Die Baugrube

Roman
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Inhaltsangabe
Am Rand einer großen Stadt heben Arbeiter eine riesige Grube aus, um ein »gemeinproletarisches Haus« zu errichten. Vom Kriegsinvaliden über den Handlanger bis zum Ingenieur bildet sich unter den freiwilligen Sklaven eine Hierarchie, die den sozialen Verhältnissen in Stalins Sowjetunion ähnelt. Mit Nastja, dem Waisenkind, das sich nach seiner bourgeoisen Mutter sehnt, ist der »neue Mensch« bereits unter ihnen. Doch am Ende wird es in der Baugrube beerdigt, dem kollektiven Grab, das sich die »Paradieserbauer« (Brodsky) geschaufelt haben. Andrej Platonows Helden setzen alle ihre Kräfte ein, die glückliche Zukunft der Menschheit durch ihrer Hände Arbeit herbeizuführen – und werden doch von der Wucht dieser Aufgabe erdrückt: Sie versinken in Schwermut, leiden an Erschöpfung und Grübelsucht oder gehen zugrunde, weil es in der neuen Ordnung der Dinge keinen Platz mehr für sie gibt. Die Sprache kann mit dem utopischen Denken nicht Schritt halten, der Boden entgleitet ihr unter den Füßen. Wie kein zweiter Autor lässt Platonow die Atmosphäre einer Epoche spüren, die voll war von Utopien und Prophezeiungen einer künftigen Welt. Die russische Revolution, die alle Bereiche des Lebens in diesem riesigen Land erfasste, der Kampf um einen »neuen Himmel und eine neue Erde«, findet in seinem Werk einen unerhörten Ausdruck. Auf der Grundlage der 2000 in Sankt Petersburg erschienenen, erstmals edierten gültigen Originalausgabe hat Gabriele Leupold, gerühmt für ihre Übersetzungen von Andrej Belyjs Petersburg und Warlam Schalamows Erzählungen aus Kolyma, eine neue deutsche Fassung des als unübersetzbar geltenden Buches erarbeitet.
Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 14.12.2016
  • Autor/Autorin: Andrej Platonow
  • Übersetzung: Gabriele Leupold (aus dem Russischen)
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 3. Neuübersetzung
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 214/132/24 mm
  • Seitenanzahl: 240
  • ISBN: 9783518425619
Darum lohnt sich dieses Buch
  • Neuübersetzung eines Hauptwerks der russischen Literatur
  • Prophetisches Schlüsselwerk über die frühe Stalinzeit
Pressestimmen
»Es gab nie einen günstigeren Zeitpunkt, Andrei Platonow neu zu entdecken, als heute.«
Ulrich M. Schmid, Neue Zürcher Zeitung, 12. August 2017
»... Andrej Platonow schreibt in einer unerhörten Sprache, voller Anspielungen, Neuschöpfungen, schwindelerregender Bilder.«
Sonja Zekri, Süddeutsche Zeitung, 15. Juli 2017
»Ein Meisterwerk.«
Tim Neshitov, Süddeutsche Zeitung, 1. März 2017
»Der Pessimismus eines Prediger Salomo prallt auf markige Zukunftsparolen. Aus dieser Kollision des Unvereinbaren springt der Funke Poesie, der Platonows Roman zum Meisterwerk macht.«
Bettina Kaibach, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 1. Februar 2017
»Eine neue, tiefschürfende und kongeniale Übertragung …«
Karlheinz Kasper, neues deutschland, 30. Januar 2017
»Es ist im 20. Jahrhundert kein schöneres, furchtbareres und klügeres Buch über Totalitarismus und Utopie geschrieben worden.«
Andrzej Stasiuk, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 29. Januar 2017
»Dank der ebenso klugen wie erfindungsreichen Übersetzung von Gabriele Leupold lässt sich endlich auch hierzulande der ästhetische Rang Andrej Platonows nachvollziehen, der den Schriftsteller zu einem Ausnahmekünstler macht.«
Christine Hamel, Bayerischer Rundfunk, 14. Januar 2017
»Eine phänomenale Neuübersetzung ... Gabriele Leupold hat das regelverletzende Russisch des Originals in ein ebenso Korrektheit vermeidendes Deutsch übertragen, dass es einem die Sprache verschlägt.«
Harald Loch, Nürnberger Nachrichten, 12. Januar 2017
»Sprachlich einzigartig!«
Ferdinand Quante, WDR, 12. Januar 2017
»Wer selbst noch eine unverheilte oder schlecht vernarbte sozialistische Wunde hat, wer sich verstärkt für die Kultur und Geschichte der Sowjetunion interessiert – dem kann man diesen grubendunklen Roman als paradigmatisches Werk empfehlen.«
Wolfgang Schneider, Deutschlandfunk Kultur, 17. Dezember 2016
»Die Baugrube ist ein Epochenbuch. Dass Platonow jetzt neu entdeckt werden kann, ist ein Glücksfall.«
Christian Eger, Naumburger Tageblatt, 16. Dezember 2016
»Ein Buch, dessen Lektüre verändert.«
Karla Hielscher, Deutschlandfunk, 14. Dezember 2016
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Besten Willens, beim Bau der Republik mitzuarbeiten, brechen Platonows Helden in die Weiten der neuen sowjetischen Erde auf, um nach dem Rechten zu sehen und die menschlichen Fundamente zu überprüfen. Die Fragen, die sie stellen, stoßen auf Unverständnis. Makar, ein kleiner Bauer, gerät darüber in Verzweiflung und landet am Ende im Irrenhaus, wo man den Kranken aus Lenins Schriften vorliest. Anders der für das Transportwesen zuständige Weretennikow. Er spricht den Staat mit »Sie« an und rät jedem, der leidet, er solle gefälligst warten und so lange leben, bis der Staat ihn bemerkt und sich um ihn kümmert.

Während sich in diesem »Staatsbewohner« der Prototyp des zynischen Untertanen und Mitläufers ausbildet, tritt in der meisterhaften Reisenovelle »Zu Gute« ein enthusiastisch Suchender auf, der die Mängel, die er entdeckt, nicht verschweigen kann. Die Veröffentlichung dieses Textes, der Stalins Zorn erregte, war der Anfang vom Ende der schriftstellerischen Karriere Platonows. Bis zu seinem Tod 1951 konnte er nichts mehr von vergleichbarem Rang veröffentlichen.

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