Teil der Reihe: Bibliothek Suhrkamp (Band 1517)

Die Scham

Nobelpreis für Literatur 2022
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Inhaltsangabe

Nobelpreis für Literatur 2022

Juni 1952, die kleine Annie ist 12 Jahre alt. Eines Sonntagnachmittags geschieht etwas Entsetzliches – ohnmächtig muss sie miterleben, wie der Vater die Mutter umzubringen versucht. Nach kurzer Zeit beruhigt sich der Vater, und Annie versucht, den Eklat zu vergessen. Bis sie, nahezu ein halbes Jahrhundert später, auf ein altes Foto stößt, das eine Flut von Erinnerungen auslöst. Aber was genau ist damals geschehen? Und wie ist es dazu gekommen?

Je tiefer Annie in dieses entscheidende Jahr eintaucht, umso deutlicher wird ihr die Spannung, in der die Eltern lebten, zwischen dem Wunsch nach sozialem Aufstieg und dem demütigenden Rückfall in die alten Verhältnisse. Und auch Annies Zerrissenheit gewinnt an Kontur, ihr immer wieder schmerzhaftes Bemühen, dem Einfluss einer religiösen Erziehung zu entrinnen und der bohrenden Sehnsucht nach Aufbruch und einem besseren Leben zu folgen.

Scham ist das beharrliche Gefühl der eigenen Unwürdigkeit. Annie Ernaux seziert es an sich selbst, indem sie weit zurückschwingt in eine eigentlich unfassbare Episode ihrer Kindheit und in eine Vergangenheit, die nicht vergehen will.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 19.08.2020
  • Autor/Autorin: Annie Ernaux
  • Übersetzung: Sonja Finck (aus dem Französischen)
  • Reihe: Bibliothek Suhrkamp, Teil 1517
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 2
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 220/142/18 mm
  • Seitenanzahl: 110
  • ISBN: 9783518225172
Darum lohnt sich dieses Buch
  • Erstmals auf Deutsch
  • 80. Geburtstag der Autorin am 1. September 2020
  • Hörspielpremiere von Die Scham am 29. September 2020 im Deutschlandradio
Pressestimmen
»[Ernaux] hat uns Bücher geschenkt, die schmerzen, aber auch heilen, weil sie uns zeigen, dass wir mit unseren Verletzungen nicht allein sind, dass wir nicht die Einzigen sind, die ›so‹ sind. Die Scham ist eines davon.«
Bettina Hartz, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 25. Oktober 2020
»Die Wucht der Bücher von Annie Ernaux liegt in der Genauigkeit und Klugheit einer Analyse, aus der weder Selbstmitleid noch irgendein weiterführendes Interesse für sich selbst sprechen. Ernaux macht Band für Band vor, wie autobiografische Überlegungen zu Essenzen von Wahrheit für alle führen können.«
Christine Schneider, Frankfurter Rundschau, 13. Oktober 2020
»Ernaux' Buch ist in seiner Kürze eindringlich, soziologisch wertvoll ...«
Der Tagesspiegel, 12. Oktober 2020
»... präzise und analytisch, hochpersönlich und universell ...«
Julia Lorenz, taz. die tageszeitung, 12. Oktober 2020
»Berührend, klug geschrieben, kluge Frau, kluge Schriftstellerin. … Annie Ernaux kann ich jedem nur empfehlen.«
Olli Schulz, Fest und Flauschig, 27. September 2020
»Jenseits [von Normalität, Respekt und Würde] bleibt eine Scham, die wohl selten so genau beschrieben wurde wie hier und die, das sollte beim Lesen und Loben dieses großartigen, keineswegs historischen Buches niemand vergessen, auch heute noch viele Menschen ganz genau kennen.«
Sabine Rohlf, Berliner Zeitung, 18. September 2020
»Ernaux‘ Beschreibung des französischen Kleinstadtmilieus hat mich gepackt. Ihre quasi soziologische Methode entwickelt einen unglaublichen Sog, eine große Wucht.«
Thea Dorn, Literarisches Quartett, 28. August 2020
»Annie Ernaux hat keine Scheu dahin zu gehen, wo es wehtut … Ein Buch, das zutiefst bewegt.«
Dörte Hansen, Literarisches Quartett, 27. August 2020
»[Eine] Meisterin der ethnografischen Tiefenbohrung.«
Angela Gutzeit, Deutschlandfunk, 26. August 2020
»Annie Ernaux hat die soziologisch grundierte Selbsterforschung zur Meisterschaft gebracht. Nun erscheint ihr zentrales Werk Die Scham.«
Hanna Engelmeier, Süddeutsche Zeitung, 24. August 2020
»Die Ethnologin ihrer selbst, wie [Annie Ernaux] sich in diesem ernsten und absolut lesenswerten Buch explizit nennt, denkt die persönliche Scham weiter, positioniert ihre Familie in der Welt der Unterdrückten und entlarvt die soziale Determiniertheit. Das macht sie in der ihr eigenen, unverwechselbaren Schreibweise: klar, nüchtern und zuweilen trocken. Keine Metaphern, keine Gefühlsduseleien, nichts Überflüssiges.«
Susanne von Schenck, Saarländischer Rundfunk, 19. August 2020
»Die Scham ist ein quälendes Gefühl der Unwürdigkeit und Unterlegenheit. Etwas, das dem Ideal der Chancengleichheit in einer demokratischen liberalen Gesellschaft zutiefst widerspricht und im Verborgenen rumort. Im Leben vieler Menschen. Auch in Deutschland, wo es erstaunlicherweise bislang keine Literatur gibt, die diese unangenehme Wahrheit so berührend und nüchtern, so klug und klar benennt wie Annie Ernaux.«
SWR2, 16. August 2020
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

Weitere Bücher von Annie Ernaux

Auf den Bildern

€25,00

Annie Ernaux und Marc Marie begeben sich mit Bildern und Texten auf die Suche nach dem – tröstlich wandelbaren – Wesen ihrer Intimität

Sie sind entfernte Bekannte, und eines Abends gehen sie aus, er frisch getrennt, ihr steht eine Brustkrebs-OP bevor. Sie verbringen die Nacht miteinander, beginnen eine Affäre. Die Erkrankung verändert sie spürbar, aber das Begehren setzt sich mit einer Hartnäckigkeit durch, die sie beide überrascht. Morgens ist sie regelmäßig fasziniert vom Anblick der herumliegenden Kleidung, die sie sich am Vorabend vom Körper gerissen haben. Sie fängt an, diese Szenen zu fotografieren, wie Tatorte: seine Schnürstiefel, ihre Pumps, schwarze Unterwäsche – Stillleben nach dem Sex, Kompositionen aus Zufall und Leidenschaft.

Auf den Bildern enthält 14 dieser Fotografien, und Annie Ernaux und Marc Marie schreiben im Wechsel über ihre so dokumentierten Begegnungen, über Erinnerung und Wahrnehmung, über weibliche und männliche Körper, über Zeit und den Schmerz der Vergänglichkeit.

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