Leben der Stimme

Ein Versuch über Nähe
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Inhaltsangabe

Gesellschaftliches Leben findet seit Menschengedenken primär im Medium der Stimme statt. Daran haben auch die epochalen Erfindungen von Schrift und Buchdruck oder elektronische Technologien nichts geändert. Vielleicht erklären die Unvordenklichkeit der Stimme und ihre elementare Funktionsvielfalt, warum die Geistes- und Kulturwissenschaften sie weitgehend übersehen haben. In Leben der Stimme unternimmt Hans Ulrich Gumbrecht entschlossene Denkschritte in diesem komplexen Bereich menschlicher Existenz.

Mit großem Respekt vor der ungeordneten Allgegenwart des Phänomens, aber nicht ohne klare begriffliche Unterscheidungen erhellt er in den sieben Kapiteln dieses faszinierenden Buches die Bedeutung und den Status der Stimme aus historischer, philosophischer, psychologischer, soziologischer und theologischer Perspektive. Jenseits akademischer Vermessungen ergibt sich daraus ein Impuls zu persönlicher Reflexion über unerschlossene Schichten von Nähe im individuellen Alltag.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 21.05.2025
  • Autor/Autorin: Hans Ulrich Gumbrecht
  • Übersetzung: Michael Bischoff (aus dem Englischen)
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 1
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 210/135/24 mm
  • Seitenanzahl: 268
  • ISBN: 9783518588260
Pressestimmen
»Ein Bombenbuch!«
taz FUTURZWEI, 9. September 2025
»Ein erhellendes, aufschlussreiches und augenöffnendes Buch des großen Sprachkenners.«
DAS WISSEN DER WELT. Studiosus Intern – Eine Bücherschau, 7. August 2025
»[Ein] sympathischer und zugleich redlicher Versuch, einem akademischen Leben eine Stimme zu geben, die lustvoll zwischen Einfall, Erkenntnis sowie einzigartigen und trivialen Gefühlen hin- und herhüpft.«
Harry Nutt, Frankfurter Rundschau, 12. Juli 2025
»[Eine] Kulturgeschichte der Stimme: von den neuen Medientheorien bis zur platonischen Philosophie ... von der Essayistik Roland Barthes bis zu den biblischen Offenbarungen ... [Ein] kluger Essay ...«
Guido Kalberer, Neue Zürcher Zeitung, 12. Juni 2025
»Es ist dieses grundlegene Verhältnis von Nähe, um das es Gumbrecht letztlich geht; das er aus unterschiedlichen Perspektiven anstrahlt und das sein Buch ... so lesenswert macht.«
Nico Bleutge, Deutschlandfunk, 29. Mai 2025
»Wer ... etwas tiefer über die geheimnisvolle Art und Weise nachdenken möchte, in der Stimmen unser Leben prägen, und dabei nicht vor philosophischer Begrifflichkeit zurückschreckt, wird dieses Buch mit Gewinn lesen.«
Maxime Pasker, Gehirn & Geist
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Weder für das Lesen noch für das Schreiben habe er eine Leidenschaft, behauptet Hans Ulrich Gumbrecht, und doch gehört er zu den bedeutendsten und produktivsten Geisteswissenschaftlern der Gegenwart. In ironischer Halbdistanz blickt der emeritierte Stanford-Professor auf mehr als ein halbes Jahrhundert Lebensgeschichte zurück. Alles beginnt 1948 im zerbombten Würzburg, aber schon bald lockt ihn sein Ehrgeiz auf eine atemberaubende Reise rund um den Globus. Am berühmten Lycée Henri IV eifert er im Paris der 1960er Jahre dem Habitus französischer Intellektueller nach, in Salamanca beginnt er zu schreiben, an der Copacabana spürt er die Präsenz der Vergangenheit und im Silicon Valley erlebt er die Geburt einer neuen Form des Denkens.

Mit charmanter Unbescheidenheit und in strahlender Intensität beschwört Gumbrecht Szenen für die Ewigkeit herauf: einen Sündenfall vor der Erstkommunion, Lunch mit Michel Foucault, drei Sätze mit Neymar, eine Gefängnisnacht in San José und einen Puma im Schnee der Anden. So entsteht das Bild eines Intellektuellenlebens, dessen Kraft sich am Ende nicht in abstrakten Urteilen verdichtet, sondern in einem Namen, der diesseits und jenseits des Atlantiks leicht über die Lippen geht: Sepp.

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