Mädchen ohne Kleider

Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2023
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Inhaltsangabe

Mädchen ohne Kleider, Kleider ohne Leute, Ob aus Luft – auch in ihren neuen, so liedhaften wie erzählerischen Gedichtzyklen macht sich Maria Stepanova an die »Reparatur des Lebens«. Auslöser können Zufallsfunde sein: etwa das Foto von einer jungen Namenlosen, nackt auf einer Chaiselongue, dem Auge des Freiers ausgesetzt wie das Wild im Visier des Jägers. Den existentiellen Impuls, Frauen dem pornographischen Blick zu entziehen und sie zu retten, indem sie ihre Schutzlosigkeit in Poesie bannt, spürt man in jeder Zeile. Sie setzt ihre ganze Kunst dafür ein, die Erschütterung in luzide, unpathetische Verse zu bringen.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 18.05.2022
  • Autor/Autorin: Maria Stepanova
  • Übersetzung: Olga Radetzkaja
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 2
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 223/142/13 mm
  • Seitenanzahl: 69
  • ISBN: 9783518430606
Darum lohnt sich dieses Buch
  • Nach dem Gedächtnis stand auf der Shortlist des International Booker Prize 2021
  • Maria Stepanovas Bücher erscheinen in fast 30 Ländern
  • Ihre Lyrik ist »tief, erhellend und amüsant zugleich« (Marie Luise Knott)
Pressestimmen
»... eine poetische Präzision, die nicht verkleinert oder vergrössert, und in einer Sprache, die direkt ist, ohne grob oder vulgär zu sein.«
Anna Frey, NZZ am Sonntag, 24. September 2023
»Es ist unbegreiflich, woher Maria Stepanova die Bilder nimmt, mit denen sie ihre Gedichte Schlag auf Schlag bestückt.«
Frankfurter Rundschau, 18. Oktober 2022
»In ihren neuen Gedichtzyklen, ... in der beeindruckenden Übersetzung von Olga Radetzkaja ..., wird das Thema der Schichten variiert: Es geht immer wieder um Kleider, die Körper verhüllen oder – wenn abgelegt – zu wehmütigen Zeugnissen vergangener Zeit, zu fadenscheinigen Erinnerungsstücken werden.«
Ilma Rakusa, Neue Zürcher Zeitung, 22. August 2022
»Stepanovas neuartige lyrische Sprache und ihre avantgardistische Erweiterung der Möglichkeiten des Gedichts kann süchtig machen nach ihren Gedichten.«
Hans-Dieter Fronz, Badische Zeitung, 1. August 2022
»[Stepanova] zeigt exemplarisch, wie eine aktuelle poetische Sprache aus dem Bewusstsein für Zeit- und Literaturgeschichte entsteht.«
Helmut Böttiger, taz am wochenende, 19. Juni 2022
»[Der Gedichtband] zeigt, wie gerade aus dem Bewusstsein für Zeit- und Literaturgeschichte eine frappierend heutige poetische Sprache entstehen kann.«
Helmut Böttiger, Deutschlandfunk, 2. Juni 2022
»Man kann sich der unglaublich intensiven poetischen Stimme dieser Übersetzerin anvertrauen. ... Hervorragend und wirklich kongenial.«
Michael Braun, Deutschlandfunk Kultur, 28. Mai 2022
»Und nackt ist auch die Wahrheit, mit der sich Maria Stepanova in den Lyrikhimmel schreibt und nicht nur nebenbei die russische Autokratie anklagt.«
Eva Hallama, WEIBERDIWAN - die feministische Rezensionszeitschrift
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Der Absprung

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Wie schreiben, wenn die Wörter im Mund zerfallen? Was tun, wenn das eigene Land nur noch für Tod und Zerstörung steht?

Die Schriftstellerin M., seit einigen Monaten im europäischen Exil, bricht ins Nachbarland auf – ein Festival hat sie zu Lesungen eingeladen. Die Reise ist voller Pannen: der vorgesehene Anschlusszug existiert nicht, das Ladekabel des Telefons geht verloren. Auf dem Grenzbahnhof in F. wartet niemand, der Kontakt zu den Veranstaltern ist abgebrochen.

Die Lage erfüllt sie mit Erleichterung. M. durchstreift die Stadt, und was ihr begegnet, sind lauter Freiheitsversprechen: ein Escape Room, ein Wanderzirkus, eine flüchtige Bekanntschaft – und am Ende die langersehnte Chance, ihre Identität loszuwerden und zu verschwinden. Aber kann das gelingen?

Die Geschichte spielt im Sommer 2023: Russlands Krieg gegen die Ukraine endet nicht. Metaphern und Anspielungen, von Thomas Hobbes bis Paul Bowles, durchziehen Stepanovas fesselnde, an Wahrnehmungen und Gedanken reiche Prosa. Hat sie, die Nabokov-Leserin, eine Einladung zur Selbst-Enthauptung geschrieben? Es bleibt an uns, den Leserinnen, ob wir ihren »Absprung« als Akt der Befreiung oder der Verneinung verstehen wollen.

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