Kafkas Sohn

Prosa
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Inhaltsangabe

Szilárd Borbély, dessen Romandebüt Die Mittellosen in Ungarn, Deutschland und vielen anderen Ländern ein literarisches Ereignis war, wollte seinen nächsten großen erzählerischen Text Franz Kafka widmen. Die Sammlung von Bruchstücken, aus dem Nachlass veröffentlicht, ursprünglich zur Publikation bestimmt, bezieht ihre Intensität aus der leidenschaftlichen Suche des Autors nach sich selbst und der eigenen Stimme.

Ein Essay über die Bedeutung Kafkas in der ungarischen Gegenwartsliteratur im Allgemeinen und im Werk Szilárd Borbélys im Besonderen ergänzt den Band.

Kafkas Sohn, das ist ein junger ungarischer Schriftsteller, der lernt, im Schreiben seine Heimat zu finden. Die Sprache nennt er einen Friedhof, der sich die Toten einverleibt; er will Geschichten schreiben, die »meine eigenen Spuren, die ich zwischen den Wörtern zurücklassen könnte, auslöschen«. Kafka als Bruder, als Projektionsfigur, als Lehrer, als Erzähler, als Mensch der Verzweiflung, der Krankheit, der unglücklichen Liebe. Borbély nimmt Kafkas »Brief an den Vater« als Folie, sich mit der eigenen Vaterbeziehung auseinanderzusetzen. Die Prosastücke, formal hier und da an jüdische Geschichten und Legenden angelehnt, passagenweise an Kertész’ Galeerentagebuch erinnernd, sind Selbstbekenntnis und Vermächtnis in einem.
Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 28.03.2017
  • Autor/Autorin: Szilárd Borbély
  • Übersetzung: Heike Flemming, Lacy Kornitzer (aus dem Ungarischen)
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 1
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 204/128/25 mm
  • Seitenanzahl: 200
  • ISBN: 9783518425909
Darum lohnt sich dieses Buch
  • Die literarische Sensation in Ungarn
  • Für Leser von Agota Kristof, Herta Müller und Imre Kertész
Pressestimmen
»Unter Borbélys Feder und der umsichtigen Übersetzung von Heike Flemming und Lacy Kornitzer wurde die lose Szenenfolge zu großer Literatur, die nicht nur einen Einblick in Borbélys Welt erlaubt, sondern auch in jene Kafkas.«
Gudrun Brzoska, Unsere Post – Die Heimatzeitung der Deutschen aus Ungarn, 1. März 2018
»Borbélys lädierte Prosa, die den Leser an der Seite des Alter Egos Kafka ins Zentrum seiner Depressionen führt, ist Verbeugung, Epitaph und Abschied in einem.«
Oliver Jungen, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. Oktober 2017
»Auch Kafkas Sohn zeigt [Szilárd Borbély] als einen Meister sprachlicher Verdichtung und feinster Wahrnehmung, der im Schreiben einen Ausweg aus der Verlorenheit suchte.«
Ilma Rakusa, Neue Zürcher Zeitung, 17. Juli 2017
»Mystische Einsprengsel verzaubern beim Lesen ... Dank der sensiblen Übersetzung gewinnt das Fragment noch an Leben.«
Gerhard Strejcek, Wiener Zeitung, 1. Juli 2017
»Meisterlich montiert [Borbély] Episoden aus Kafkas Leben zusammen mit eigenen Erfahrungen der Kindheit ... Borbély imitiert nicht Kafkas Ton, sondern verwandelt ihn sich an. Und er wechselt immer die Perspektive.«
Ulrich Rüdenauer, Der Tagesspiegel, 18. Juni 2017
»Das Buch hat seinen großen Wert durch die Qualität der einzelnen Texte.«
Cornelius Hell, ORF, 7. Mai 2017
»Ausgehend vom berühmten Brief an den Vater, ... eröffnet Borbély ein komplexes erzählerisches Panorama ...«
Mario Osterland, Fixpoetry, 22. April 2017
»Neben ausgefeilter Prosa bietet Kafkas Sohn Blicke in die Werkstatt eines Dichters. Scharfe Hell-Dunkel-Kontraste herrschen dort, Verzweiflung und Glück, lebensrettender Schwung ...«
Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau, 21. April 2017
»Ein hochinteressantes Romanexperiment.«
Katharina Döbler, Deutschlandfunk, 27. März 2017
»Borbély hat eine kunstvoll kalte, in ihrer Strenge hochpoetische Sprache gefunden, um gegen das Verstummen anzuschreiben.«
Nicole Henneberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Die Mittellosen

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Ein ungarisches Dorf, Ende der sechziger Jahre: Alle diejenigen sind noch da, die »damals« mitgemacht haben, aber auch der jüdische Ladenbesitzer Mózsi, der von der Zwangsarbeit ins Dorf und in seine ausgeplünderte Wohnung zurückgekehrt ist. Über seine ermordeten Töchter wird geschwiegen.
An diesem grausamen und mitleidslosen Ort wächst der junge Erzähler des Romans auf. Der Elfjährige muss schwere körperliche Arbeit verrichten, er friert und hungert. Seine Familie und er sind Außenseiter im Dorf. Von der Vergangenheit darf man nicht sprechen. Sind sie Juden? Aus Rumänien vertriebene orthodoxe Christen? Warum werden sie ausgegrenzt?
Szilárd Borbély schildert Kindheitsszenen aus einer erbarmungslosen Welt. In der Selbstbeobachtung des Außenseiters wächst dem Jungen ein unerhörter Scharfblick zu. Gebannt und atemlos folgt man seiner Erzählung, der es gelingt, scheinbar Unsagbares in Worte zu fassen.

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