G. F. Unger Sonder-Edition 307

Ein Tag zum Sterben
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Inhaltsangabe

Eines Tages hatten wir unseren letzten Kaffeesatz zum dritten Male gekocht und auch keinen Tabak mehr. Meinem Bruder Jack war das recht. Er grinste, und in seinen braunen Augen war ein Funkeln. Er sagte: "Nun muss wohl doch endlich mal jemand von uns im nächsten Store einkaufen, nicht wahr? Dafür bin ich der richtige Bursche. Kein Mensch kann so gut und so preiswert einkaufen wie ich. Carlos kannst du nicht schicken, Großer. Der ist unter weißen Christenmenschen verloren. Also müssen wir zwei es unter uns auslosen." Er holte unser letztes Centstück hervor und warf es Carlos zu.
Carlos war ein Vollblutapache mit Missionsschulbildung. Er war auch richtiger Christ geworden und hasste deshalb das Töten. Deshalb zog er nicht mit seinen wilden Brüdern umher. Aber unter weißen Christenmenschen konnte er sich auch nicht so richtig wohl fühlen.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 16.11.2024
  • Autor/Autorin: G. F. Unger
  • Reihe: G. F. Unger Sonder-Edition
  • Altersempfehlung: ab 16 Jahren
  • Format: E-Book
  • Dateiformat: EPUB
  • Kopierschutz: Wasserzeichen
  • Dateigröße: 1.4 MB
  • Verlag: BASTEI LÜBBE
  • Sprache: Deutsch
  • Umfang: 80 Seiten
  • ISBN: 9783751771542
  • Lieferung: Sofort per Download
  • Hinweis: Sofort per Download lieferbar. Kein physischer Versand.
  • Kompatibilität: Kompatibel mit EPUB-fähigen E-Readern und Apps.
Herstellerinformationen
Bastei Lübbe AG
Schanzenstr. 6-20
51063 Köln
DE

Email: produktsicherheit@bastei-luebbe.de

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Nachdem die Kutsche das Trail-House an der Red‑River-Furt erreicht hat und die Passagiere ausgestiegen sind, um sich die Beine zu vertreten oder einen kleinen Imbiss einzunehmen, wendet sich der Fahrer an das blasse Mädchen.
»Weiter kann ich Sie ohne Fahrgeld nicht mitnehmen, Miss«, sagt er bedauernd. »Ich hätte es gern getan, aber leider steigen hier zwei zahlende Passagiere zu, und einer davon wird sowieso schon auf dem Kutschendach mitfahren müssen. Tut mir leid, Miss, aber für Sie ist hier Endstation.«
Jessica Malorny, der man ansieht, dass sie eine längere Zeit sehr krank gewesen ist, presst die Lippen zusammen und nickt stumm. Seit sie vor zwei Jahren von daheim fortlief, hat sie sich das Betteln längst abgewöhnt. Sie begriff ziemlich schnell, dass man auf dieser Erde für alles seinen Preis zahlen muss.
Tapfer holt sie ihr weniges Gepäck aus dem Gepäckkasten der Kutsche und wendet sich mit den zwei nur halb gefüllten Taschen dem Hauptgebäude der Station - dem sogenannten Trail-House - zu, um den anderen zu folgen.
Ihr ist schwer ums Herz, aber sie kann unmöglich ahnen, dass dieser Ort die Hölle für sie sein wird ...

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