Marion Poschmann wurde in Essen geboren und lebt heute in Berlin. Für ihre Lyrik und Prosa wurde sie mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bremer Literaturpreis 2021 für ihren Lyrikband Nimbus und im selben Jahr mit dem WORTMELDUNGEN-Literaturpreis. Zuletzt erhielt sie 2023 den Joseph-Breitbach-Preis für ihr Gesamtwerk.
Waldkritik, verstanden als poetologische Grundlagenforschung, stellt Literatur und Gesellschaft auf den Prüfstand. Sie ist gleichzeitig eine Feier der prachtvoll wuchernden Gegenwart, die uns in dieser Form nie wieder begegnet. An einzelnen Phänomenen wie rotem Herbstlaub, Quallen oder Plastikblumen zeigt Marion Poschmann, wie aus einem Detail ein ganzer Beobachtungskosmos erwächst und welche ästhetische Relevanz, welche politische Signalwirkung sich daraus ergibt. Verrät ein Affe im Kaufhaus mehr über Menschen, über Tiere oder über das Kapital? Wann gelangt ein zufälliger Stein zu erhabener Würde? Wie verhält sich eine künstliche Pflanze zum Naturschönen? In den Essays dieses Bandes unterwandert Marion Poschmann ebenso gelehrt wie lustvoll alle Grenzziehungen zwischen Wildnis und Zivilisation, Denken und Dichten, und hält ein Plädoyer für die welterhaltende Kraft der Poesie.