Graphit

Gedichte
Angebot€21,95
Sofort lieferbar
Versandbereit. Lieferung: Di, 29.09. – Mi, 30.09.

Nur noch 3 Stück verfügbar!
Hardcover
✓Versandkostenfrei · 14 Tage Widerrufsrecht
✓Sicher bezahlen – auch auf Rechnung mit Klarna
PayPal Klarna Visa Mastercard Maestro Apple Pay Google Pay
Inhaltsangabe
Endlich: Marcel Beyer legt einen neuen Gedichtband vor. Mit dem Titel ist der Hinweis auf die motivische Klammer gegeben: Materialität. Dinge, ob Blume, ob Feder, ob Scheiße oder Abendland, die sich bei den Kollegen aus allen Zeiten finden und neu integrieren lassen; die Körnung der unterschiedlichsten alltäglichen wie politischen Stimmen. Solche Mehrstimmigkeit ist für Marcel Beyer das einzig wirksame Gegengift gegen den ganzen monolithischen, den fanatischen, den faschistischen und chauvinistischen Schwachsinn in der Poesie und das Reden darüber. Materialität als unterscheidendes Merkmal der anderen Künste, deren Echowirkung diese Gedichte einfangen: das von Photographien angeregte Schreiben, das Schreiben mit der Perspektive, dass ein entstehendes Gedicht von einer fremden Stimme vorgetragen werden wird, und dazu gesungen. Materialität als besondere Konstellation einer Kunstgattung: Die bis in das Jahr 2001 ausgreifenden Gedichte (»Tigerschminke«) haben etwas Szenisches: Eine Figur erhält Materialität durch ihre Verkörperung im Bühnenraum. Marcel Beyers Souveränität im Umgang mit seinem Material, mit den Kollegen, mit der Zeitgeschichte, dem Zeitgeist und den in ihm hampelnden Menschen ist unvorsehbar-überwältigend: Der Materialist unter den Lyrikern kombiniert das Gewesene und Anwesende zu Nie-Dagewesenem.
Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 08.10.2014
  • Autor/Autorin: Marcel Beyer
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 2
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 205/130/22 mm
  • Seitenanzahl: 207
  • ISBN: 9783518424407
Pressestimmen
»Nicht Gedanken oder Gefühle breitet Marcel Beyer in seinen Gedichten aus, sondern zuerst einmal die Dinge, an die sich dann eben Gedanken oder Gefühle knüpfen können. Wie schon im Trakl-EI-Kaida-Gedicht entsteht in dem disparaten aber auf einer geheimnisvollen Weise harmonischen Miteinander verschiedener Elemente ein spezieller Beyer-Sound.«
Tobias Lehmkuhl, Deutschlandfunk, 12. Februar 2015
»In verspielter Verdichtung produziert Beyer prägnante Denkbilder, die oft von einer Rasanz, Drastik und Plastizität sind, dass man sich als Leser im Stegreiftheater wähnen mag. Das tut gut, und das tut not in einer zeitgenössischen Lyrik, die sich politisch einmischen will, statt sich auf esoterische und eskapistische Positionen zurückzuziehen.«
Hendrik Werner, Weser-Kurier, 24. Januar 2015
»Ein großes Lesevergnügen«
Roman Bucheli, Neue Zürcher Zeitung, 6. Januar 2015
»Marcel Beyers sicherer Ton, seine Virtuosität und Gabe, die materielle Existenz geistig zu durchdringen und zu gestalten, zeugen von einer Erhabenheit und Größe, wie sie nur wahren Meistern zukommt.«
Björn Hayer, Landshuter Zeitung, 20. Dezember 2014
»Beyers Graphit ist das Buch eines Erwachsenen. Derat ungeschwätzige, in ihrem Ernst nicht nachlassende, formsichere Gedichte hat man lange nicht gelesen.«
Dirk Hohnsträter, WDR, 21. November 2014
»In diesen Gedichten ist vieles enthalten, doch Marcel Beyer führt seinen Stift mit leichter Hand.«
Helmut Böttiger, Süddeutsche Zeitung, 30. Oktober 2014
»Der Dichter Marcel Beyer ist ein gewiefter Medientechniker. Seine Gedichte sind Lichtspiel, Kamerafahrt, O-Ton-Protokoll und Wörter-Konstellation zugleich.«
Michael Braun, Der Tagesspiegel, 19. Oktober 2014
»Es ist die Kraft einer Sprache, die mit leisem Witz und zarter Ironie auf ihre Stärke vertraut und dazu ganz und gar kein Pathos benötigt. Beyer nimmt die Dinge, wie sie sind. Er greift sie nicht mit Händen, sondern mit Worten. Und so entfalten sie sich.«
Jörg Magenau, Deutschlandfunk Kultur, 7. Oktober 2014
»Lassen sich diese Verse vielleicht dahingehend interpretieren, dass das poetische Sehen zugleich außen und innen stattfindet? Dass ein inwenidger Gesichtssinn das Sehen als ein Geschehen hervorbringt? Dass jeder Geistesblitz ein nicht abzusehendes Gefahrenpotential birgt?«
Theresia Prammer, ZfG
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

Weitere Bücher von Marcel Beyer

Dämonenräumdienst

€23,00

Auf der Saftbühne wird etwas aufgeführt. Hildegard Knef steigt ins Auto. Rudolph Moshammer trägt seinen Yorkshire Terrier durch München. S. T. Coleridge macht einen Witz über Köln. Kunstwerke verschwinden. Etwas rüttelt am Fenster. Morgens, mittags, nachts. Der Amselpapst. Die Leute fangen an, Sachen zu reden. Am Wertstoffhof läuft Musik. Elvis fegt noch einmal die Einfahrt. Ich lese nur noch Pferdekrimis und suche die Sprache im grauen Bereich. Das Schlaflabor am Potsdamer Platz. Weißdorn, Majoran, Ginster...
Unerhörtes trägt sich zu in den lange erwarteten neuen Gedichten von Marcel Beyer. In jedem einzelnen der exakt vierzig Verszeilen langen Poeme nimmt sich eine andere Figur jede Freiheit, die die strenge Begrenzung ihr lässt, erzählt Geschichten, paraphrasiert Übersetzungen, stellt Reihungen an - kurz: Sie treiben es bunt, manchmal auch wild, so dass am Ende gesagt werden muss: Es wird ernst! Es wird Zeit, den Dämonenräumdienst zu rufen.

Laß deine mürben Knochen. Verharre. Der
Sohn ist der Vater, der Vater
ein Geist. Koste nicht von der Esche,
der Eiche, der Eibe, aber sag mir,

was Buchstaben sind. Löse dich von
deinen Vorlagen. Sprich schneller.
Niemand hier muß verstehen,
was du sagst. Wer würde dir denn eine

Knarre besorgen. Frag nicht, ob du
willkommen bist. Was in dir
singt, geht keinen Menschen etwas an.
Die Buchstaben glotzen. Bleibe.

Zum Buch
1 / 6