Ein von Schatten begrenzter Raum

Roman | Georg-Büchner-Preis 2022
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Inhaltsangabe

Emine Sevgi Özdamars Bestseller ist die wortgewaltige Begehung eines Raums zwischen Bedrohung und Geborgenheit – ein vielstimmiges Loblied auf ein Nachkriegseuropa, in dem es für kurze Zeit möglich schien, mit den Mitteln der Poesie Grenzen einzureißen. Er ist der sehnsuchtsvolle Nachruf auf die Freunde, Künstler, Bekanntschaften, die sie auf ihrem Weg begleiteten.

Nach dem Militärputsch 1971 flieht die Erzählerin aus Istanbul übers Meer nach Europa. Wie auch andere Künstlerinnen und Künstler, Linke und Intellektuelle fürchtet sie um ihre Existenz. Im Gepäck: das unbedingte Verlangen, den so jäh gekappten kulturellen Reichtum ihres Landes andernorts bekannt zu machen und lebendig zu halten. Im geteilten Berlin, auf den Boulevards von Paris, im Zwiegespräch mit bewunderten Dichtern und Denkern, findet sie schließlich eine »Pause der Hölle«, in der Kunst, Politik und Leben uneingeschränkt vereinbar scheinen.
Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 18.01.2023
  • Autor/Autorin: Emine Sevgi Özdamar
  • Einband: Taschenbuch
  • Auflage: 2
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 192/120/37 mm
  • Seitenanzahl: 762
  • ISBN: 9783518472880
Darum lohnt sich dieses Buch
  • Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse
  • Bayerischer Buchpreis 2021
  • Platz 1 der SWR-Bestenliste
Pressestimmen
»Ein Epos der Weltversprengung.«
Susanne Mayer, DIE ZEIT, 5. Dezember 2022
»Das ›Hochpoetische‹ [in Ein von Schatten begrenzter Raum] ist gerade nicht nur ›Sound‹, sondern Elementarerfahrung dieser Autorin, die in der Welt eine Schönheit zu entdecken versteht ..., die nur in diesem individuellen Tonfall verständlich gemacht werden kann.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. August 2022
»Auf ein solches Buch haben wir lange gewartet.«
Alfons Huckebrink, neues deutschland, 4. August 2022
»Vom Osmanischen Reich über die deutsche und Pariser Theaterszene bis in die Gegenwart spannt Emine Sevgi Özdamar einen großen Bogen. [Ein von Schatten begrenzter Raum] verdichtet die Erfahrungen einer europäischen Grenzgängerin zu einem poetischen und formalästhetischen Gedächtnisraum.«
Jury des Preises der Leipziger Buchmesse 2022, 17. Februar 2022
»Man lernt vieles aus diesem Buch mit seiner verschwenderischen Fülle ... Vor allem aber ist dies ein Buch, das die urwüchsige Kraft des Erzählens feiert.«
Roman Bucheli, Neue Zürcher Zeitung, 11. Dezember 2021
»Ein von Schatten begrenzter Raum ist ein Buch voller Stimmen, Bilder und Szenen. Ein Theaterroman. Ein Künstlerinnenroman. Ein Salon, in dem die Toten herumspazieren und reden. Eine Geschichte von Freundschaften. Eine Gedichtsammlung. Eine Erkundung Europas. Ein Spiegel der Weltpolitik. Ein dauerndes Unterwegssein, zwischen Istanbul und Deutschland, Paris und Berlin, diesseits der Berliner Mauer. Ein Spiel mit Wörtern. Zaubern.«
Martina Läubli, NZZ am Sonntag, 28. November 2021
»Liest man nun die aktuelle Bilanz einer Frau, die Istanbul vor mehr als fünfundvierzig Jahren verlassen hat, kann man sich nur wundern, dass ihrer Kunst in den Neunzigern das Etikett der Migrantenliteratur angeheftet wurde. Denn dieser Begriff ist viel zu sozialpolitisch, um Özdamars poetische Verfahren zu beschreiben. Der Text ist Prosa und Gedicht, Dokument und Fantasie, Mythos und Logos in einem.«
Sebastian Fuchs, DIE WELT, 7. November 2021
»Atemlos und mit langem Atem schreibt Özdamar in diesem zärtlichen wie bedrückenden Roman über das Finden der eigenen literarischen Stimme und über den langen Weg zur Entstehung dieses Romans.«
Johanna Lenhart, Die Presse, 22. Oktober 2021
»Emine Sevgi Özdamar hat mit Ein von Schatten begrenzter Raum ihren Lebensroman geschrieben.«
Gerrit Bartels, Der Tagesspiegel, 20. Oktober 2021
»Eine Gefühlsunmittelbarkeit, wie man sie in ihren Büchern erlebt, hat es in der deutschen Literatur lange nicht gegeben.«
Marie Schmidt, Süddeutsche Zeitung, 19. Oktober 2021
»Ein von Schatten begrenzter Raum ist ein reicher, wirbelnder Roman voller brausender Erfahrungen.«
Dirk Knipphals, taz. die tageszeitung, 19. Oktober 2021
»Der Blick, den Özdamar freigibt auf Fremdsein und Fremd-gemacht-Werden, auf Sprachermächtigung, gehört zu den großen Geschenken des Buchs an seine Leser.«
Fridtjof Küchemann, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. Oktober 2021
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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»Wenn ich nur wüsste, wo ich meine Mutterzunge verloren habe«, fragt sich die Erzählerin in Emine Sevgi Özdamars Prosadebüt von 1990. Nach vielen Jahren in Berlin ist ihr das Türkisch, ihre erste Sprache, fremd geworden. Auf der Suche nach ihren Wurzeln verliebt sie sich in den Schriftgelehrten Ibni Abdullah, der sie in die »Großvaterzunge« Arabisch, die Sprache der »heiligen« Liebe und des Korans einführt. Und sie erzählt das Märchen vom armen türkischen Bauern, der ins ferne Deutschland gelangt und sich dort als Straßenkehrer wiederfindet – wie so viele seines Volkes, das sich in den sechziger und siebziger Jahren in die Dienstbotenkaste westdeutscher Großstädte verwandelt. Zuletzt sinkt in diesem klugen, souveränen und mit koboldhafter Ironie erzählten Buch sogar Ophelia von der Bühne ihres Heimatlandes zur Putzfrau eines deutschen Theaters hinab.

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