Die englische Stiefmutter
Die überraschende Wiedergegnung mit einer totgeglaubten Stiefmutter und ein Vater, der alles vergessen hat - David Wagner setzt seine große Erzählung der alten Bundesrepublik fort und knüpft mit diesem Roman einer Familie an seinen Bestseller Der vergessliche Riese an, 2019 ausgezeichnet mit dem Bayerischen Buchpreis.
Bei einem Literaturfestival in Lahore, Pakistan, glaubt ein Schriftsteller, seine tote Stiefmutter Claire wiederzusehen. Die Engländerin war einmal die Mutter seines besten Kindergartenfreundes, dann die Freundin seiner Mutter, schließlich die Geliebte seines Vaters und nach dem frühen Tod der Mutter dessen zweite Frau. Ist sie auferstanden, oder handelt es sich um eine Verwechslung? Will sie abrechnen, oder ihn um Verzeihung bitten? Und warum hat sie die altmodischen Plastiktüten dabei, mit denen der Vater seinen zwölfjährigen Sohn einst losschickte, um die Wintermäntel der toten Mutter in einem Bonner Second-Hand-Laden zu verkaufen?
Auf der Festivalbühne beginnt für den Schriftsteller ein großes Erinnerungstheater, das den vielen kleineren und größeren Grausamkeiten nachspürt, die Eltern und Kinder einander antun können – eine unfreiwillige Aufarbeitung, die bis in die 1980er Jahre der alten BRD zurückführt und an deren Ende der Erzähler begreift, dass seine Stiefmutter nicht das einzige Ungeheuer der Familie war.
«Der Autor kreiert in seiner Prosa einen ganz eigenen Ton, die mit zum Besten gehört, was es hierzulande derzeit zu lesen gibt.» Frankfurter Allgemeine Zeitung
«Aus David Wagners Autofiktion spricht große Zärtlichkeit, sensible Komik und tiefe Weisheit.» Die Jury des Bayerischen Buchpreises über Der vergessliche Riese















