Teil der Reihe: edition suhrkamp (Band 2781)

Tagebuch vom Ende der Welt

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Inhaltsangabe

Der Morgen des 24. Februar 2022 beginnt für Natascha wie jeder andere Tag. Und dann steht am Schultor die Deutschlehrerin ihrer Kinder und weint. Seit Beginn des Angriffskriegs auf die Ukraine führt Natascha ein Tagebuch und notiert, was sich in ihr und um sie herum abspielt. Wie sich in ihr lähmende Angst, Scham und Entsetzen breitmachen, während ringsum das Leben weitergeht, als sei nichts geschehen. Wie Einzelne sich trotz drohender drakonischer Strafen zum Protest auf die Straße wagen. Wie das Leiden der Ukraine wahrgenommen wird (oder auch nicht). Und wie die Sprache, das Gespräch unter Druck gerät – wie kann man noch reden und miteinander sprechen in einem Land, das den Gebrauch von immer mehr Wörtern verbietet?

Mit feinem Ohr kartographiert Kljutscharjowa die Sphäre des Inoffiziellen in Russland – das Tagebuch vom Ende der Welt ist ein mutiges Zeugnis, das uns Einblick in eine mittlerweile geschlossene Gesellschaft gewährt.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 22.08.2023
  • Autor/Autorin: Natalja Kljutscharjowa
  • Übersetzung: Ganna-Maria Braungardt (aus dem Russischen)
  • Reihe: edition suhrkamp, Teil 2781
  • Einband: Taschenbuch
  • Auflage: 1. Originalausgabe
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 176/108/9 mm
  • Seitenanzahl: 167
  • ISBN: 9783518127810
Darum lohnt sich dieses Buch

Einzigartige Einsichten in die russische Gesellschaft

Pressestimmen
»Beim Lesen von Natalja Kljutscharjowas erschütterndem Tagebuch setzt man sich dem Wechselbad ihrer Gefühle aus, stellt mit ihr Fragen, bangt um ihre Existenz.«
Ilma Rakusa, Neue Zürcher Zeitung, 11. Oktober 2023
»Das Tagebuch vom Ende der Welt lebt von der Intensität der Wachheit, zu der die Autorin sich selber drängt. So beklemmend es Tatsachen notiert, ist es auch, wie im Trostversuch, durchzogen von feinen literarischen Fäden.«
Caroline Fetscher, Der Tagesspiegel, 4. Oktober 2023
»Natalja Kljutscharjowa schreibt, wie eine Gesellschaft sich an den Ausnahmezustand gewöhnt, wie der Nebel der Berieselung durch die Staatsmedien sich auf sie legt. ... Dem Ringen der Autorin um Worte steht die Gleichgültigkeit ihrer Umgebung gegenüber. Dieses Buch ist ein wichtiges Dokument.«
Cornelia Geissler, Berliner Zeitung, 19. September 2023
»Ein wichtiges literarisches Zeugnis über das Leben 2023 in Russland.«
Lukas Meyer-Blankenburg, SWR2, 10. September 2023
»Die Perspektive der russischen Dissident*innen darzustellen, ist das eine Verdienst dieses Buches, es hat daneben aber auch einen großen Mehrwert, zu lesen, wie Kljutscharjowa mit sich selbst, mir ihrer Angst, mit den Worten ringt.«
Jens Uthoff, taz.de, 1. September 2023
»Die Autorin versteht ihre Rolle als die einer Beobachterin und einer Zeitzeugin.«
Helmut L. Müller, Salzburger Nachrichten, 26. August 2023
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Woher kommst du?

€18,00

Um der drohenden Verhaftung durch die Behörden zu entgehen, flieht Natalja mit ihren Kindern aus Russland. Im Asylbewerberheim in Bayern schlägt ihr Feindseligkeit entgegen. Und doch ist ihr neues Leben ein einziges Aufatmen. Das Gefühl, von Angst befreit zu sein, macht es leichter, mit den Härten klarzukommen: Die ältere Tochter braucht Hilfe, weil sie eine Depression entwickelt. Die jüngere bittet, sich in der Schule als Mädchen aus Kiew ausgeben zu dürfen, um nicht geschnitten zu werden.

Mit den ukrainischen Heimbewohnerinnen, später mit irakischen und syrischen Geflüchteten im Deutschkurs beginnt Natalja Interviews zu führen. Am Ende blitzt so etwas auf wie eine Utopie des Ankommens in einer Community der Entwurzelten – dank der gemeinsamen Sprache, in der die »Wunde« sich ans »Wunder« anlehnen darf.

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