Deutschland sieht sich gern als Hort der Stabilität in einem unsicheren Europa. Es ist stolz auf seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und darauf, dass es ziemlich ungeschoren durch die Krise gekommen ist. Doch das schöne Bild trügt. Deutschland hat seit dem Jahr 2000 deutlich weniger Wachstum zu verzeichnen als andere europäische Staaten. Zwei von drei Arbeitern sind heute schlechter gestellt als vor 15 Jahren. Die deutsche Wirtschaft und der Staat leben von ihrer Substanz. Marcel Fratzscher legt den Finger in die Wunde und benennt die Herausforderungen, denen sich Politik und Gesellschaft stellen müssen. Und er räumt auf mit dem Irrglauben, wir kämen ohne Europa besser zurecht.
"Das Buch regt zum Nachdenken an. Marcel Fratzscher macht klar, welche Probleme wir angehen müssen. Ich habe es mit großem Gewinn gelesen."
Sigmar Gabriel, Bundesminister für Wirtschaft und Energie
Produktdetails
Erscheinungsdatum: 29.09.2014
Autor/Autorin: Marcel Fratzscher
Einband: Hardcover
Auflage: 1
Verlag: Hanser, Carl
Sprache: Deutsch
Größe (L/B/H): 211/135/28 mm
Seitenanzahl: 278
ISBN: 9783446440340
Pressestimmen
»Es ist ein mutiges Buch. Schon allein deshalb, weil es einen klaren Gegenentwurf zum ökonomischen Konsens in Deutschland darstellt.«
Herstellerinformationen
Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG Vilshofener Straße 10 81679 München DE
»Wohlstand für alle« – das ist seit Ludwig Erhard das Credo der deutschen Politik. Doch Deutschland ist an seinem Ideal gescheitert: In kaum einem Industrieland herrscht eine so hohe Ungleichheit – in Bezug auf Einkommen, Vermögen und Chancen. Die Investitionen sinken, die Abhängigkeit vom Staat nimmt zu, die soziale Teilhabe nimmt ab. Der Verteilungskampf wird härter. Verantwortlich dafür ist primär die hohe Chancenungleichheit, die Menschen davon abhält, ihre Fähigkeiten zu entwickeln. Fratzscher zeigt, wie die Politik die Chance der Zuwanderungswelle nutzen kann und was sie tun muss, um die Spaltung der Gesellschaft abzuwenden.
Warum wir über Geld reden müssen Kaum ein Thema wird hierzulande so emotional diskutiert wie die Frage um Geld und Schulden. Die Deutschen sind Sparweltmeister, viele haben Angst vor Inflation und Verschuldung.
In einer fundierten Analyse deckt Marcel Fratzscher auf, warum wir uns oft täuschen, wenn es ums Geld geht. Er räumt auf mit lang tradierten Mythen, die unseren Umgang mit Geld, häufig unbewusst, prägen. Höchste Zeit, denn unser irrationales Verhältnis zum Geld spaltet die Gesellschaft – wirtschaftlich und sozial. Und es führt zu einer rasant wachsenden Ungleichheit.
Bessere Vorsorge
Der renommierte Ökonom zeigt anschaulich, was die Gesellschaft, was aber auch jeder und jede Einzelne tun kann, um gegenzusteuern und bessere Vorsorge für sich und andere zu treffen. Ein engagiertes Plädoyer wider blinden Sparzwang und für ein gerechteres, friedlicheres Leben aller.
Mehr finanzielle Bildung
»Wir brauchen dringend einen rationaleren Diskurs über Geld und dessen Bedeutung für jeden Einzelnen und für uns als Gesellschaft, und wir brauchen mehr finanzielle Bildung«, sagt Marcel Fratzscher. Unser verqueres Verhältnis zu Geld und Schulden verursacht einen immensen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Schaden, der sich in der Zukunft weiter potenzieren wird. Vermögen sind hierzulande so ungleich verteilt wie in kaum einer anderen westlichen Gesellschaft, viele Menschen können nicht vorsorgen. Gleichzeitig ist noch nie so viel gespart worden wie während der Pandemie – nur eben sehr ungleich.
Auswege aus der Chancenungerechtigkeit
Welche Wege aus diesem Ungleichgewicht führen, das über kurz oder lang politischen Sprengstoff entwickelt, zeigt der Wirtschaftsexperte in diesem erhellenden Buch.
Der Generationenvertrag unserer Gesellschaft ist gebrochen. Selten waren die Sorgen und Ängste junger Menschen so groß wie heute. 84 Prozent aller Bürgerinnen und Bürger hierzulande sind überzeugt, dass es künftigen Generationen schlechter gehen wird als ihren Eltern. Aber muss es wirklich so kommen?
Anleitung für einen neuen Generationenvertrag
Dieses Buch ist ein Plädoyer für einen neuen Generationenvertrag, der Sicherheit, gute Arbeitsbedingungen, gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie Absicherung gegen Krisen und existenzielle Bedrohung umfasst – mit konkreten Rechten und Pflichten.
Eine Politik auf Kosten der jungen und zukünftigen Generationen bedeutet ein grundlegendes Versagen der Demokratie. Die wesentlichen Anliegen der Jungen müssen als Grundrechte gestärkt werden. Marcel Fratzscher entwickelt eine zukunftsweisende Perspektive, wie dies gelingen kann.
Die inspirierende Analyse eines führenden Wirtschaftsexperten
Wir haben bereits das Wissen und die technologischen Voraussetzungen, um den Nachkommenden einen lebenswerten Planeten zu hinterlassen. Die allgemeine mentale Depression ist eines der größten Probleme heute, argumentiert der renommierte Wirtschaftsexperte. Er wirbt für einen neuen Generationenvertrag, der Zukunftsinvestitionen und damit auch ein gewisses Maß an Bescheidenheit und Verzicht verlangt.
Wirtschaft für alle Generationen
Marcel Fratzscher zeigt Wege auf, wie eine faire Verteilung auf gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Ebene gelingen kann. Es erfordert die Rückbesinnung auf gemeinsame Werte, eine Änderung liebgewonnener Gewohnheiten und die Solidarität mit künftigen Generationen – für ein selbstbestimmtes Leben in Frieden und mit mehr Freiheit, einem intakten Planeten und einer solidarischen Gemeinschaft.