Augenlicht

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Inhaltsangabe
Wie Bilder in uns arbeiten Was heißt es, ein Foto vom Krieg zu sehen? Und was bedeutet es, wenn ein Foto etwas verbirgt? Es ist die schwarze Augenklappe, mit der Olaf Scholz 2023 vor die Öffentlichkeit trat, die Marcel Beyer zum Betrachter und Erzähler gleichermaßen macht: das Mädchen Yana, das in der U-Bahn von Charkiw wohnt, nimmt er in den Blick, die Porträts ukrainischer Veteranen, die in der Rehabilitation das Leben ohne Augenlicht erlernen, Bilder und Videos von Geflohenen, Verwundeten und Überlebenden. Und wie nebenbei tauchen eigene Kindheitserinnerungen auf an das Aufwachsen in deutscher Nachkriegszeit. Augenlicht erzählt vom Ausstellen und vom Verbergen, von tatsächlicher und metaphorischer Blindheit. Marcel Beyers passionierte Bildbetrachtungen sind eine Schule des Sehens in einer Zeit, in der die Möglichkeiten der Fotografie die Frage nach ihrer Verantwortung umso dringlicher stellen.
Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 24.02.2027
  • Autor/Autorin: Marcel Beyer
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 1
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Seitenanzahl: 180
  • ISBN: 9783518433546
Darum lohnt sich dieses Buch
  • Was leistet fotografische Zeugenschaft und wo stößt sie an ihre ethischen Grenzen?
  • Wann schützt das Verbergen, wann macht es blind?
  • Literarische Reportage und poetologische Reflexion: Marcel Beyer verbindet konkrete Bildbeschreibungen mit persönlicher Erinnerung und präziser Medienkritik.
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Dämonenräumdienst

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Auf der Saftbühne wird etwas aufgeführt. Hildegard Knef steigt ins Auto. Rudolph Moshammer trägt seinen Yorkshire Terrier durch München. S. T. Coleridge macht einen Witz über Köln. Kunstwerke verschwinden. Etwas rüttelt am Fenster. Morgens, mittags, nachts. Der Amselpapst. Die Leute fangen an, Sachen zu reden. Am Wertstoffhof läuft Musik. Elvis fegt noch einmal die Einfahrt. Ich lese nur noch Pferdekrimis und suche die Sprache im grauen Bereich. Das Schlaflabor am Potsdamer Platz. Weißdorn, Majoran, Ginster...
Unerhörtes trägt sich zu in den lange erwarteten neuen Gedichten von Marcel Beyer. In jedem einzelnen der exakt vierzig Verszeilen langen Poeme nimmt sich eine andere Figur jede Freiheit, die die strenge Begrenzung ihr lässt, erzählt Geschichten, paraphrasiert Übersetzungen, stellt Reihungen an - kurz: Sie treiben es bunt, manchmal auch wild, so dass am Ende gesagt werden muss: Es wird ernst! Es wird Zeit, den Dämonenräumdienst zu rufen.

Laß deine mürben Knochen. Verharre. Der
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ein Geist. Koste nicht von der Esche,
der Eiche, der Eibe, aber sag mir,

was Buchstaben sind. Löse dich von
deinen Vorlagen. Sprich schneller.
Niemand hier muß verstehen,
was du sagst. Wer würde dir denn eine

Knarre besorgen. Frag nicht, ob du
willkommen bist. Was in dir
singt, geht keinen Menschen etwas an.
Die Buchstaben glotzen. Bleibe.

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