Bot

Gespräch ohne Autor
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Inhaltsangabe

Stellen Sie sich vor, Sie sind ein bekannter Schriftsteller und werden um ein ausführliches Interview gebeten. Sie sollen Auskunft geben über Ihre Interessen und intellektuellen Vorlieben, über die Voraussetzungen und Hintergründe, über Motive und Themen Ihres umfangreichen Werks. Stellen Sie sich vor, Ihnen fällt nichts ein, gar nichts, so sehr Sie sich auch bemühen. Dann muss eben jemand anderer über Sie erzählen. Aber wer sollte das sein? Wer weiß gut genug über Sie und ihre Bücher Bescheid? Im Fall des Schriftstellers Clemens J. Setz fand sich eine Alternative. Aber keine natürliche Person steht hier Rede und Antwort, sondern eine Art künstliche Intelligenz, sein Millionen von Zeichen umfassendes elektronisches Tagebuch – die ausgelagerte Seele des Autors, kurz gesagt: ein Clemens-Setz-Bot. Und was der Befragte selbst im mündlichen Gespräch nicht zu verbalisieren mochte, gibt das Werk allein, völlig losgelöst von seinem Autor, in verblüffender Offenheit preis.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 14.02.2018
  • Autor/Autorin: Clemens J. Setz
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 2
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 215/135/18 mm
  • Seitenanzahl: 167
  • ISBN: 9783518427866
Darum lohnt sich dieses Buch

Sie sehen die Dinge farbig: C-Dur grasgrün, eine Pause als feines Silbergrau – und sonst?

Pressestimmen
»Was bei Interviews dadurch entsteht, dass sich zwei Menschen bestimmter Sozialisation in einem klaren Setting begegnen, fehlt dem Text; stattdessen fühlt es sich so an, als schaue man Setz tatsächlich beim Denken zu. Absolut lesenswert.«
Sophie Elmenthaler, der Freitag, 19. September 2019
»... der Autor [ist in Bot], was er stets auch in ›echten‹ Interviews ist, sofern sie gedruckt vorliegen: erstens ganz Text und zweitens ganz abwesend. Wobei die erfundenen Interviews die poetologisch interessanteren sind, weil sie ihr eigenes Genre im besten Sinne fragwürdig werden lassen.«
Thomas Wegmann, Der Tagesspiegel, 13. Juli 2018
»Ein ganz starker Autor ist hier am Werk, gerade weil Setz die üblichen Inszenierungsformen heutiger Autorenschaft meidet. Neues zieht am Horizont dieses Buches auf: Etwas ungeordnet und unsicher, aber als schwere Empfehlung für alle Abenteurer des Denkens.«
Klaus Kastberger, literaturhaus-graz.at, 3. Juli 2018
»In Bot hat Setz ein Modell von sich gebaut, das ihm womöglich gerade deshalb so nahe kommt, weil es so bruchstückhaft und unkonzentriert ist. Zu gerne wüsste man, welche Schätze sich noch im Datenschatz seines Journals verbergen ...«
Harald Staun, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 15. April 2018
»... Ähnlich beim Ideengewimmel von Setz, aus dessen Hirn es auf ähnliche Weise zu sprudeln scheint wie aus dem von Jean-Paul.«
Ekkehard Knörer, taz. die tageszeitung, 5. April 2018
»In ihrer Gesamtheit fügen sich die Fragmente tatsächlich zu einem Psychogramm. Und was sich dabei in zittrigen Konturen abzeichnet, das ist nicht allein das literarische Wunderkind Setz (das auch) oder der nahe am Wahnsinn gebaute Dionysiker (die Marke Setz), sondern ein tief romantischer Geist ...«
Oliver Jungen, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29. März 2018
»So sehr zutrifft, dass nicht immer Setz drin ist, wo Setz draufsteht, so sehr trifft umgekehrt zu, dass er umso entschiedener ›da‹ ist, je mehr er fehlt.«
Gerhard Melzer, Neue Zürcher Zeitung, 10. März 2018
»Was für ein phänomenal irres Buch.«
Wolfgang Schütz, Augsburger Allgemeine, 10. März 2018
»Wie so oft stellt Setz aber vor allem eine Bereicherung der deutschsprachigen Literaturlandschaft dar.«
Mario Osterland, Fixpoetry, 26. Februar 2018
»Jeder Nachlass zu Lebzeiten ist ein Selbstporträt des Autors. Dieses ist ein Doppelbildnis. Im Vordergrund steht der nervöse Nerd, der Computerspieler und Internetnomade. Hinter ihm zeichnet sich sein Zwilling ab, ein Autor, dessen Sprachgefühl, Fantasie und Sprachreichtum aus seiner innigen Verbindung mit dem Elementaren, der physischen Existenz, dem Kreatürlichen erwächst.«
Lothar Müller, Süddeutsche Zeitung, 17. Februar 2018
»Wann haben wir es mit Menschen, wann mit Maschinen zu tun? Das ist die große Frage unzähliger Science-Fiction-Fantasien. Sie ist expliziter Ausgangspunkt des neuen Buchs von Clemens J. Setz. … Es ist oft bizarr, … überraschend ist es immer, oft anrührend. … da können einem beim Lesen sogar die Tränen kommen.«
Hubert Winkels, DIE ZEIT, 15. Februar 2018
»Bot ist insbesondere ein Buch für literarische Flaneure, für das ziellose Herumschweifen und beiläufige Aufsammeln. Belohnt wird der Leser durch exquisite Fundstücke, verblüffende Ein- und Aussichten und hochpoetische Miniaturen.«
Karsten Herrmann, Neue Osnabrücker Zeitung, 11. Februar 2018
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Die Fortführung der Poesie mit anderen Mitteln

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Anfang des 20. Jahrhunderts will der »Pionier der Tierpsychologie«, Karl Krall, Pferde zu »sprechenden, denkenden Mitmenschen« erziehen, indem er ihnen Klopfzeichen beibringt. Knapp 50 Jahre später gründet ein Mann einen neuen Staat, der aus »dem gesamten Universum minus der Erde« besteht. Ein weiteres halbes Jahrhundert später versammeln TikToker Millionen von Follower, indem sie blutrünstige Videos nacherzählen, damit andere sie sich nicht ansehen müssen, während Virtual-Reality-Arenen in Japan echten Todesmut und ganz reale Schweißausbrüche fördern.
Allen in diesem Band versammelten Texten ist die so bezaubernde wie abgründige Poesie gemeinsam, die Clemens J. Setz in den Tiefen des Weltalls oder auch nur hinter der nächsten Straßenecke entdeckt. Mit unerschöpflicher Neugier und einzigartigem Sinn für vermeintlich Abseitiges und Abgelegenes konfrontiert er uns in seinen Essays mit einer Fülle an Nischenwissen – und verhilft uns so zu einem frischen und oft genug befreienden Blick auf die uns umgebende Welt.
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