Teil der Reihe: Werke (Band 7)

Werke. Bd. 7: Aufsätze zur Politik und Zeitgeschichte

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Inhaltsangabe

Die von Améry zum Zeitgeschehen verfaßten Kommentare und Analysen sind wegen ihrer gedanklichen Schärfe und stilistischen Brillanz heute noch lesenswert – und die wichtigsten von ihnen hat Stephan Steiner für diesen Band neu gelesen und kommentiert. Sie greifen Fragen der deutschen und internationalen Nachkriegsgeschichte auf: die der Nachwirkungen der NS-Epoche, des Antisemitismus- Problems und der politischen Nachkriegsordnung. Améry hat über Gewalt, über die Anziehungskraft radikaler Bewegungen nachgedacht, über die heimatlose Linke, und früh schon taucht in seinen Analysen die Frage des politischen Terrorismus auf.
Die stupende thematische Vielfalt der Publizistik Amérys macht diesen Band zu einem Kompendium der deutschen Nachkriegsgeschichte – und sie zeigt einen etwas anderen Améry: »Hier erscheint er als aktivistisch, den Puls der Zeit fühlend, nicht selten hoffnungsgeladen. Zwischen dem aus Auschwitz Befreiten und dem Toten von Salzburg liegen immerhin 30 Jahre, in denen gelebt, debattiert und auch gekämpft wurde« (Steiner). Radikaler Humanismus ist der Maßstab dieser aufregend aktuellen Texte.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 05.10.2005
  • Autor/Autorin: Jean Améry
  • Reihe: Werke, Teil 7
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 1. Aufl. 2005
  • Verlag: Klett-Cotta
  • Sprache: Deutsch
  • Seitenanzahl: 679
  • ISBN: 9783608935677
Herstellerinformationen
J. G. Cotta'sche Buchhandlung Nachfolger GmbH
Rotebühlstraße 77
70178 Stuttgart
DE

Email: produktsicherheit@klett-cotta.de
Tel: +49 711 6672-0

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»Wer abspringt, ist nicht notwendigerweise dem Wahnsinn verfallen, ist nicht einmal unter allen Umständen ›gestört‹ oder ›verstört‹. Der Hang zum Freitod ist keine Krankheit, von der man geheilt werden muß wie von den Masern. ... Der Freitod ist ein Privileg des Humanen.«

Jean Améry

Jean Amérys Hand an sich legen ist ein schonungsloser, intellektuell scharfer Diskurs über den Freitod. Der Essayist nähert sich einem der größten Tabus mit philosophischer Strenge und persönlicher Eindringlichkeit, ohne sich in akademischer Distanz zu verlieren. Sein Ton bewegt sich zwischen moralischer Empörung und tiefem Mitgefühl. Améry verzichtet auf statistische Erklärungen und psychologische Diagnosen; er sieht den Freitod von innen, aus der Perspektive derer, die ihn in Erwägung ziehen. Dabei legt er die Widersprüche offen, die sich aus religiösen, gesellschaftlichen und ethischen Bewertungen ergeben, und plädiert für eine differenzierte, humane Betrachtung, die weder verharmlost noch verurteilt. Hand an sich legen ist eine philosophische und literarische Annäherung an die Bedingung des Suizidalen.Das Buch fordert gewohnten Urteile heraus und eröffnet Raum für ernsthafte, schmerzhafte Fragen nach Autonomie, Würde und Verantwortung. Wer sich auf eine anspruchsvolle, nachwirkende Lektüre einlassen will, findet in Amérys prägnanter Sprache eine kraftvolle Einladung zum Nachdenken.

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