Teil der Reihe: Bibliothek Suhrkamp (Band 1544)

Weiter Sehen

Von der unwiderstehlichen Magie des Kinos
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Inhaltsangabe

Auf einer Reise durch den Südosten Ungarns macht die Erzählerin in einem fast ausgestorbenen Ort an der Grenze zu Rumänien Station. Resignation und Vergangenheitsglorifizierung beherrschen die Gespräche der Bewohner. Wie vieles andere ist auch das Kino, ungarisch »Mozi«, längst geschlossen. Einst Mittelpunkt des Ortes, spielt es nur mehr in den Erzählungen und Erinnerungen der Verbliebenen eine wichtige Rolle. Ihre eigene Leidenschaft für das Kino bewegt die Erzählerin dazu, das vor sich hin verfallende »Mozi« wieder zum Leben zu erwecken.
In ihrem neuen Buch erzählt Esther Kinsky von der unwiderstehlichen Magie des Kinos, eines Ortes, »wo Witz, Entsetzen und Erleichterung ihren gemeinschaftlichen Ausdruck fanden, ohne dass die Anonymität im dunklen Raum angegriffen wurde«. Aller glühenden Kinobegeisterung und dem Nachdenken über den »großen Tempel des bewegten Bildes« liegt die Frage zugrunde: Wie ist ein »Weiter Sehen« und eine Verständigung darüber möglich, wenn der Ort einer gemeinsamen Erfahrung zugunsten einer Privatisierung von Leben und Erleben demontiert ist?

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 19.04.2023
  • Autor/Autorin: Esther Kinsky
  • Reihe: Bibliothek Suhrkamp, Teil 1544
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 1
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 222/142/20 mm
  • Seitenanzahl: 200
  • ISBN: 9783518225448
Darum lohnt sich dieses Buch
  • Eine Liebeserklärung ans Kino als blick- und denkerweiternden Sehraum
  • Mit 40 Farbfotografien der Autorin
Pressestimmen
»... die Wirklichkeit wird in Weiter sehen zum Medium der Reflexion, in der das Alltägliche, Abseitige, Randständige beachtet und durchdacht wird. Ein Buch, das man schon allein deshalb mit Gewinn liest.«
Fokke Joel, neues deutschland, 28. September 2023
»Esther Kinskys Beschreibungskünste erschöpfen sich nicht an farbgewaltigen Horizontbeschreibungen, sondern betreffen auch technische Begebenheiten, denen sie Leben einzuflößen weiß.«
Carl Manzey, literaturkritik.de, 11. Juli 2023
»Ein Lebenstraum: In einer gottverlassenen Gegend einen verfallenen Filmpalast zu neuem Leben erwecken. Esther Kinsky verwirklicht ihn mit ihren schwerelosen Sätzen.«
Nico Bleutge, Süddeutsche Zeitung, 5. Juli 2023
»Weiter Sehen ist ein Buch, das macht, wovon es spricht: Es lässt uns die Welt mit anderen Augen sehen.«
Dirk Hohnsträter, WDR 3, 5. Juni 2023
»Ihr Text ist ein mitreißender, teilweise sehr poetischer Hochgesang auf diesen Kulturort und auch ein wehmütiger, illusionsloser Abgesang auf seine Bedeutung.«
Jürgen Israel, Die Kirche, 5. Juni 2023
»... eine wortgewaltige und geistreiche Hommage an diese aussterbende Kulturform zu verfassen.«
ORF, 1. Juni 2023
»Und so wird aus dem Reiseroman ein fast märchenhafter Kinoroman, liebevoll und spannend erzählt.«
Badische Neueste Nachrichten, 31. Mai 2023
»Kinsky ist eben nicht allein Autorin. Vielmehr erweist sie sich als poetische Regisseurin, die selbst entlegensten Winkeln der Welt einen ungeheuerlichen Zauber abzutrotzen weiß.«
Björn Hayer, Die Presse, 20. Mai 2023
»Der Plan, in der ungarischen Einöde ein Kino zu etablieren, aber scheitert. ... Der Autorin bleibt noch die Aufgabe, für den Kulturverlust angemessene Worte zu finden. Was ihr in berückend schöner Sprache gelingt.«
Carsten Otte, Der Tagesspiegel, 25. April 2023
»Kinskys Blick verklärt nichts, und ihre Prosa ist ebenso klar wie gedankenreich. Weiter Sehen beschwört das Kino als poetischen Ausdruck für ein Verhältnis zur Welt ...«
Paul Ingendaay, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22. April 2023
»Über das Kino, über abgelegene Orte und die Macht der Erinnerung schreibt Esther Kinsky in traumhaft schönen Sätzen.«
Hannoversche Allgemeine, 22. April 2023
»Esther Kinsky hat ein Meisterwerk der Melancholie geschrieben.«
Carsten Otte, SWR2 lesenswert Magazin, 16. April 2023
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Drei Reisen unternimmt die Ich-Erzählerin in Esther Kinskys Geländeroman. Alle drei führen sie nach Italien, doch nicht an die bekannten, im Kunstführer verzeichneten Orte, nicht nach Rom, Florenz oder Siena, sondern in abseitige Landstriche und Gegenden – nach Olevano Romano etwa, einer Kleinstadt in den Hügeln nordöstlich der italienischen Hauptstadt gelegen, oder in die Valli di Comacchio, die Lagunenlandschaft im Delta des Po, halb von Vögeln beherrschte Wasserwelt, halb dem Wasser abgetrotztes Ackerland. Zwischen diesen beiden Geländeerkundungen im Gebirge und in der Ebene führt die dritte Reise die Erzählerin zurück in die Kindheit: Wie bruchstückhafte Filmsequenzen tauchen die Erinnerungen an zahlreiche Fahrten durch das Italien der Siebzigerjahre auf, dominiert von der Figur des Vaters.

Esther Kinskys Streifzüge und Wanderungen – im Gedächtnis ebenso wie gehend oder fahrend in der Gegenwart – sind Italienische Reisen eigener Art. Sie erkunden mit allen Sinnen äußeres Terrain und führen doch ins Innere, zu Abbrüchen der Trauer und des Schmerzes und zu Inseln des Trostes. Der einfühlsame, präzise Blick der Reisenden entlockt jedem Gelände, was eigentlich im Verborgenen liegt: Geheimnis und Schönheit.

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