Teil der Reihe: edition suhrkamp

Warum ich nicht im Netz bin

Gedichte und Prosa aus dem Krieg
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Taschenbuch
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Inhaltsangabe
»Schlimm ist es zu sehen, wie Geschichte entsteht.« Seit Sommer 2014 notiert Serhij Zhadan, was ihm auf seinen Reisen ins ostukrainische Kriegsgebiet widerfährt. Es sind lyrische Momentaufnahmen, die das Essentielle jäh aufscheinen lassen, Kürzestgeschichten über Menschen, die plötzlich auf zwei verfeindeten Seiten stehen oder nicht mehr wissen, wo sie hingehören und was aus ihnen werden soll. Wenige Strophen vermitteln etwas von der Tragödie Millionen Einzelner. In den lakonischen Versen ist die Bedeutung Brechts spürbar, dessen Lyrik Zhadan seit der ukrainischen Revolution übersetzt.
Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 10.08.2016
  • Autor/Autorin: Serhij Zhadan
  • Übersetzung: Claudia Dathe
  • Reihe: edition suhrkamp
  • Einband: Taschenbuch
  • Auflage: 3. Deutsche Erstausgabe
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 215/135/16 mm
  • Seitenanzahl: 180
  • ISBN: 9783518072875
Pressestimmen
»Zhadan verankert keine Gewissheiten im Leser, sondern stellt erhellende Fragen ohne Pathos. In seinen poetischen Reportagen ertastet der Sprachkünstler Leerstellen, und findet trotz Illusionslosigkeit im Kriegslärm Bruchstücke von Zuversicht.«
Gunther Neumann, Wiener Zeitung, 3. April 2017
»Wer verstehen will, was in der Ostukraine geschehen ist, muss die Bücher von Serhij Zhadan lesen.«
Kerstin Holm, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. Februar 2017
»Vielfach übersetzt und ausgezeichnet, gehört der 42-Jährige zu den wichtigsten Stimmen der ukrainischen Gegenwartsliteratur sowie zu den unerschrockensten Intellektuellen seines Landes. … man möchte sein Buch unter keinen Umständen missen. Aufklärerisch, luzid und poetisch verkörpert es eine Weltsicht, die jeder Art von Gewalt und ideologischer Manipulation dezidiert abschwört.«
Ilma Rakusa, Neue Zürcher Zeitung, 16. November 2016
»Zhadan, die derzeit kühnste Schriftstellerstimme aus der Ukraine … Mit Wucht und Rasanz, dann wieder mit Zärtlichkeit und Fragilität führt uns Zhadan in Sprache und Rhythmus die Menschen in ihrer Verlassenheit vor Augen. Dabei zieht er alle Register.«
Marie Luise Knott, perlentaucher.de, 31. Oktober 2016
»Es ist eine erzählerische Lyrik, die sich ganz konkret auf das Zeitgeschehen bezieht, fragend, sich erinnernd und reflektierend in Zhadans unverkennbarer, musikalischer, weit offener Sprache.«
Katharina Döbler, Deutschlandfunk Kultur, 8. August 2016
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Feuerpause

€20,00

Feuerpause ist Serhij Zhadans erstes originäres Theaterstück, das ins Deutsche übersetzt wurde. Das Stück spielt im Sommer 2014 im Donbass, wo die Ukraine von bewaffneten Truppen attackiert wird. Zhadan hat bereits in seinen Romanen, die vielfach für die Bühne adaptiert wurden (Internat, Die Erfindung des Jazz im Donbass), diese Anfangsphase des russischen Kriegs gegen die Ukraine eindrücklich zum Thema gemacht. Mit großer Lakonie und Situationskomik erschafft Zhadan eine atmosphärisch dichte Situation, in der seine Figuren einander nicht mehr ausweichen können. Sie werden zu einer von Feindseligkeiten durchsetzten Schicksalsgemeinschaft.

Der Tod bringt alle zusammen: Die verstorbene Mutter liegt oben im Schlafzimmer, in der Küche treffen die beiden Brüder nach langer Zeit wieder aufeinander. Anton, der Ältere, hat das Weite gesucht. Der Jüngere, Tolik, ist geblieben, dem schwelenden Krieg und den zunehmend prekären Verhältnissen zum Trotz. Doch nun wurde die Brücke gesprengt, das Postamt zerstört, die Felder in Brand gesteckt, die Wasserversorgung gekappt. Die Hitze nimmt zu. Es klopft an der Tür, herein tritt Tante Schura, in Begleitung zweier Frauen, zum Aufräumen und zur Totenwaschung. Immer wieder klopft es, immer mehr Leute aus der Ortschaft treten ein, das Haus der Toten füllt sich mit Leben, es wird zu einer Zuflucht und Falle zugleich. Sie alle misstrauen einander, haben sich gegenseitig ausspioniert und verraten. Wie spricht man miteinander, wenn auch die Sprache kaputt und die Fähigkeit, einander zu verstehen, in der Vorkriegszeit verschollen ist?

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