Ich komme nicht aus der Dunkelheit raus

Einer der eindringlichsten literarischen Texte über Alzheimer
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Inhaltsangabe

Die Mutter verliert das Gedächtnis – mehr und mehr scheinen ihr die Familie, die Welt, das Leben abhandenzukommen. Annie Ernaux hält die Gespräche mit ihr fest, schreibt sie auf, intuitiv, aus der existenziellen Angst vor dem Verlust, wie gejagt von der Gewalt des Verfalls und der Erinnerungswucht an diese Kranke, die noch immer ihre Mutter ist. Mehr als ein Jahrzehnt bleiben diese Aufzeichnungen in der Schublade.
Und doch entschließt sich Ernaux später, diese Seiten zu veröffentlichen, weil es nicht nur ein Bild ihrer Mutter geben soll: sondern die Vielheit der Wahrheiten. So wird die Chronik eines langsamen Abschieds und einer schrecklichen Zerstörung lesbar – aber auch die Pionierleistung Annie Ernaux‘, die schmerzhafte Suche nach der Sprache für eine Krankheit, die damals noch kaum beschrieben war.

Annie Ernaux erzählt von ihrer Mutter und dem aussichtslosen Kampf gegen die Alzheimer-Erkrankung, von einer großen Liebe und der Zerstörungskraft des Vergessens. Und sie verewigt so, im Moment ihres Verschwindens, den Menschen, der ihr das Leben geschenkt hat.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 23.06.2026
  • Autor/Autorin: Annie Ernaux
  • Übersetzung: Sonja Finck (aus dem Französischen)
  • Einband: Taschenbuch
  • Auflage: 1
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 188/118/9 mm
  • Seitenanzahl: 106
  • ISBN: 9783518475522
Pressestimmen
»Die französische Schriftstellerin ist – wie wir es aus vielen ihrer Texte kennen – unerschütterlich ehrlich mit sich selbst. ... Kein Wort ist zu viel ...«
Michael Fassel, literaturkritik.de, 14. August 2025
»Ernaux schreibt dicht an der Realität, lapidar, ohne Umschweife, eindringlich.«
Kirstin Breitenfellner, Falter, Wien, 16. Juli 2025
»Sich mit Leben und Werk des Anti-Gandhi Frantz Fanon auseinanderzusetzen ist auch heute noch eine lohnende Aufgabe ...«
Klaus Nüchtern, Falter, Wien, 16. Juli 2025
»... hautnah, spontan, ganz den Eindrücken ausgeliefert.«
Nürnberger Nachrichten, 3. Juli 2025
»... ein Buch, das einen umhaut.«
Stefan Hochgesand, Berliner Zeitung, 30. Juni 2025
»Ein Text, der ans Herz geht, schonungslos und einfühlsam und für viele sehr aktuell.«
Britta Behrendt, Frankreich Magazin, 30. Juni 2025
»Es ist ein zärtliches Buch, das doch mit einer Wucht wehtut ... Weil wir spüren und verstehen, wie der Tod sich hier schleichend Bahnbricht über gut zwei Jahre hinweg.«
Stefan Hochgesand, Berliner Zeitung, 29. Juni 2025
»Ohne Scham, schonungslos beschreibt [Ernaux] die Gier der Mutter beim Essen, die zunehmende Verwahrlosung, aber auch ihren unbändigen Lebenswillen.«
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 22. Juni 2025
»Es ist das eindrucksvolle Zeugnis einer nicht immer leichten Mutter-Tochter-Beziehung.«
Welf Grombacher, Nordkurier, 16. Juni 2025
»Nüchtern legt Ernaux die Anatomie einer Krankheit frei – und das Gerüst einer Beziehung, die bis zuletzt dauert ...«
Martina Läubli, NZZ am Sonntag, 25. Mai 2025
»In bewährter Ernaux-Manier bewahrt sie die ethnologische Distanz, die es Leserinnen und Lesern unmöglich macht, sich davonzustehlen.«
Susanne Rakowitz, Kleine Zeitung, 24. Mai 2025
»Wenn man nur ein Buch über Demenz lesen mag, könnte es dieses sein: ... Annie Ernaux erzählt in ihrem unvergleichlich knappen Ton vom Sterben ihrer Mutter.«
Reinhard J. Brembeck, Süddeutsche Zeitung, 20. Mai 2025
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

Weitere Bücher von Annie Ernaux

Auf den Bildern

€25,00

Annie Ernaux und Marc Marie begeben sich mit Bildern und Texten auf die Suche nach dem – tröstlich wandelbaren – Wesen ihrer Intimität

Sie sind entfernte Bekannte, und eines Abends gehen sie aus, er frisch getrennt, ihr steht eine Brustkrebs-OP bevor. Sie verbringen die Nacht miteinander, beginnen eine Affäre. Die Erkrankung verändert sie spürbar, aber das Begehren setzt sich mit einer Hartnäckigkeit durch, die sie beide überrascht. Morgens ist sie regelmäßig fasziniert vom Anblick der herumliegenden Kleidung, die sie sich am Vorabend vom Körper gerissen haben. Sie fängt an, diese Szenen zu fotografieren, wie Tatorte: seine Schnürstiefel, ihre Pumps, schwarze Unterwäsche – Stillleben nach dem Sex, Kompositionen aus Zufall und Leidenschaft.

Auf den Bildern enthält 14 dieser Fotografien, und Annie Ernaux und Marc Marie schreiben im Wechsel über ihre so dokumentierten Begegnungen, über Erinnerung und Wahrnehmung, über weibliche und männliche Körper, über Zeit und den Schmerz der Vergänglichkeit.

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