Teil der Reihe: Bibliothek Suhrkamp (Band 1535)

Das Foto schaute mich an

Kolumnen | Mit vielen Abbildungen
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Hardcover
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Inhaltsangabe

Ein Bild trifft den Blick der Betrachterin und lässt sie nicht los. Das Foto einer geisterhaften Pflanze in einem Tschernobyl-Buch. Das rauchvernebelte Gesicht eines Grubenarbeiters in einer Kiewer Ausstellung. Oder ein syrisches Flüchtlingspaar bei der Landung auf Lesbos, abgedruckt in der New York Times. Woraus besteht die Gegenwart? Aus dem, was in Ausstellungen hängt, an Plakatwänden verwittert oder über die Bildschirme läuft? Wie gelingt es, den intimen Moment der Bestürzung oder des Staunens in Sprache zu verwandeln?

Mit den Foto-Kolumnen, die sie 2015 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung zu schreiben begann, hat die Autorin ihr eigenes Genre geschaffen: kurze Prosa, Landschaft, Biografie, Zeitgeschichte und Form auf minimalem Raum verdichtend. Gerade weil Katja Petrowskaja alles persönlich nimmt, ob das Foto von einer alten Frau im Kaukasus, die der Sessellift in den Himmel trägt, oder den Anblick einer Brüsseler Hauswand nach den Terroranschlägen, gewinnen ihre Texte eine Kraft, die dem Augenblick seine Wahrheit abringt.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 18.05.2022
  • Autor/Autorin: Katja Petrowskaja
  • Reihe: Bibliothek Suhrkamp, Teil 1535
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 3
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 220/144/24 mm
  • Seitenanzahl: 256
  • ISBN: 9783518225356
Darum lohnt sich dieses Buch
  • Die schönsten Foto-Kolumnen aus der FAS
  • Für Leser und Leserinnen von Roland Barthes und Sophie Calle
  • Prosaminiaturen, die sich zu einer Tiefenchronik des historischen Augenblicks fügen
Pressestimmen
»Mit ihrem Buch schreibt [Petrowskaja] sich in den Horizont der großen Foto-Literatur, für die bisher Autoren wie Walter Benjamin, Roland Barthes, Susan Sontag oder W.G. Sebald standen. Künftig wird man die Autorin dieses Buches auch zu diesem Kreis zählen müssen.«
Anton Holzer, Neue Zürcher Zeitung, 26. Juli 2022
»Poetischer über Fotografie zu schreiben ist unmöglich!«
Anna Prizkau, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 12. Juli 2022
»Der aufmerksame Blick der Betrachterin, ihr Gedankenreichtum und ihre Sensibilität gegenüber Details, auch ihr Respekt vor dem, was sie sieht, das sie nicht kategorisiert, sondern in seiner Eigenheit bestehen lässt, ja, auf dieses Unverwechselbare geradezu den Blick des Lesers lenkt, macht ihr Buch zu einem sinnlichen Erlebnis. Es schärft die Sinne, gibt zu denken, überrascht.«
ORF, 12. Juni 2022
»[Petrowskaja] verschiebt Zeitebenen, Orte, Landschaften und gibt so neuen Perspektiven Raum.«
DER SPIEGEL, 11. Juni 2022
»Geschichte wiederholt sich nicht, aber Worte und Bilder haben die Kraft, die Zeiten zu durchwandern. Sie sind vieldeutig wie das Leben. Der Band zeigt dies mit großer Intensität. Man möchte ihn wieder und wieder lesen – und betrachten.«
Marie Luise Knott, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. Juni 2022
»[Petrowskaja] nimmt die Bilder zum Ausgangspunkt, um zu erzählen und erreicht dabei eine große Konzentration und Tiefe.«
Cornelia Geissler, Berliner Zeitung, 2. Juni 2022
»Bei Katja Petrowskaja spürt man bei fast jedem Betreten eines – neuen – Bildraums den Schmerz der Erkenntnis, dass in der Vergangenheit auch schon die Zukunft liegt.«
Rüdiger Schaper, Der Tagesspiegel, 1. Juni 2022
»Unerschöpflich ist das Arsenal der Bilder, das Katja Petrowskaja in ihren Foto-Kolumnen zum Sprechen bringt. ... Petrowskajas eindrucksvolle Kolumnen verstärken die Blicke, die aus der Geschichte heraus in die Gegenwart ragen.«
Jörg Magenau, Deutschlandfunk Büchermarkt, 30. Mai 2022
»[Das Foto schaute mich an öffnet] eine Tür zu vergangenen Zeiten und [erzählt] doch so viel über unsere Gegenwart.«
Kristine Harthauer, SWR2, 16. Mai 2022
»Kurze, packende Betrachtungen des Lebens, Zeitgeschichte und eine eigene Form des Erzählens, auf minimalem Raum verdichtet ... [Petrowskaja] zählt zu den bedeutendsten literarischen Stimmen dieser Zeit.«
DIE ZEIT, 5. Mai 2022
»Beim Lesen möchte ich innehalten, aus jedem Absatz zitieren und den Menschen, die ich liebe, eine Abschrift davon geben – ich möchte, dass es niemals aufhört.«
Masha Gessen, The New Yorker
»... ein schön gestaltetes Buch, in dem auch Bilder zu ihrem Recht kommen.«
Almut Tina Schmidt, Volltext
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Hieß sie wirklich Esther, die Großmutter des Vaters, die 1941 im besetzten Kiew allein in der Wohnung der geflohenen Familie zurückblieb? Die jiddischen Worte, die sie vertrauensvoll an die deutschen Soldaten auf der Straße richtete – wer hat sie gehört? Und als die Soldaten die Babuschka erschossen, »mit nachlässiger Routine« – wer hat am Fenster gestanden und zugeschaut? In Kiew und Mauthausen, Warschau und Wien legt Katja Petrowskaja Fragmente eines zerbrochenen Familienmosaiks frei – Stoff für einen Epochenroman, erzählt in lapidaren Geschichten. Die Autorin schreibt von ihren Reisen zu den Schauplätzen, reflektiert über ein zersplittertes, traumatisiertes Jahrhundert und rückt Figuren ins Bild, deren Gesichter nicht mehr erkennbar sind. Ungläubigkeit, Skrupel und ein Sinn für Komik wirken in jedem Satz dieses eindringlichen Buches.
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