Hain

Geländeroman
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Inhaltsangabe

Drei Reisen unternimmt die Ich-Erzählerin in Esther Kinskys Geländeroman. Alle drei führen sie nach Italien, doch nicht an die bekannten, im Kunstführer verzeichneten Orte, nicht nach Rom, Florenz oder Siena, sondern in abseitige Landstriche und Gegenden – nach Olevano Romano etwa, einer Kleinstadt in den Hügeln nordöstlich der italienischen Hauptstadt gelegen, oder in die Valli di Comacchio, die Lagunenlandschaft im Delta des Po, halb von Vögeln beherrschte Wasserwelt, halb dem Wasser abgetrotztes Ackerland. Zwischen diesen beiden Geländeerkundungen im Gebirge und in der Ebene führt die dritte Reise die Erzählerin zurück in die Kindheit: Wie bruchstückhafte Filmsequenzen tauchen die Erinnerungen an zahlreiche Fahrten durch das Italien der Siebzigerjahre auf, dominiert von der Figur des Vaters.

Esther Kinskys Streifzüge und Wanderungen – im Gedächtnis ebenso wie gehend oder fahrend in der Gegenwart – sind Italienische Reisen eigener Art. Sie erkunden mit allen Sinnen äußeres Terrain und führen doch ins Innere, zu Abbrüchen der Trauer und des Schmerzes und zu Inseln des Trostes. Der einfühlsame, präzise Blick der Reisenden entlockt jedem Gelände, was eigentlich im Verborgenen liegt: Geheimnis und Schönheit.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 14.02.2018
  • Autor/Autorin: Esther Kinsky
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 4
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 215/131/24 mm
  • Seitenanzahl: 287
  • ISBN: 9783518427897
Pressestimmen
»Hain ist ein Roman der Zurückhaltung. ... Wer sich darauf einlässt, entdeckt ein außergewöhnliches Buch über Landschaft und Trauerarbeit – getragen von einer Sprache, die Beobachtungen mit großer Genauigkeit fasst.«
Klaus Andreas Huber, Landshuter Zeitung, 1. August 2026
»Wer in diesen Tagen (noch) nicht mitkann in die Frühlingsfreude, wer vielleicht zwischen Trauer und Neuanfang steckt, könnte sich bei Esther Kinsky gut aufgehoben fühlen.«
Anne-Catherine Simon, Die Presse am Sonntag, 5. April 2026
»Von diesem genauen Hinsehen lebt das Buch ... – und vom gelungenen Versuch der Erzählerin, sich zu dem Gesehenen in Beziehung zu setzen.«
Jürgen Israel, Der Sonntag, Sachsen, 15. Juli 2018
»Auch wer schreibt, bewegt sich auf undefiniertem Gelände ... Esther Kinsky ist bisher vor allem als Lyrikerin und Übersetzerin hervorgetreten. Und vielleicht sind diese Nuancen der äusseren und inneren Landschaften nur einer Übersetzerin möglich, jemandem, der am Gewicht der Worte trägt und jeden Satz auf die Goldwaage legt, bis er so leicht wie eine Vogelfeder geworden ist.«
Andrea Köhler, Neue Zürcher Zeitung, 8. Juni 2018
»[Hain] beeindruckt mit diesem bedingungslosen Existieren, mit einer Ziellosigkeit, die nicht deprimierend ist, sondern eine Form von Freiheit.«
Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau, 12. März 2018
»Tatsächlich entwickelt Hain einen Sog, den man als Leser vielleicht von Wanderungen kennt, auf denen man die Orientierung verloren hat, wo es hinter einem kein Zurück mehr gibt und vor einem nur die Hoffnung auf ein Zeichen, irgendeinen Hinweis, der einen wieder auf die Spur bringt.«
Uwe Rada, taz. die tageszeitung, 12. März 2018
»Manche Leute berichten, wenn sie streng fasteten, werde ihre Wahrnehmung immer prägnanter ... Entsprechend hängt kein Gramm Fett an diesem asketischen Textkörper.«
Ijoma Mangold, DIE ZEIT, 8. März 2018
»Denn es ist diese Ambivalenz, dieses unangestrengt Durchscheinende, diese schimmernde Bedeutungsvielfalt all dessen, was die Erzählerin von zwei aktuellen Italienreisen und der Erinnerung an viele frühere, mit dem längst verstorbenen Vater unternommene, notiert und bewahrt, das dem Buch seinen außergewöhnlichen Zauber verleiht.«
Tilman Spreckelsen, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22. Februar 2018
»Nicht die Schönheit der Natur. Es ist die Schönheit des Unscheinbaren, manchmal auch Hässlichen, dem Esther Kinsky ihre eigene Ästhetik entlockt. Ein Naturewriting der Heimatlosigkeit. Zu allem hält die Erzählerin Distanz und bezaubert zugleich in ihren Bildbeschreibungen den Leser.«
Terrance Albrecht, WDR, 17. Februar 2018
»Kinskys Sprache ist immer auch ein phonetisches Wunder. Kinsky reiht schnalzende Konsonanten und atmende Vokale aneinander, ihre Sätze haben einen Sound, man kann sich ihm ergeben. Kinsky ist im Grunde Musikerin, statt Noten benutzt sie Buchstaben.«
Philipp Holstein, Rheinische Post, 14. Februar 2018
»[Esther Kinsky] hat unendlich viele Wörter und Wendungen dafür, ein fast schon unheimlich ausdifferenziertes Vokabular für die Brache, das Marschland, den Hain, das Gehölz, für jenes botanisch-geologisches Dazwischen, das auch ein Dazwischen der Bedeutung ist … So viel Abwesenheit in der Anwesenheit der Wörter war selten, und es ist eine große Kunst.«
Hubert Winkels, Süddeutsche Zeitung, 12. Februar 2018
»Wie ein Landschaftsmaler, der Tag für Tag seine Staffelei im Freien aufstellt, schaut Esther Kinsky auf das ›Gelände‹, studiert es zu verschiedenen Tageszeiten und bei wechselndem Wetter, sucht seine Anatomie wie seinen Gebrauch durch den Menschen zu verstehen.«
Bettina Hartz, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 11. Februar 2018
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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