
Teil der Reihe: edition suhrkamp (Band 2488)
Magische Blätter VI
Inhaltsangabe
Produktdetails
- Erscheinungsdatum: 01.08.2007
- Autor/Autorin: Friederike Mayröcker
- Reihe: edition suhrkamp, Teil 2488
- Einband: Taschenbuch
- Auflage: 1
- Verlag: Suhrkamp
- Sprache: Deutsch
- Größe (L/B/H): 177/108/18 mm
- Seitenanzahl: 295
- ISBN: 9783518124888
Herstellerinformationen
Torstr. 44
10119 Berlin
DE
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Tel: +49 30 740 744 0

Weitere Bücher von Friederike Mayröcker
Jimi
So beginnt die kleine poetische Geschichte von Jimi dem Eisbären und dem Kind Emma, erzählt von der großen österreichischen Dichterin Friederike Mayröcker, mit zwölf Bildern von einer der bekanntesten Bilderbuchkünstlerinnen, Angelika Kaufmann.
»Ich kann nicht sagen, daß sich etwas verändert hat. Ich fühle mich nicht alt. Und manchmal geht es sogar so weit, daß ich wieder bloßfüßig in Deinzendorf herumlaufe als Kind.« Friederike Mayröcker
Liebesgedichte
"Die Liebe ist das Herzstück von Friederike Mayröckers Dichtung, sie ist jener Ur- und Ausnahmezustand, dem nur die Beseelung des Schreibens gleichkommt: Sie verzaubert und beflügelt, enthebt von Raum und Zeit und führt doch mitten ins Dasein. Das Glück aber ist nur gestundet und das »Liebes-Werk« vor allem dies: »Eine jauchzende Vergeblichkeit, / also.«
Friederike Mayröckers Liebesgedichte, hier in einer Auswahl von Ulla Berkéwicz, stammen aus über sechs Jahrzehnten; einige der bewegendsten verdanken sich ihrem poetischen Trotz wider den endgültigen Verlust des Geliebten, dem 2000 verstorbenen Ernst Jandl."
Dieses Buch ist Teil der Reihe Die schönsten Liebesgedichte im insel taschenbuch.
Ohne Liebe geht es nicht. Nicht im Leben und nicht in der Literatur.
da ich morgens und moosgrün. Ans Fenster trete
Mag die »Leibhaftigkeit« im hochbetagten Alter auch mühselig geworden sein, mögen die Listen an Wörtern, die mit den Jahren abhandengekommen sind, auch länger werden, wie die Poetin selbst beklagt – »in meinen Träumen bin ich jung, in meinen Träumen bin ich high«, versichert Friederike Mayröcker, und dieses Credo gilt umso mehr für ihre unvergleichliche, grenzenlose und ganz und gar unausdeutbare Dichtung.
Gesammelte Gedichte
Friederike Mayröcker war eine der großen Dichterinnen des 20. und frühen 21. Jahrhunderts. Immer wieder wurde sie für den Literaturnobelpreis ins Gespräch gebracht. Am 4. Juni 2021 verstarb sie mit 96 Jahren in ihrer Heimatstadt Wien. Der vorliegende Band knüpft an die Gesammelten Gedichte 1939-2003 (2004) an und trägt Friederike Mayröckers lyrisches Spätwerk bis zu ihrem allerletzten, 2021 entstandenen Proëm zusammen.
Als Friederike Mayröcker 2004 den 80. Geburtstag feierte und ihre Gesammelten Gedichte 1939-2003 erschienen waren, entschloss sie sich, noch einmal in eine ganz neue Richtung aufzubrechen. Nach und nach entwickelte sich so eine eigene Form, der sie den Namen »Proëm« gab – lyrische Erleuchtung und hellwache Weltbeobachtung, changierend zwischen Kurzprosa und Gedicht. Zu ihrem erklärten Ziel wurde es, schreibend den Tod, ihren erbitterten Feind, auf Distanz zu halten. Friederike Mayröcker tat es mit ungeahnter Produktivität und überbordendem Farbenreichtum, indem sie ihre Liebe zum Leben heraufbeschwor: In Erinnerungen an ihre wechselvolle Kindheit im Wien der zwanziger und dreißiger Jahre, an ihre Jahrzehnte an der Seite von Ernst Jandl, an zahllose Begegnungen mit Menschen, Kunstwerken und Musik. Dem Wechsel der Jahreszeiten folgte sie aufmerksamer denn je, und mit ihrer Sprachmacht verstand sie es, eine Blume auf dem Fensterbrett gegenüber zum Zentrum des Universums werden zu lassen.
Pathos und Schwalbe
Die Sommermonate des Jahres 2015 muss Friederike Mayröcker im Krankenhaus verbringen. Wochenlang ist sie abgeschnitten von ihrer papierenen Schreibhöhle, dem legendär gewordenen Gehäuse ihres Poesiewerks. Das Schreiben in der fremden, ungewohnten Umgebung ist unmöglich, nicht weil die lästigen körperlichen Gebrechen die Dichterin daran hindern, sondern weil das beständige Flüstern und Wispern der sich aneinanderschmiegenden Zettel und Blätter nicht hörbar ist, dem jene Wort- und Satzkonzentrate abgelauscht werden, die den einzigartigen Mayröcker-Sound erzeugen. Die Dichterin behilft sich auf ihre Art, mit einem beständigen »Kritzeln«, einem Protokoll der einförmigen Tage: »verbringe die Tage mit Lesen Schlafen Essen«. Kaum zurück in ihrer Klause, verspinnt und verwebt sie die Notate zu jener unvergleichlichen Poesie, die »dicht wie ein Felsen und zart wie die allerzarteste Membran« (Klaus Kastberger, Die Presse) ist.
Pathos und Schwalbe, das neue Buch von Friederike Mayröcker, ist Radikalität und Unbeugsamkeit, ist Überfluss und Präzision. Und es ist das bewegende Zeugnis eines Lebens, das nur ein Ziel kennt: »ich müszte den ganzen Tag für mich haben um unbändig, ich meine schreiend, schreiben zu können.«




















