Kapitalismus ohne Demokratie

Wie Marktradikale die Welt in Mikronationen, Privatstädte und Steueroasen zerlegen wollen
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Inhaltsangabe

Freiheit und Demokratie, so der Investor Peter Thiel 2009, seien nicht länger kompatibel. Wer die Freiheit liebe, müsse daher versuchen, der Politik in all ihren Formen zu entkommen. Zuflucht suchen könnten Libertäre im Cyberspace, im Weltraum und auf dem offenen Meer. Das mag verblasen klingen, steht aber in einer jahrzehntealten Tradition marktradikaler Ideen: Denker wie Milton Friedman begeisterten sich für das noch unter britischer Oberhoheit stehende Hongkong; Margaret Thatcher träumte von einem Singapur an der Themse.

In seinem Buch Globalisten hatte sich Quinn Slobodian mit Versuchen befasst, ökonomische Fragen der demokratischen Willensbildung zu entziehen, etwa durch ihre Übertragung an internationale Organisationen. In Kapitalismus ohne Demokratie geht es nun um eine andere Lösung für das von Thiel beklagte Problem: die Zerschlagung der Welt in Steueroasen, Privatstädte oder Mikronationen.

Quinn Slobodian nimmt uns mit auf eine faszinierende Reise durch die Welt der neoliberalen Utopien. Sie führt nach Dubai und Liechtenstein, ins vom Bürgerkrieg zerrüttete Somalia und zu Elon Musks texanischem Weltraumbahnhof. Und sie weitet den Blick auf eine mögliche Zukunft, die uns Sorgen machen sollte.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 21.11.2023
  • Autor/Autorin: Quinn Slobodian
  • Übersetzung: Stephan Gebauer (aus dem Englischen)
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 1
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 222/146/32 mm
  • Seitenanzahl: 427
  • ISBN: 9783518431467
Darum lohnt sich dieses Buch
  • Für die Leser:innen von David Graeber, Naomi Klein und Thomas Piketty
  • Provokant und packend erzählt
  • Erscheint in sieben Sprachen
Pressestimmen
»Es ist eine Stärke von Slobodians materialreicher Untersuchung, dass sie trotz eines klar ideengeschichtlichen Fokus immer wieder auch die Durchsetzung dieser Ideen und den Widerstand dagegen in den Fokus rückt. Zugleich schärft sie den Blick dafür, wie gesellschaftlich wirkmächtig das auf den ersten Blick abseitig wirkende Modell der Zone über die letzten Jahrzehnte geworden ist.«
Anja Hertz, kritisch-lesen.de, 20. Januar 2026
»Ein wichtiges Buch.«
Wolfgang Kessler, Publik-Forum, 30. August 2024
»Slobodian widmet den düsteren Experimenten wie ihren zynischen Visionären ein beeindruckend akribisch recherchiertes und dabei erfreulich pointiert geschriebenes Buch, das wir als Warnung vor einer (bereits gegenwärtigen) Zukunft verstehen müssen ...«
Tom Wohlfarth, taz. die tageszeitung, 8. Dezember 2023
»Vor [dem gegenwärtigen politischen] Hintergrund klingen die neofeudalen Zonen, die Quinn Slobodian untersucht, eher wie eine finstere Perspektive als vom blauen Dunst der Ferne umweht.«
Lennart Laberenz, der Freitag, 7. Dezember 2023
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Wie wurde aus dem genialischen Nerd eine kettensägenschwingende Ikone der globalen Rechten?

Mit Paypal hat Elon Musk die Finanzbranche aufgemischt, mit Tesla den Markt für E-Autos revolutioniert, nach seiner Übernahme Twitter kurzerhand auf rechts gedreht. Im US-Wahlkampf 20204 schwang er sich zu einem der wichtigsten Einflüsterer Donald Trumps auf, anschließend machte er sich mit seiner Abteilung für Regierungseffizienz (DOGE) daran, den amerikanischen Staat zu zerlegen.

Wie wurde aus dem genialischen Nerd eine kettensägenschwingende Ikone der globalen Rechten? Um die Welt zu begreifen, die Musk erschafft, müssen wir die Welten verstehen, die Musk erschaffen haben. Quinn Slobodian und Ben Tarnoff zeichnen nach, wie sich im Silicon Valley um die Vorstellungen von Disruption und tollkühnen CEOs ein regelrechter Kult bildete, wie soziale Medien und Videospiele die Erzählung vom heldenhaften Einzelgänger etablierten und wie rassistische Memes und Verschwörungstheorien Eingang fanden in die Gedankenwelt des reichsten Menschen der Erde. Der Muskismus, so Slobodian und Tarnoff, ist ein frankensteinsches Monster des zeitgenössischen Kapitalismus.

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