Keiner wird um etwas bitten

Neue Geschichten | Zeugnisse von Liebe, Trauer und Solidarität im Ukraine-Krieg
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Inhaltsangabe

»Seit Februar fahren keine Straßenbahnen mehr«. Immer wieder gibt es Momente der Stille in der vom Krieg heimgesuchten Großstadt. Menschen treffen sich an Orten, die noch halbwegs intakt sind: auf dem Fußballplatz, in der Kirche, in einem lichtdurchfluteten Hochhausbüro. Zhadan-Leser treffen Figuren, die sie aus Mesopotamien oder Internat kennen: Leute, bei denen man nie genau wusste, was sie eigentlich tun, ob sie Musiker, arbeitslose Lehrer, Werbeleute, Automechaniker oder unabhängige Experten sind.
Jetzt sind sie mit völlig anderen Dingen befasst: nach der Bombardierung eines Wohngebiets eine alte Frau evakuieren; einen Job für jemanden finden, der als Invalide von der Front zurückgekommen ist; an der Trauerfeier für einen getöteten Kollegen teilnehmen, der eine Einheit an der Front kommandiert hat.

Jede dieser Geschichten prägt sich tief ein. Zhadan findet einen Ausdruck für die Schutzlosigkeit und die radikale Veränderung des Lebens in einer Gesellschaft, die sich daran gewöhnt hat, dass überall der »große Tod« mit herumsteht, wo man sich auch trifft.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 18.03.2025
  • Autor/Autorin: Serhij Zhadan
  • Übersetzung: Sabine Stöhr, Juri Durkot (aus dem Ukrainischen)
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 1
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 206/132/18 mm
  • Seitenanzahl: 165
  • ISBN: 9783518432389
Darum lohnt sich dieses Buch
  • Das literarische Dokument einer neuen Realität
  • Zeugnisse von Liebe, Trauer und Solidarität
  • Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels 2022
  • Autor hat große internationale Resonanz
Pressestimmen
»Die Erzählungen Keiner wird um etwas bitten sind in den Tiefen einer Seele zu Hause, für deren Verletzungen und Zerstörungen keine Begrenzung mehr vorstellbar bleibt.«
Ralf Bönt, DIE ZEIT, 29. November 2025
»So bleibt mitten im Resonanzraum des Krieges trotz des täglichen Albtraums ganz unpathetisch die Gewissheit bestehen, dass es eben doch eine Zukunft gibt – und das hallt nach, wenn man diesen eindrucksvollen Erzählband beiseitegelegt hat.«
Thorsten Schulte, literaturkritik.de, 4. September 2025
»Zuweilen kann ein schmaler Erzählband intensiver über das Leben erzählen als eine seitenstarke politische Analyse.«
Frank Keil, MännerWege, 14. Juli 2025
»In seinem aktuellen Erzählband Keiner wird um etwas bitten gelingt Zhadan die aufrüttelnde Bestandsaufnahme einer vom Krieg versehrten Gesellschaft.«
Ronald Pohl, Der Standard, 2. Juli 2025
»Der ukrainische Autor erzählt tief bewegend von Menschen und ihren Schicksalen in der Ostukraine.«
Die Presse, 2. Juli 2025
»... absolut lesenswert und zeigt eine ungebrochene Kraft des Widerstands.«
Klaus Kastberger, Kleine Zeitung, 27. Juni 2025
»Manchmal gibt es Bücher, denen man dankbar ist, dass man ihnen nicht entkommt, dass sie einen nicht gehen lassen. Und von denen man allen sagen möchte: Das musst du lesen! Serhij Zhadans neue Geschichten unter dem Titel Keiner wird um etwas bitten sind so ein Buch.«
Ö1, Ex Libris, 25. Juni 2025
»So erzählt der Schriftsteller kunstvoll von Menschen, denen der Krieg aufgezwungen wurde. Von Menschen, deren Leben unweigerlich beschädigt ist. Von der Ukraine des Jahres 2025.«
Björn Gauges, Gießener Anzeiger, 12. Juni 2025
»[Ein] literarischer Lichtblick in finsterer Zeit. Eine Prosa wie ein Laser, konzentriert, mit gebündelter Energie ...«
Christian Thomas, Frankfurter Rundschau, 2. Juni 2025
»Eine Lektüre, die einen bleibenden Eindruck hinterlässt und zum Nachdenken anregt.«
Günther Freund, Samerberger Nachrichten, 27. Mai 2025
»Mit seiner speziellen, einfühlsamen wie bilderreichen Sprache, seiner Fähigkeit, ins Innere der Menschen zu blicken, bewirkt [Serhij Zhadan] eine … Intensität des Mitfühlens.«
Andreas Müller, Darmstädter Echo, 14. April 2025
»Es sind ebenso fein gearbeitete wie berührende Texte, die zeigen, wie ein Schreiben über den Krieg funktionieren kann.«
ORF, 1. April 2025
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

Weitere Bücher von Serhij Zhadan

Feuerpause

€20,00

Feuerpause ist Serhij Zhadans erstes originäres Theaterstück, das ins Deutsche übersetzt wurde. Das Stück spielt im Sommer 2014 im Donbass, wo die Ukraine von bewaffneten Truppen attackiert wird. Zhadan hat bereits in seinen Romanen, die vielfach für die Bühne adaptiert wurden (Internat, Die Erfindung des Jazz im Donbass), diese Anfangsphase des russischen Kriegs gegen die Ukraine eindrücklich zum Thema gemacht. Mit großer Lakonie und Situationskomik erschafft Zhadan eine atmosphärisch dichte Situation, in der seine Figuren einander nicht mehr ausweichen können. Sie werden zu einer von Feindseligkeiten durchsetzten Schicksalsgemeinschaft.

Der Tod bringt alle zusammen: Die verstorbene Mutter liegt oben im Schlafzimmer, in der Küche treffen die beiden Brüder nach langer Zeit wieder aufeinander. Anton, der Ältere, hat das Weite gesucht. Der Jüngere, Tolik, ist geblieben, dem schwelenden Krieg und den zunehmend prekären Verhältnissen zum Trotz. Doch nun wurde die Brücke gesprengt, das Postamt zerstört, die Felder in Brand gesteckt, die Wasserversorgung gekappt. Die Hitze nimmt zu. Es klopft an der Tür, herein tritt Tante Schura, in Begleitung zweier Frauen, zum Aufräumen und zur Totenwaschung. Immer wieder klopft es, immer mehr Leute aus der Ortschaft treten ein, das Haus der Toten füllt sich mit Leben, es wird zu einer Zuflucht und Falle zugleich. Sie alle misstrauen einander, haben sich gegenseitig ausspioniert und verraten. Wie spricht man miteinander, wenn auch die Sprache kaputt und die Fähigkeit, einander zu verstehen, in der Vorkriegszeit verschollen ist?

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