsschlag.» Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 16.09.2025
  • Autor/Autorin: Ronya Othmann
  • Einband: Taschenbuch
  • Auflage: 1. Auflage
  • Verlag: ROWOHLT Taschenbuch
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 190/126/32 mm
  • Seitenanzahl: 512
  • ISBN: 9783499012099
Darum lohnt sich dieses Buch
  • Ein ergreifendes Zeitzeugnis von internationaler Relevanz. Viele Male ausgezeichnet und für den Deutschen Buchpreis nominiert.
  • Ronya Othmann ist in allen Gattungen zu Hause und als Kolumnistin der FAS wie auch auf Instagram präsent. Sie zählt zu den wichtigsten politischen Stimmen der jüngsten deutschsprachigen Literatur.
Pressestimmen
»In diesem schmalen Buch erwartet uns eine schonungslose Geschichte, die man so schnell nicht vergisst.«
siegener-zeitung.de, 15. Juli 2025
»Ein Ausnahmebuch.«
Martina Läubli, NZZ am Sonntag, 13. Oktober 2024
»Ronya Othmanns "Vierundsiebzig" steht völlig zu Recht in der Endauswahl für den Deutschen Buchpreis ... ein ebenso einzig- wie großartiger Roman.«
Dieter Kaltwasser, General-Anzeiger, 12. Oktober 2024
»Vierundsiebzig" von Ronya Othmann über die IS-Massaker an den Jesiden steht auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises, kein Wunder: Das Buch zählt inhaltlich und literarisch zu den stärksten des Jahres.«
Die Presse, 12. Oktober 2024
»Es gibt nur selten Bücher wie dieses in Deutschland. Die von der Welt erzählen, wie sie ist, von ihren Schrecken, denen man dabei so gut folgen kann und will, von denen man nicht belehrt wird, aber aus denen man so vieles lernt. Und nein, dieses Buch ist nicht kompliziert. Es wirkt auf mich, so merkwürdig das klingen mag, sogar zart.«
Wiebke Hollersen, Berliner Zeitung, 12. Oktober 2024
»Eine epochale Erkenntnisarbeit.«
Sabine Scholl, Der Standard, 3. August 2024
»Ein eindrucksvolles Buch.«
Fokke Joel, nd-aktuell.de (neues deutschland), 20. Juni 2024
»Ein wichtiges, ein großes Buch.«
Anne-Catherine Simon, diepresse.com, 4. Juni 2024
»Eine große Erzählung.«
Kieler Nachrichten, 15. Mai 2024
»Ronya Othmann hat mit ihrer bewegenden Darstellung den Opfern ein Denkmal gesetzt und allen anderen zu denken gegeben ... Bedeutsamer war autobiographisches Schreiben, ob man es nun subjektiven Essayismus, Autofiktion oder erweitertes Memoir nennt, hierzulande lange nicht.«
Oliver Jungen, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11. Mai 2024
»Statt farbigem Abglanz liefert "Vierundsiebzig" eine Poetik des Unaussprechlichen. Im Fluchtpunkt der unendlichen Annäherung der beiden Perspektiven dieses beeindruckenden Sprachkunstwerks gewinnt Gestalt, was der Wahrnehmung entgleitet.«
Stefan Kister, stuttgarter-zeitung.de, 7. Mai 2024
»Ronya Othmanns Buch ist ein grosser Schrecken und ein grosses Glück, weil es auf jeder Seite dem Vergessen widerspricht.«
Nora Zukker, Tages-Anzeiger, 3. Mai 2024
Herstellerinformationen
Rowohlt Verlag GmbH
Kirchenallee 19
20099 Hamburg
DE

Email: produktsicherheit@rowohlt.de

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Rückkehr nach Syrien

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«Seit einigen Tagen bin ich wieder am Handy. Ich wache auf, ich esse, arbeite unkonzentriert, lese die Nachrichten. Ich rufe meinen Vater an. Mein Vater steht morgens auf, liest die Nachrichten, geht arbeiten, sitzt vor dem Fernseher. Assad ist weg. Das Regime ist gefallen. Das Regime, vor dem mein Vater – ein staatenloser jesidischer Kurde – 1980 aus Syrien floh. Ich kenne das Land von Besuchen bei meinen Großeltern in meiner Kindheit. Ein Land, in dem an jeder Ecke das Porträt des Diktators und seines Vaters hing, ein Land über das eine Familie herrschte wie ein Mafia-Clan. 54 Jahre lang.»

Wenige Wochen nach dem Sturz Assads ist Ronya Othmann mit ihrem Vater nach Syrien gereist: auf den Spuren der jüngsten Ereignisse, durch ein Land, das sich selbst fremd geworden zu sein scheint. Und überall hat sie mit Menschen, gleich welcher Zugehörigkeit gesprochen – Menschen, die zwischen Angst und Hoffnung wieder an eine Zukunft glauben wollen.

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