»Man kann es als geistesgeschichtliches Unglück bezeichnen, daß Shaws Interpretation der Nibelungen-Tetralogie bisher weder von Wagnerianern noch von Wagner-Gegnern zur Kenntnis genommen wurde. Vermutlich wäre die mehr verdunkelnde als erhellende Wagner-Diskussion vermeidbar gewesen, wenn diese Analysen Shaws das deutsche Bewußtsein rechtzeitig erreicht hätten.« Joachim Kaiser
Produktdetails
Erscheinungsdatum: 14.11.1973
Autor/Autorin: George Bernard Shaw
Übersetzung: Bruno Vondenhoff (aus dem Englischen)
Mehr als drei Jahrzehnte nach G. B. Shaws Tod entdeckte sein Biograph Michael Holroyd die verschollen geglaubte Urfassung dieses frühen Stückes zur Frauenemanzipation. Sie wird jetzt erstmals in deutscher Sprache im insel taschenbuch veröffentlicht. Der Titelheld dieser modernen Beziehungskomödie steht zwischen zwei Frauen und erlebt, daß er, trotz aller kumpelhaften Umgangsformen im Zuge der Gleichberechtigung, zum Objekt weiblicher Zuneigung, Besitzergreifung, ja passionierter Leidenschaft wird.
Diese Ausgabe der »Suhrkamp BasisBibliothek – Arbeitstexte für Schule und Studium« bietet nicht nur Bernard Shaws welt>bekannte »Romanze« über den Aufstieg des Blumenmädchens Eliza Doolittle zur Dame der angesehenen Gesellschaft, sondern neben dem Nachwort des Autors auch einen Kommentar, der alle für das Verständnis des Stücks erforderlichen Informationen enthält: die Entstehungsgeschichte, die Wirkungsgeschichte, einen Überblick über die verschiedenen Deutungsanspekte und die thematischen Schwerpunkte von Pygmalion, Literaturhinweise sowie ausführliche Wort- und Sacherläuterungen.
Wie der Phonetik-Professor Henry Higgins einer ehrgeizigen Wette wegen dem »Mädchen aus der Gosse« Schliff und Umgangsformen beibringt und ihr in einem wahren Dressurakt, der mitunter auch Züge der Folter trägt, eine zweite Identität aufzwingt, ohne der Verwandlung ein emotionales Gleichgewicht zur Seite zu stellen, das enthüllt dem lachenden Beobachter um so schärfer die schmerzliche Wirklichkeit, in der äußere Veränderungen zwar den notwendigen Anfang für ein humaneres Zusammenleben darstellen, keineswegs aber eine Garantie auf individuelles Glück.