Globalisten

Das Ende der Imperien und die Geburt des Neoliberalismus
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Inhaltsangabe

Nachdem Handelspolitik lange eine Sache spezialisierte Juristen war, ist sie heute ein Feld heftiger politischer Auseinandersetzungen: Beim Brexit steht der freie Warenverkehr auf dem Spiel, Donald Trump droht deutschen Autobauern mit Schutzzöllen.

In seinem Buch, das in der englischsprachigen Welt für Furore sorgt, wirft Quinn Slobodian einen neuen Blick auf die Geschichte von Freihandel und neoliberaler Globalisierung. Im Mittelpunkt steht dabei eine Gruppe von Ökonomen um Friedrich von Hayek und Wilhelm Röpke. Getrieben von der Angst, nationale Massendemokratien könnten durch Zölle oder Kapitalverkehrskontrollen das reibungslose Funktionieren der Weltwirtschaft stören, bestand ihre Vision darin, den Markt auf der globalen Ebene zu verrechtlichen und so zu schützen.

Slobodian begleitet seine Protagonisten durch das 20. Jahrhundert. Er zeigt, wie sie auf neue Herausforderungen – die Entkolonialisierung etwa oder die europäische Integration – reagierten und aus einer Außenseiterposition heraus die Deutungshoheit eroberten.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 13.11.2019
  • Autor/Autorin: Quinn Slobodian
  • Übersetzung: Stephan Gebauer (aus dem Englischen)
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 2
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 220/147/35 mm
  • Seitenanzahl: 522
  • ISBN: 9783518429037
Darum lohnt sich dieses Buch
  • Die Vorgeschichte der aktuellen wirtschaftspolitischen Turbulenzen
  • 20. Jahrestag der Anti-WTO-Proteste in Seattle im November 2019
Pressestimmen
»Im Zentrum dieses klugen, oft überraschenden und pointenreichen Buches stehen nicht Milton Friedman und die Chicago Boys, nicht die Berater der Reagan- und Thatcher-Jahre, sondern die Genfer Schule. Dazu zählten Intellektuelle wie Wilhelm Röpke, Ludwig von Mises, Michael A. Heilperm, Friedrich August von Hayek, Gottfried Haberler ...«
Jens Bisky, Süddeutsche Zeitung, 20. Februar 2020
»Adorno empfahl im argumentativen Kampf gegen den Rechtsradikalismus ›nicht Lüge gegen Lüge zu setzen, sondern mit einer durchschlagenden Kraft der Vernunft, mit der wirklich unideologischen Wahrheit‹ zu kontern. Diesem Weg der Auseinandersetzung folgt auch Slobodians Ideengeschichte des Globalismus.«
Johannes Thumfart, DER SPIEGEL, 13. Februar 2020
»[Globalisten] besitzt eine Tiefenschärfe, die für ein völlig neues Bild des Neoliberalismus sorgen könnte. Provokant beschreibt er die Einflusslinien dieser Ideologie völlig anders als seine Fachkollegen.«
Michael Hesse, Kölner Stadt-Anzeiger, 19. Januar 2020
»... weil sich Historiker mehr für die nationale, Sozialwissenschaftler mehr für die internationale Dimension neoliberalen Denkens interessieren, [ist in dieser Arbeitsteilung eine Lücke entstanden.] Diese Lücke, die historische Frage, was die Gruppe von Autoren um Mises, Hayek und Röpke zur internationalen Ordnung zu sagen hatte, beansprucht das vorliegende Buch zu schließen – und es erfüllt diesen Anspruch überzeugend.«
Christoph Möllers, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17. Januar 2020
»Neoliberale, das zeigt Slobodians faszinierende Studie, möchten die Staaten zu ihrem Glück zwingen und sie – so ihre Lieblingsformulierung – wie Odysseus an den Mast der Weltwirtschaft binden.«
Thomas Assheuer, DIE ZEIT, 9. Januar 2020
»Was bleibt, ist eine einleuchtende Ehrenrettung des Neoliberalismus, der nicht den Einzelnen des Schutzes durch den Staat berauben, sondern seine persönliche Freiheit vor staatlichen Eingriffen durch eine globalstaatliche Ordnung beschützen will. Und dass dies kein ganz so übles Konzept ist, dürfte jedem, der sich heute die Politik Chinas, Russlands oder des Iran anschaut, hoffentlich einleuchten.«
Konstantin Johannes Sakkas, Der Tagesspiegel, 14. Dezember 2019
»[Slobodian] zeichnet ein äußerst differenziertes Bild von den inneren Konflikten und Widersprüchen der neoliberalen Weltanschauung und vor allem auch von ihrer sonderbaren Dialektik aus Freiheitsbeschwörung und Autoritarismus.«
Jens Balzer, Deutschlandfunk Kultur, 12. Dezember 2019
»Quinn Slobodian hat eine neue und originelle Geschichte des Neoliberalismus geschrieben.«
Dorian Baganz, der Freitag, 25. Juli 2019
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Wie wurde aus dem genialischen Nerd eine kettensägenschwingende Ikone der globalen Rechten?

Mit Paypal hat Elon Musk die Finanzbranche aufgemischt, mit Tesla den Markt für E-Autos revolutioniert, nach seiner Übernahme Twitter kurzerhand auf rechts gedreht. Im US-Wahlkampf 20204 schwang er sich zu einem der wichtigsten Einflüsterer Donald Trumps auf, anschließend machte er sich mit seiner Abteilung für Regierungseffizienz (DOGE) daran, den amerikanischen Staat zu zerlegen.

Wie wurde aus dem genialischen Nerd eine kettensägenschwingende Ikone der globalen Rechten? Um die Welt zu begreifen, die Musk erschafft, müssen wir die Welten verstehen, die Musk erschaffen haben. Quinn Slobodian und Ben Tarnoff zeichnen nach, wie sich im Silicon Valley um die Vorstellungen von Disruption und tollkühnen CEOs ein regelrechter Kult bildete, wie soziale Medien und Videospiele die Erzählung vom heldenhaften Einzelgänger etablierten und wie rassistische Memes und Verschwörungstheorien Eingang fanden in die Gedankenwelt des reichsten Menschen der Erde. Der Muskismus, so Slobodian und Tarnoff, ist ein frankensteinsches Monster des zeitgenössischen Kapitalismus.

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