Teil der Reihe: edition suhrkamp

Digitaler Kapitalismus

Markt und Herrschaft in der Ökonomie der Unknappheit
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Inhaltsangabe

Beherrschten vor 20 Jahren noch Industriekonglomerate, Energiekonzerne und Banken die Rangliste der wertvollsten Unternehmen, wurden diese längst von Internetgiganten wie Google, Apple, Amazon und Tencent abgelöst. Digitale Technik ist allgegenwärtig: Wir tragen Hochleistungsrechner in unseren Taschen herum, Waschmaschinen können sich mit dem Internet verbinden. Doch erschöpft sich darin das Neue am digitalen Kapitalismus?

Philipp Staab beleuchtet den digitalen Kapitalismus aus unterschiedlichen Perspektiven, um ihn präziser auf den Begriff zu bringen. Er zeigt, wie digitale Überwachungs- und Bewertungspraktiken in immer mehr Bereiche der Wirtschaft vordringen und dabei die soziale Ungleichheit verschärfen. Das Spezifische am digitalen Kapitalismus, so Staab, ist die Herausbildung »proprietärer Märkte«: Kam es früher darauf an, Dinge herzustellen und mit Gewinn zu verkaufen, geht es im Zeitalter der Unknappheit um das Eigentum an den Märkten selbst.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 29.10.2019
  • Autor/Autorin: Philipp Staab
  • Reihe: edition suhrkamp
  • Einband: Paperback
  • Auflage: 3. Originalausgabe
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 207/128/25 mm
  • Seitenanzahl: 345
  • ISBN: 9783518075159
Pressestimmen
»... Philipp Staab [richtet] mit seinem Buch Digitaler Kapitalismus – Markt und Herrschaft in der Ökonomie der Unknappheit die Scheinwerfer auf den Schnürboden des digitalen Theaters. Staab geht systematisch der Frage nach, ob die Leitunternehmen des digitalen Kapitalismus lediglich Wiedergänger der bekannten klassischen kapitalistischen Monopolisten sind oder tatsächlich Teil einer grundlegend veränderten Wirtschaftsordnung.«
Daniél Kretschmar, taz. die tageszeitung, 10. Mai 2020
»Die kapitalismuskritische Linke ... glaubt, die Digitalisierung könnte so etwas werden wie ein Sprungbrett in eine nachkapitalistische Ära. Wirklich? ... Dem widerspricht der Berliner Wirtschaftssoziologe Philipp Staab in seinem lesenswerten Buch Digitaler Kapitalismus. Nach Ansicht Staabs bildet nicht die ›erwartete Dezentralisierung‹, sondern bilden ›Macht und Kontrolle‹ den Kern des kommerziellen Internets ...«
Florian Schmid, der Freitag, 30. Januar 2020
»Klug und erhellend: Philipp Staab zeigt auf, wie sich unsere Welt durch die Marktmacht von Google, Apple, Amazon, Facebook & Co verändert.«
Christoph Schreiner, Saarbrücker Zeitung, 20. Dezember 2019
»Das Buch bietet eine anspruchsvolle und gut geschriebene kapitalismustheoretische Analyse dessen, was hier ›digitaler Kapitalismus‹ heißt, mit hilfreichen Informationen zu vielen Einzelaspekten. Es handelt sich um eine empfehlenswerte Lektüre, besonders für Leser, die sich auf eine ökonomische Argumentation einlassen wollen.«
G. Günter Voß, Soziopolis, 18. Dezember 2019
»Staab liefert eine überzeugende Beschreibung des Geschäftsmodells und der Expansion der digitalen Leitunternehmen ab.«
Nico Beckert, Der Tagesspiegel, 2. November 2019
»... ein wichtiger Meilenstein in der Debatte um die Bestimmung der Wesenszüge eines digitalen Kapitalismus und setzt – gerade, weil es ergänzende Betrachtungen herausfordert - viele Anreize für seine weitere Erforschung.«
Alexander Ziegler, WSI Mitteilungen - Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut
»Philipp Staab ... hat ein Buch geschrieben, an dem niemand vorbeikommt, der sich mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf Gesellschaft, Wirtschaft, Konsum und Politik befasst.«
Herbert Klemisch, Contraste
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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In der Moderne dominierte der Glaube, die Welt ließe sich gestalten und der Fortschritt sorge quasi automatisch für ein besseres Morgen. Erderwärmung, Wachstumskrise und subjektive Überlastungen haben diesen Optimismus erschüttert. Heute geht es in erster Linie darum, die Katastrophe abzuschwächen. Und selbst wenn dies gelingen sollte, werden wir mit dem Wandel umgehen müssen. Fragen der Selbsterhaltung überlagern dann jene der individuellen und kollektiven Selbstentfaltung. Anpassung wird zum Leitmotiv der Gesellschaft.

Auch die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass wir im Angesicht der Interdependenz und der ökologischen Gefahren nicht länger der grenzenlosen Emanzipation huldigen können. Stattdessen, so Philipp Staab, wird die nächste Gesellschaft vor allem mit der Stabilisierung einer prekär werdenden Ordnung befasst sein. Daraus resultiert allerdings eine Krise des Selbst- und Zeitverhältnisses, auf die auch die Linke eine Antwort finden muss.

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