Die kalten Nächte der Kindheit

Roman | »Ein zutiefst bewegendes, lyrisches Buch, aufrichtig und herzergreifend.« Orhan Pamuk
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Inhaltsangabe

Eine große literarische Wiederentdeckung

Die kalten Nächte der Kindheit erzählt vom Heranwachsen einer Frau, von ihrem Begehren, ihren Träumen, ihrer Widerständigkeit. Und wirkt darin heute so aktuell wie damals.

»1949. In einer Provinzstadt in Anatolien mit 4000 Einwohnern lerne ich die Welt sehen. Bin 6 Jahre alt. … Ich empfinde die maßlose Größe der Welt und weiß, dass ich fort und weit weg gehen werde.« So schreibt Tezer Özlü 1981 an den Deutschen Akademischen Austauschdienst über das prägende Gefühl ihrer Kindheit.
Erwachsen geworden, wird sie nach Berlin, Paris und Zürich reisen, fort und weit weg von der Türkei und den »Menschen in Uniform«, dem lauernden Wahnsinn. Sie tauscht die heimischen Obstgärten und Klassenzimmer der Nonnenschule ein gegen die Straßen und Cafés europäischer Hauptstädte – und gegen das Schreiben. Um eine Welt zu erfinden, die ihr entspricht. Indes wird sie über Jahre in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen. Doch selbst das kann ihren Willen nicht brechen.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 28.10.2025
  • Autor/Autorin: Tezer Özlü
  • Übersetzung: Deniz Utlu (aus dem Türkischen)
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 1
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 208/130/13 mm
  • Seitenanzahl: 112
  • ISBN: 9783518432600
Darum lohnt sich dieses Buch
  • International als große literarische Wiederentdeckung gefeiert
  • Neu übersetzt und mit einem Nachwort von Deniz Utlu
  • Für Leser:innen von Sylvia Plath, Annie Ernaux und Tove Ditlevsen
Pressestimmen
»Auf kaum mehr als 300 erschütternden Buchseiten schuf [Tezer Özlü] Weltliteratur.«
Peter Henning, NZZ am Sonntag, 28. Juni 2026
»Ihr Werk ist ... europäische Literatur. Ihre Wiederentdeckung kommt auch deshalb zur rechten Zeit, weil ihrem Kosmopolitismus jede naive Euphorie und Zukunftsgewissheit fehlt.«
Lothar Müller, Süddeutsche Zeitung, 8. Januar 2026
»[Die kalten Nächte der Kindheit] ist ein ganz wichtiges zeithistorisches Dokument und nicht nur schöne literarische Prosa, sondern wirklich etwas, bei dem man viel erfährt über die damalige Zeit und das, was als Aufgabe für uns heute auch noch besteht.«
Jörg Magenau, rbb, 23. Dezember 2025
»Ein weiblicher Bildungsroman von unglaublicher sprachlicher Ausdruckskraft.«
Oliver Jungen, Deutschlandfunk Kultur, 23. Dezember 2025
»[Die] längst fällige Wiederentdeckung und Neuübersetzung [von Die kalten Nächte der Kindheit] ist eine kleine Sensation.«
Shirin Sojitrawalla, wochentaz, 20. Dezember 2025
»Sehr stille, sehr starke Literatur, die jetzt endlich allen zugänglich gemacht wird.«
Wolfgang M. Schmitt, SRF – Literaturclub, 19. Dezember 2025
»Wie wunderbar, dass jetzt die türkische Schriftstellerin Tezer Özlü wiederentdeckt wird. ... [I]hre Kunst, einer ganzen Generation ein Gesicht zu geben, [ist] großartig.«
Michael Krüger, DIE ZEIT, 11. Dezember 2025
»In [Özlüs] Roman herrscht eine klare, aber abgründige Sprache. Da ist eine Kühle der Darstellung, wie man sie bei Annie Ernaux bewundert. Unter dieser Schicht der präsentischen Nüchternheit aber spürt man [einen] Tumult, der ... nicht gebändigt werden kann.«
Ulrich Rüdenauer, SWR, 10. Dezember 2025
»In Özlüs Schreiben lösen sich Licht und Schatten ab, Momente der Zartheit mit Brutalität. Die Sprünge im Erzählen manifestieren umso mehr das Psychogramm eines weiblichen Lebens und erinnern in ihrer Intensität an Werke von Ingeborg Bachmann oder Sylvia Plath.«
Valerie Bäuerlein, Berliner Morgenpost, 8. Dezember 2025
»Der Schriftsteller Deniz Utlu hat Özlüs im besten Sinne einfache Sprache in ein klares, bildreiches, bei aller Rede vom ›Heiligen‹ nie pathoslastiges Deutsch verwandelt. ... Ihre Liebe zu den Menschen und zum ›Summen der Außenwelt‹ ist in diesem dunkel schimmernden Buch noch im kleinsten Satz spürbar.«
Nico Bleutge, Deutschlandfunk, 21. November 2025
»Tezer Özlüs Kunst war es, den flüchtigen Moment poetisch still zu stellen, den Augenblick zu heiligen und zu vervielfachen. In ihren beiden nun auf Deutsch verfügbaren Romanen kann man fast auf jeder Seite über diese große Kunst staunen.«
Jan Wilm, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. November 2025
»Eine zutiefst bewegende Erzählung von Verzweiflung, Rausch und Durchhaltevermögen.«
Kirkus Reviews, 22. Oktober 2025
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Suche nach den Spuren eines Selbstmordes

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Unerschrocken und mitreißend in seiner Freiheit, sprengt dieser Band alle Vorstellungen dessen, was eine Frau ihrer Zeit und Herkunft schreiben darf. Tezer Özlü stellt sich damit in eine Reihe mit Sylvia Plath und Anne Sexton. Sie erzählt zugleich autobiografisch und surreal, mit bekenntnishafter Offenheit und Gefühlsunmittelbarkeit – in einer bildstarken, betörenden und begeisternden Sprache.

»Wir haben Deine Bücher in Istanbul sehr geliebt«, schreibt Emine Sevgi Özdamar in ihrem Nachwort zu Tezer Özlüs Suche nach den Spuren eines Selbstmordes, das die türkische Autorin und Übersetzerin 1982 auf Deutsch geschrieben, aber nur auf Türkisch veröffentlicht hat. Darin nimmt uns Özlü mit auf zwei Reisen: eine von Westberlin nach Prag, Triest und Turin, an die Orte von ihr verehrter Schriftsteller. Eine zweite führt in ihr Inneres. Zu ihren Träumen, Empfindungen und Wünschen. Sie steigt in den Zug und streift alles ab: die »vernunftlosen Ketten der Gesellschaft«, die »kalten Nächte der Kindheit«, die »Schlafzimmer der Nervenkliniken«, die Verfolgung nach dem Militärputsch in der Türkei: »Hier in den Gärten von Valentino wird mir klar, dass mein einziges Glück darin besteht, allem zu entfliehen.«

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