Jenseits von Schuld und Sühne

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Inhaltsangabe

1966 machte das »Selbstgespräch« Améry schlagartig bekannt, nachdem sich der Autor bis dahin mit journalistischer Vielschreiberei für deutschsprachige Zeitungen in der Schweiz über Wasser gehalten hatte.

Es sind die Erlebnisse eines Überlebenden der Konzentrationslager Auschwitz, Buchenwald und Bergen-Belsen, die den Hintergrund für diese Texte bilden. Die Erfahrungen von Tortur, Folter, überhaupt die Bedingungen der Intellektuellen stellen beklemmend-bohrende Fragen nach der conditio humana, nach den Bedingungen des Lebens.
Die Grenzen des Körpers werden im KZ auch zu den Grenzen der Welt, und trotz all diesen Erfahrungen hing Améry kaum mehr begreiflich an deutscher Kunst und Österreich.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 11.04.2012
  • Autor/Autorin: Jean Améry
  • Einband: Paperback
  • Auflage: 14. Druckaufl., 2024
  • Verlag: Klett-Cotta
  • Sprache: Deutsch
  • Seitenanzahl: 176
  • ISBN: 9783608939484
Herstellerinformationen
J. G. Cotta'sche Buchhandlung Nachfolger GmbH
Rotebühlstraße 77
70178 Stuttgart
DE

Email: produktsicherheit@klett-cotta.de
Tel: +49 711 6672-0

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Hand an sich legen

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»Wer abspringt, ist nicht notwendigerweise dem Wahnsinn verfallen, ist nicht einmal unter allen Umständen ›gestört‹ oder ›verstört‹. Der Hang zum Freitod ist keine Krankheit, von der man geheilt werden muß wie von den Masern. ... Der Freitod ist ein Privileg des Humanen.«

Jean Améry

Jean Amérys Hand an sich legen ist ein schonungsloser, intellektuell scharfer Diskurs über den Freitod. Der Essayist nähert sich einem der größten Tabus mit philosophischer Strenge und persönlicher Eindringlichkeit, ohne sich in akademischer Distanz zu verlieren. Sein Ton bewegt sich zwischen moralischer Empörung und tiefem Mitgefühl. Améry verzichtet auf statistische Erklärungen und psychologische Diagnosen; er sieht den Freitod von innen, aus der Perspektive derer, die ihn in Erwägung ziehen. Dabei legt er die Widersprüche offen, die sich aus religiösen, gesellschaftlichen und ethischen Bewertungen ergeben, und plädiert für eine differenzierte, humane Betrachtung, die weder verharmlost noch verurteilt. Hand an sich legen ist eine philosophische und literarische Annäherung an die Bedingung des Suizidalen.Das Buch fordert gewohnten Urteile heraus und eröffnet Raum für ernsthafte, schmerzhafte Fragen nach Autonomie, Würde und Verantwortung. Wer sich auf eine anspruchsvolle, nachwirkende Lektüre einlassen will, findet in Amérys prägnanter Sprache eine kraftvolle Einladung zum Nachdenken.

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