Als wäre es vorbei

Texte aus dem Krieg | Mit vielen Abbildungen und Fotos aus der Ukraine
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Inhaltsangabe

Wie verändert der Krieg die Bilder? Wie verändert er das Sehen? Wie verändert er diejenigen, die ihm standhalten oder die ihm zuschauen?

Mit ihren Fotokolumnen, die zwischen Februar 2022 und Herbst 2024 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung erschienen sind, hat Katja Petrowskaja absichtslos eine Chronik des Ukraine-Krieges geschrieben. Sie beginnt am Vorabend, mit einer Landschaft in Georgien, entlang der Großen Heerstraße. Tiere. Kriegsgefahr liegt in der Luft. Auf der nächsten Seite der Schrei: Mein Kiew! Die unfassbare Realität des Krieges, das Einbrechen des Ungeheuerlichen ins eigene Leben.

Der Krieg verunsichert den Blick. Man sieht Bilder lächelnder Menschen und fragt sich unwillkürlich, ob sie noch leben. Ein Mann steht in einem Loch, mitten auf einer Straße, »als probiere er den möglichen Tod an, als wäre der Tod seine neue Kleidung«. Ein bleiches, lachendes Mädchen, an eine ältere Frau geschmiegt. Aus der Geschichte hinter diesem Bild springt einen hinterrücks die Erkenntnis an, dass selbst das Unwahrscheinliche doch möglich ist – in dieser Zeit auch der Wunder.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 25.02.2025
  • Autor/Autorin: Katja Petrowskaja
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 1
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 218/142/19 mm
  • Seitenanzahl: 217
  • ISBN: 9783518432341
Darum lohnt sich dieses Buch
  • Fortsetzung der gefeierten Fototexte der Bachmann-Preisträgerin
  • Autorin hat große internationale Resonanz
Pressestimmen
»Diese herzzerreißenden Kolumnen, sie sind vor allem eines: Exerzitien in Empathie, Momente des Innehaltens in einer irre gewordenen Zeit.«
Andreas Wirthensohn, Die Furche, 21. August 2025
»Katja Petrowskajas Texte zu Fotografien schaffen eine große Nähe – zum Kriegsgeschehen, [...] zu den Menschen, die täglich dem Krieg ausgesetzt sind, die sich wehren, müde sind, ausgelaugt. Es sind Texte, die gegen das Sich-Gewöhnen, das Vergessen anschreiben.«
Liliane Studer, Friedenszeitung, 20. Juni 2025
»Petrowskajas Fotokolumnen sind für Betrachter und Leser gleichermaßen eine Anregung zur Auseinandersetzung mit dem Krieg und seinen Folgen. ... Beeindruckend wie gefasst und nahezu ruhig die große Sprachstilistin Petrowskaja, trotz der eigenen Betroffenheit, das noch vor kurzem Unvorstellbare beschreibt.«
Terry Albrecht, WDR, 7. Mai 2025
»Einen Krieg beenden kann Literatur nicht. Aber sie kann, wie im Fall von Als wäre es vorbei, zum eindrucksvollen Dokument werden, das nebenher denen eine Stimme gibt, die es selbst nicht können. Der Effekt ist bedrückend: Die Lektüre schnürt einem oft genug die Kehle zu.«
Torben Rosenbohm, Nordwest-Zeitung, 28. April 2025
»Jedes einzelne Foto, ob nun unumwunden naturalistisch oder ästhetisierend stilisiert, ist ein Veto nicht zuletzt gegen die Deals dieser Tage zwischen dem Weißen Haus und dem Kreml. So oft diese Bilder über einen Abschied berichten, indem sie einen Augenblick fixieren, aus dem sie stammen: Es ist nicht vorbei. Bereits das wäre eine Lüge.«
Christian Thomas, Frankfurter Rundschau, 5. April 2025
»[Petrowskajas] Fotokolumnen ... sind große Literatur.«
Andreas Fan, taz. die tageszeitung, 27. März 2025
»Petrowskaja schlägt mit ihren Bildern und Texten Breschen in den Wahnsinn, den dieser Krieg in Europa noch immer jeden Tag über uns ausschüttet.«
Nicolas Freund, Süddeutsche Zeitung, 22. März 2025
»Mit ihrem neuen Buch weckt uns Katja Petrowskaja aus dem Schlaf der Verdrängung all des Leids in ihrer Heimat ...«
Björn Hayer, der Freitag, 20. März 2025
»[Petrowskaja] schreibt auch gegen ihre eigene Kriegsmüdigkeit an. Das tut sie in ihrer ganz eigenen poetischen Sprache.«
ttt – titel thesen temperamente, 12. März 2025
»[Petrowskaja] gelingt es, einen Eindruck von einem existenziell gefährdeten Weltverhältnis zu vermitteln – vergleichbar der Krise der Erfahrung, die etwa Georg Lukács oder Walter Benjamin als Folge des Ersten Weltkriegs diagnostiziert haben ...«
Almut Tina Schmidt, Volltext
»Ein aufrüttelnder Ton wird mit einem anklagenden vermischt, was nachhaltig berührt.«
Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Hieß sie wirklich Esther, die Großmutter des Vaters, die 1941 im besetzten Kiew allein in der Wohnung der geflohenen Familie zurückblieb? Die jiddischen Worte, die sie vertrauensvoll an die deutschen Soldaten auf der Straße richtete – wer hat sie gehört? Und als die Soldaten die Babuschka erschossen, »mit nachlässiger Routine« – wer hat am Fenster gestanden und zugeschaut? In Kiew und Mauthausen, Warschau und Wien legt Katja Petrowskaja Fragmente eines zerbrochenen Familienmosaiks frei – Stoff für einen Epochenroman, erzählt in lapidaren Geschichten. Die Autorin schreibt von ihren Reisen zu den Schauplätzen, reflektiert über ein zersplittertes, traumatisiertes Jahrhundert und rückt Figuren ins Bild, deren Gesichter nicht mehr erkennbar sind. Ungläubigkeit, Skrupel und ein Sinn für Komik wirken in jedem Satz dieses eindringlichen Buches.
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