Ich, Kaiserin von China.

13 fiktionale Selbstporträts
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Taschenbuch
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Inhaltsangabe
In den 1960er-Jahren behauptete ein kettenrauchender französischer Intellektueller: „Der Autor ist tot“. Die Bedeutung eines Werks sei im Text selbst zu suchen — nicht in der Biografie der Schreibenden. Heute schlägt das Pendel ins andere Extrem aus. Gelesen und geschätzt werden vor allem verbürgte Geschichten aus dem „echten“ Leben. Die Anthologie „Ich, Kaiserin von China“ haucht der Fiktion neues Leben ein. Wir haben 13 Autor*innen eingeladen, aus ihrem eigenen Leben auszusteigen und eine andere Identität anzunehmen. Entstanden sind kurze fiktionale Autobiografien, die spielerisch, selbstreflexiv und hintergründig über Wirklichkeit(en) erzählen.
Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 05.04.2027
  • Autor/Autorin: Marcel Beyer,Tomer Dotan-Dreyfus,Roman Ehrlich,Kirsten Fuchs,Dinçer Güçyeter,Marlen Hobrack,Luca Mael Milsch,Andreas Maier,Christoph Peters,Andrea Petković,Antje Rávik Strubel,Jörg Sundermeier,Iris Wolff
  • Einband: Taschenbuch
  • Auflage: 1
  • Verlag: Verlag Voland & Quist
  • Sprache: Deutsch
  • Seitenanzahl: 150
  • ISBN: 9783863914691
Herstellerinformationen
Verlag Voland & Quist GmbH
Gleditschstr. 66
10781 Berlin
DE

Email: info@voland-quist.de

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Dämonenräumdienst

€23,00

Auf der Saftbühne wird etwas aufgeführt. Hildegard Knef steigt ins Auto. Rudolph Moshammer trägt seinen Yorkshire Terrier durch München. S. T. Coleridge macht einen Witz über Köln. Kunstwerke verschwinden. Etwas rüttelt am Fenster. Morgens, mittags, nachts. Der Amselpapst. Die Leute fangen an, Sachen zu reden. Am Wertstoffhof läuft Musik. Elvis fegt noch einmal die Einfahrt. Ich lese nur noch Pferdekrimis und suche die Sprache im grauen Bereich. Das Schlaflabor am Potsdamer Platz. Weißdorn, Majoran, Ginster...
Unerhörtes trägt sich zu in den lange erwarteten neuen Gedichten von Marcel Beyer. In jedem einzelnen der exakt vierzig Verszeilen langen Poeme nimmt sich eine andere Figur jede Freiheit, die die strenge Begrenzung ihr lässt, erzählt Geschichten, paraphrasiert Übersetzungen, stellt Reihungen an - kurz: Sie treiben es bunt, manchmal auch wild, so dass am Ende gesagt werden muss: Es wird ernst! Es wird Zeit, den Dämonenräumdienst zu rufen.

Laß deine mürben Knochen. Verharre. Der
Sohn ist der Vater, der Vater
ein Geist. Koste nicht von der Esche,
der Eiche, der Eibe, aber sag mir,

was Buchstaben sind. Löse dich von
deinen Vorlagen. Sprich schneller.
Niemand hier muß verstehen,
was du sagst. Wer würde dir denn eine

Knarre besorgen. Frag nicht, ob du
willkommen bist. Was in dir
singt, geht keinen Menschen etwas an.
Die Buchstaben glotzen. Bleibe.

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