Es sind die kleinen Leute – Prostituierte, Matrosen, Hafenarbeiter, illegale Einwanderer –, die sich in diesen sieben Geschichten mit den großen Fragen des Daseins konfrontiert sehen: »Die Angst. Das Leben selber.«
So einfach diese Fragen auch zu sein scheinen, so kompliziert sind die Antworten. In den Geschichten geht es um die Suche nach dem unfassbaren Glück und um die Hoffnung, in der Liebe zu sich selbst zu finden. Sie handeln von der Sehnsucht nach Geborgenheit und schließlich dem Tod, der alle Pläne durchkreuzt. Leben macht müde, denn »je weiter man zum Ende der Dinge kommt, umso mehr verschwimmt der Unterschied zwischen Glück und Unglück«.
Produktdetails
Erscheinungsdatum: 11.07.2007
Autor/Autorin: Jean-Claude Izzo
Übersetzung: Ronald Voullié (aus dem Französischen)
Reihe: Unionsverlag Taschenbücher
Einband: Taschenbuch
Auflage: 3
Verlag: Unionsverlag
Sprache: Deutsch
Seitenanzahl: 112
ISBN: 9783293203976
Pressestimmen
»Izzos Stadt ist Marseille; eine Stadt, die er liebt und an der er leidet. Hier spielen die existenzialistisch schroffen Storys, die diese auch ästhetisch sehr ansprechende Edition vereinigt. Izzo verbindet in seinen Geschichten formale Kühle mit existenzieller Tiefe.«
Schlendrian
»Man kann diesen schmalen Band auch als Prolog lesen, als kleinen Einblick in jene Welt, die Jean-Claude Izzo den Lesern in seinen Romanen ausführlich entdeckt. ›Leben macht müde‹ ist ein Köder, zumal man im letzten der sieben kurzen Texte auch Fabio Montale wieder begegnet – oder ihn kennen lernt.«
Stefan Fischer, Cult - Bayerische Theaterakademie
»Schauplatz ist Marseille. Auch wenn die Geschichten verlassener Frauen, Matrosen, Hafenarbeiter oder illegaler Einwanderer überall spielen könnten. Anfangs noch steht die Suche nach Geborgenheit, am Ende der Tod – und dazwischen die Angst vor dem Moment des Glücks, auf den das Unglück folgt.«
Rosali Kurtzbach, Neue Ruhr Zeitung
»Stories, die mächtig in Bann ziehen, wie die zugehörigen, scharfkantigen Holzschnitte. Wer die erste Geschichte übersteht, der wird das Buch erst nach dem letzten Satz wieder aus der Hand legen. Denn ist auch, was eine der Figuren sucht: ›... ein Rendezvous mit dem flüchtigen Glück der Exilierten.‹«
Gerhard Linsenmann, Neue Rottweiler Zeitung
»Die Geschichten reißen das Wesentliche der Schicksale nur an. Sie sind schonungslos realistisch und berühren den Leser dadurch unmittelbar.«
Nicole Scheibel, ekz Informationsdienst
»Ein packendes Buch mit Miniaturen, die Izzo all jenen, ›die ich liebe und die wissen, wie müde einen das Leben machen kann‹, gewidmet hat.«
Schaffhauser Nachrichten
»Izzo lässt die vom Leben Gebeutelten nicht sang- und klanglos untergehen. Ihre Geschichten klingen traurig-leise nach wie ein Lied von Edith Piaf.«
Facts
»Sieben glasklare, unverschnörkelt schöne (und ebenso schön schwarzweiß illustrierte) Geschichten über das Unglücklichsein.«
Kölnische Rundschau
»Mit ›Leben macht müde‹ festigt sich das Bild von Jean Claude Izzo als Stimme der Schwachen, Gestrandeten und Exilanten – die an literarischer Kraft und Empathie seines gleichen sucht. Seine persönliche und emotionale Gesellschaftskritik wird bleiben.«
Markus Klip, Freies Radio Paderborn
»Izzo erzählt wehmütig und traurig von Menschen, die am Leben scheitern, die müde geworden sind und sich einfach fallen lassen.«
Ostthüringer Zeitung
Herstellerinformationen
Verlag C.H.Beck oHG Wilhelmstraße 9 80801 München DE
Die geheime Heldin aller Romane von Jean-Claude Izzo ist Marseille. Diese Texte erzählen von den Menschen, dem Licht und den Farben der Stadt. Izzo führt durch die Gassen und Kneipen, erzählt von Kräutern und Düften, von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einer ewigen Stadt.
Fabio Montale ist ein kleiner Polizist mit Hang zum guten Essen und einem großen Herz für all die verschiedenen Bewohner der Hafenstadt: für die Italiener, die Spanier, die Algerier und auch die Franzosen. Ob einer Polizist wird oder Gangster, das ist reiner biografischer Zufall. Freund bleibt Freund. Deswegen muss Fabio auch handeln, als zwei seiner Gangster-Freunde ermordet werden. Als die beiden gerächt sind, muss er feststellen, dass das Spiel nach Regeln gespielt wird, die mit Ehre nichts zu tun haben. Von Leuten, denen genauso egal ist, ob einer Polizist ist oder Verbrecher.
In Total Cheops kämpft Fabio Montale noch mit den Widersprüchen seiner Arbeit als Polizist, in Chourmo steigt er aus. In Solea, dem dritten Band der Marseille-Trilogie, kommt er wider Willen einer befreundeten Journalistin zu Hilfe, die monatelang über die südfranzösische Mafia recherchiert hat und jetzt von Killern verfolgt wird. In einem atemberaubenden Finale stößt er an seine Grenzen und geht den Weg, der ihm schon so lange vorgezeichnet ist.
Als man den Leichnam des Clochards Titi unter der Bank einer Pariser Metrostation findet, zieht dessen einziger Kumpel Rico Bilanz: Sein Leben ist verpfuscht, er ist geschieden, seinen Sohn darf er nicht mehr sehen, die Wohnung hat er verloren. Rico beschließt, aus dem eisigen Pariser Winter abzuhauen, in den Süden.
Die Menschen, denen er auf dieser Reise begegnet, sind vom Leben besiegt worden: Felix, der ständig einen Fußball mit sich herumschleppt und jeden Zeitbegriff verloren hat. Oder die junge Mirjana aus Bosnien, die völlig abgebrannt in einem alten Haus untergeschlüpft ist und ihren Körper verkauft.
In Marseille versucht Rico, Lea wiederzufinden, seine erste Liebe - und schöpft zum ersten Mal wieder Hoffnung.