Teil der Reihe: edition suhrkamp (Band 2752)

Antenne

Gedichte
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Taschenbuch
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Inhaltsangabe

»Der Wert eines Gedichts steigt im Winter / Vor allem in einem harten Winter. / Vor allem in einer leisen Sprache. / Vor allem in unberechenbaren Zeiten.«

Was kann und soll die Literatur, wenn Krieg ist? Auf welche Sprache greifen die Dichter zurück? Taugen ihre Instrumente, um dem zum Ausdruck zu verhelfen, »was Angst macht«? Seit vor sechs Jahren die Kämpfe in der Ostukraine begannen, hat Serhij Zhadan die Bewohner in unzähligen Auftritten zu Mut und Resilienz ermutigt und sich mit sozialen Projekten engagiert. Er, der populärste ukrainische Schriftsteller, hat keine existentielle Herausforderung gescheut, um sich eine starke lyrische Stimme zu erarbeiten, die in langen, songhaften Gedichten das vermeintlich Unsagbare in rätselhaft schöne Bilder fasst. In seinem neuen Buch gedenkt er auch seines verstorbenen Vaters, er findet einen Ton, um über die Unvermeidlichkeit des Todes und den Schmerz der Liebe zu sprechen, und über die Trauer, »die auch hell sein kann«, weil sie uns auf einen verborgenen Sinn verweist.
Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 29.09.2020
  • Autor/Autorin: Serhij Zhadan
  • Übersetzung: Claudia Dathe (aus dem Ukrainischen)
  • Reihe: edition suhrkamp, Teil 2752
  • Einband: Taschenbuch
  • Auflage: 3. Deutsche Erstausgabe
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 177/108/7 mm
  • Seitenanzahl: 144
  • ISBN: 9783518127520
Pressestimmen
»Zhadans Gedichte haben einen ganz eigenen, eigentümlichen Sound: In seinen Versen kreiert er einen fast sogartigen, beschwörenden Rhythmus. Die Texte durchzieht ein dichtes Motivnetz: In oft melancholischem oder elegischem Ton betrauern sie verlorene Idyllen, sprechen von Glauben und Tod, aber auch von Liebe und Heimat – und immer wieder von der Natur.«
Max Graff, Tageblatt Luxemburg, 26. September 2022
»Dank der Übersetzung von Claudia Dathe, können wir dem großen Dichter der Ukraine und ihren Menschen in diesem ... hochaktuellen Band Tribut zollen.«
Mareike Ilsemann, WDR, 4. März 2022
»Serhij Zhadan beweist mit seinem Auswahlband Antenne, dass die Lyrik in der Ukraine Relevanz besitzt, selbst wenn sie zuweilen an sich zweifelt.«
Daniel Henseler, literaturkritik.de, 2. Februar 2021
»Die vorwiegend bitter-düsteren Verse, die die Befindlichkeiten vieler betroffener Menschen in der Ukraine ansprechen, sind wehmütig, packend und durchdringend ...«
Wostok, 2. Februar 2021
»Mit geradezu magischer Intensität und in einem psalmodierenden Ton der Anrufungen und Fragen entsteht eine versehrte, verstörende Wirklichkeit, der kein Gott zu Hilfe eilt. Himmelstürmerisch vertraut Zhadan indes darauf, dass das dichterische Wort ein wenig Frieden stiften kann.«
Ilma Rakusa, Neue Zürcher Zeitung, 26. Januar 2021
»Es ist eine melancholische Landschaft des Lebens, die Zhadan so zärtlich und einfühlsam besingt. Der Leser wird auf eine mystische Reise gewirbelt, den Wörtern und ihren Bedeutungen folgend, über Verse, die sich verlieren, abbrechen und über einzelne Worttumulte in die nächste Etappe geschleudert – oder in die Leere, ins Nichts des eigenen Echos.«
Ingo Petz, neues deutschland, 21. November 2020
»Serhij Zhadan hat uns eine tief bewegende Botschaft geschickt. Es liegt nun an uns, ihm zu antworten.«
Wolfgang Schlott, Fixpoetry, 14. Oktober 2020
»Serhij Zhadan ist ein genialer Dichter.«
Volker Weidermann, DER SPIEGEL, 5. Oktober 2020
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Feuerpause

€20,00

Feuerpause ist Serhij Zhadans erstes originäres Theaterstück, das ins Deutsche übersetzt wurde. Das Stück spielt im Sommer 2014 im Donbass, wo die Ukraine von bewaffneten Truppen attackiert wird. Zhadan hat bereits in seinen Romanen, die vielfach für die Bühne adaptiert wurden (Internat, Die Erfindung des Jazz im Donbass), diese Anfangsphase des russischen Kriegs gegen die Ukraine eindrücklich zum Thema gemacht. Mit großer Lakonie und Situationskomik erschafft Zhadan eine atmosphärisch dichte Situation, in der seine Figuren einander nicht mehr ausweichen können. Sie werden zu einer von Feindseligkeiten durchsetzten Schicksalsgemeinschaft.

Der Tod bringt alle zusammen: Die verstorbene Mutter liegt oben im Schlafzimmer, in der Küche treffen die beiden Brüder nach langer Zeit wieder aufeinander. Anton, der Ältere, hat das Weite gesucht. Der Jüngere, Tolik, ist geblieben, dem schwelenden Krieg und den zunehmend prekären Verhältnissen zum Trotz. Doch nun wurde die Brücke gesprengt, das Postamt zerstört, die Felder in Brand gesteckt, die Wasserversorgung gekappt. Die Hitze nimmt zu. Es klopft an der Tür, herein tritt Tante Schura, in Begleitung zweier Frauen, zum Aufräumen und zur Totenwaschung. Immer wieder klopft es, immer mehr Leute aus der Ortschaft treten ein, das Haus der Toten füllt sich mit Leben, es wird zu einer Zuflucht und Falle zugleich. Sie alle misstrauen einander, haben sich gegenseitig ausspioniert und verraten. Wie spricht man miteinander, wenn auch die Sprache kaputt und die Fähigkeit, einander zu verstehen, in der Vorkriegszeit verschollen ist?

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