Der Absprung

Roman | Vom Wunsch, aus der Welt zu verschwinden
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Inhaltsangabe

Wie schreiben, wenn die Wörter im Mund zerfallen? Was tun, wenn das eigene Land nur noch für Tod und Zerstörung steht?

Die Schriftstellerin M., seit einigen Monaten im europäischen Exil, bricht ins Nachbarland auf – ein Festival hat sie zu Lesungen eingeladen. Die Reise ist voller Pannen: der vorgesehene Anschlusszug existiert nicht, das Ladekabel des Telefons geht verloren. Auf dem Grenzbahnhof in F. wartet niemand, der Kontakt zu den Veranstaltern ist abgebrochen.

Die Lage erfüllt sie mit Erleichterung. M. durchstreift die Stadt, und was ihr begegnet, sind lauter Freiheitsversprechen: ein Escape Room, ein Wanderzirkus, eine flüchtige Bekanntschaft – und am Ende die langersehnte Chance, ihre Identität loszuwerden und zu verschwinden. Aber kann das gelingen?

Die Geschichte spielt im Sommer 2023: Russlands Krieg gegen die Ukraine endet nicht. Metaphern und Anspielungen, von Thomas Hobbes bis Paul Bowles, durchziehen Stepanovas fesselnde, an Wahrnehmungen und Gedanken reiche Prosa. Hat sie, die Nabokov-Leserin, eine Einladung zur Selbst-Enthauptung geschrieben? Es bleibt an uns, den Leserinnen, ob wir ihren »Absprung« als Akt der Befreiung oder der Verneinung verstehen wollen.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 24.09.2024
  • Autor/Autorin: Maria Stepanova
  • Übersetzung: Olga Radetzkaja
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 1. Deutsche Erstausgabe
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 207/136/14 mm
  • Seitenanzahl: 141
  • ISBN: 9783518431979
Darum lohnt sich dieses Buch
  • Nach dem Gedächtnis stand auf der Shortlist des International Booker 2021
  • Maria Stepanovas Bücher erscheinen in fast 30 Ländern
  • Vom Wunsch, aus der Welt zu verschwinden
Pressestimmen
»Maria Stepanova denkt über die Unmöglichkeit nach, der Identität als Russin zu entkommen ... rhythmisch federnd von Olga Radetzkaja übersetzt ...«
Jörg Plath, Neue Zürcher Zeitung, 11. Januar 2025
»Eine trickreiche, doppelbödige Prosa, die individuelle Wege der Befreiung eröffnet.«
SWR, 2. Dezember 2024
»Stepanova ist eine Meisterin der Spiegel, die selbst der eingeübten Form der Autofiktion neue Tricks abgewinnen kann.«
Sonja Zekri, Süddeutsche Zeitung, 21. November 2024
»... voller Witz und Ironie, [mit] Einfühlungsvermögen für das Umfeld und die Details ...«
Philine Bickhardt, wochentaz, 15. November 2024
»Ein Roman wie ein Salto mortale, todernst und voller Fantasie.«
Jutta Person, Philosophie Magazin, 11. November 2024
»Es lohnt sich, den kurzen Roman mehrmals zu lesen. Erst nach und nach erkennt man, dass er bis ins Letzte durchgestaltet ist, angefangen mit der Ebene der Sprache.«
Sieglinde Geisel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. November 2024
»Dieser Roman pulverisiert die Dimension jeglicher Erwartung, mit ihm erweist Maria Stepanova sich als wahre Artistin.«
Berliner Zeitung, 6. November 2024
»... mit [diesem Roman] erweist Maria Stepanova sich als wahre Artistin.«
Cornelia Geißler, Frankfurter Rundschau, 4. November 2024
»[Eine] verzweifelt-ironische, dichte und gedankenreiche Erzählung ...«
Gregor Dotzauer, DIE ZEIT, 30. Oktober 2024
»Maria Stepanova hat einen äußerst dichten Text geschrieben, eine reflektierende, assoziationsreiche Prosa mit leisen Anspielungen, literarischen Verweisen, traumhaft und realistisch zugleich.«
Ulrich Rüdenauer, Der Tagesspiegel, 15. Oktober 2024
»Maria Stepanova eröffnet mit Der Absprung eine neue Epoche in der russischen Literatur.«
Uli Hufen, WDR
»Stepanova schildert den Identitätsfluchtversuch ihres Alter Egos auf hochreflektierte Weise.«
Jörg Plath, Deutschlandfunk Kultur
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Winterpoem 20/21

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Der Ausbruch der Covid-Pandemie setzte im März 2020 einem Aufenthalt Maria Stepanovas im britischen Cambridge ein Ende. Zurück in Russland, verbrachte sie die folgenden Monate in einem Zustand der Erstarrung – die Welt hatte sich vor ihr zurückgezogen, die Zeit war »ertaubt«. Als sie aus diesem Zustand auftauchte, begann sie Ovid zu lesen. Motive fanden zueinander, die lange in ihr gewartet hatten. Wie schon in Der Körper kehrt wieder verwandelt sie historische und aktuelle Kataklysmen in ein ungemein feingliedriges, bewegliches Gebilde aus Rhythmen und Stimmen.

Das Poem, das in einer rauschhaften poetischen Inspiration entstand, spricht vom Winter und vom Krieg, von Verbannung und Exil, von sozialer Isolation und existentieller Verlassenheit. Stepanova findet grandiose Bilder für das Verstummen: wenn etwa Worte, die wir einander zurufen, in der Luft gefrieren und unser Gegenüber nicht mehr erreichen. Das Werk verwebt Liebesbriefe und Reiseberichte, chinesische Verse und dänische Märchen in eine vielstimmige Beschwörung der gefrorenen und langsam auftauenden Zeit.
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