Teil der Reihe: Unionsverlag Taschenbücher

Vor aller Augen

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Taschenbuch
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Inhaltsangabe

Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge, die Dame mit dem Hermelin, Frauen auf weltberühmten Gemälden von Leonardo da Vinci, Vermeer, Rembrandt, Courbet, Schiele, Munch. Wir sehen ihre Körper, ihre Blicke, ihre Kleidung, gebannt oder verbannt in einen ewigen Augenblick.

Doch wer waren sie außerhalb dieses Moments? Martina Clavadetscher ist den Hinweisen ihrer Leben nachgegangen, lässt die Frauen erzählen und gibt ihnen so eine Stimme zurück.

»Ohne diese Frauen, gäbe es kein Staunen, kein Schauen – mehr noch, ohne diese Frauen wäre die Kunstgeschichte, so wie wir sie heute kennen, undenkbar. Diese Frauen waren immer auch Mitarbeiterinnen, Künstlerinnen, Unterstützerinnen, Auslöser, ein Spiegel der Zeit, Ikonen, Inspiration, Partnerinnen, Retterinnen.« Martina Clavadetscher

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 12.02.2024
  • Autor/Autorin: Martina Clavadetscher
  • Reihe: Unionsverlag Taschenbücher
  • Einband: Taschenbuch
  • Auflage: 1
  • Verlag: Unionsverlag
  • Sprache: Deutsch
  • Seitenanzahl: 240
  • ISBN: 9783293210004
Pressestimmen
»Clavadetscher ist ein wunderbares Buch gelungen, das ihre Vielseitigkeit beweist, ein feministisches Anliegen virtuos umsetzt, ohne je ins Dogmatische abzugleiten, und die zur Rede stehenden Gemälde neu beleuchtet. Klug reichert sie die historisch überlieferten Fakten mit vor Erzähllust sprühenden Einfällen an, wählt ganz unterschiedliche literarische Formen und holt die Abgebildeten aus dem Orkus des Vergessens und Verdrängens.«
Rainer Moritz, Neue Zürcher Zeitung
»Clavadetscher ist eine durch und durch souveräne Erzählerin. Nach der Lektüre weitet sich der Blick auf die porträtierten Frauen radikal: von reinen Objekten zu eindringlichen und kritischen Stimmen ihrer jeweiligen Zeit.«
Karsten Redmann, Kulturtipp
»Die Grundidee von Vor aller Augen ist derart schlagend, dass man sich fragt, wieso es genau das in der Gegenwartsliteratur nicht schon längst gibt. Clavadetschers feministisches Projekt gerät auch deswegen so überzeugend, weil sie für die vielfältigen und häufig verschränkten Formen von Diskriminierung und Machtstrukturen ein Sensorium hat. Weil sie den Figuren und ihrer Geschichte mit großem Respekt begegnet.«
Daniel Graf, Republik
»Sie reden mal eloquent, mal ruppig, aber immer unverblümt: Wie Martina Clavadetscher ihre Frauen bezaubernd, charmant und schambefreit sprechen lässt, ist nicht nur sprachlich ein großes Vergnügen. Dabei serviert sie viele herrliche kunstgeschichtliche Episoden.«
Hansruedi Kugler, Luzerner Zeitung
»Vor aller Augen haben sie jahrhundertelang geschwiegen: Frauen auf den Gemälden großer Meister. Clavadetscher lässt sie in 19 Monolog-Miniaturen – zuweilen auch lyrisch – zu Wort kommen. Sie offenbaren Geheimnisse, Verhältnisse, denken nach über Leben, Körper, Tod und Kunst und behalten dabei ihr Gegenüber, den Maler, Geliebten, Ehemann fest im liebenden oder verzweifelten Blick.«
Kirsten Claudia Voigt, SWR
»Ein wundersames Buch, eine originelle Idee der Aufarbeitung von Kunst. Ein Herangehen an das Schaffen von Literatur, wie man es bisher kaum kennt, es hat das Zeug, ein eigenes Genre zu schaffen: Schreiben zu und über Kunst, und zwar durch biografische Annäherung.«
Kunstportal Baden-Württemberg
»In seiner Verschränkung von Kunst und Literatur ein einzigartiges Buch aus weiblichen Perspektiven, das die Objekte von der Leinwand löst, zu Subjekten macht und damit eine lustvolle Emanzipation aller Modelle der Kunstgeschichte ist.«
Kate Rapp, Seitenhinweis
»Wer waren die Frauen, die als Venus oder Madonna Modell saßen? Die Schweizer Schriftstellerin Martina Clavadetscher geht der Frage kenntnisreich und fantasievoll nach. In einem lehrreichen Gang durch die Jahrhunderte kommt ein ungeahnter Reichtum an Anekdoten und Informationen zutage, der in der Kunstgeschichte üblicherweise kaum interessiert.«
Florian Bissig, Bref Magazin
»Martina Clavadetscher hatte die brillante Idee, einigen auf berühmten Gemälden porträtierten Frauen eine Stimme zu geben. Das faszinierende Buch wendet sich überzeugend gegen den männlichen Blick, der die Frau entwürdigt, auf ihre Körperlichkeit reduziert und sie oft namenlos macht.«
Rainer Rönsch, literaturkritik.de
»Clavadetscher spürt den Namenlosen in unterschiedlichen Erzählformen nach und nötigt dazu, über den ›männlichen Blick‹ auf Frauenkörper neu nachzudenken. Ein brillantes, kluges Buch, das einen anders durch Museen gehen lässt.«
Rainer Moritz, Chrismon
Herstellerinformationen
Unionsverlag AG
Neptunstr. 20
8032 Zürich
CH

Email: mail@unionsverlag.ch
Tel: +41 44 283 20 00

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Martina Clavadetscher begibt sich ins Dunkel der Geschichte und Gesellschaft, wo das Unerzählte lauert. Schicht für Schicht trägt sie ab, um zur historischen Wahrheit vorzudringen. Sie zeigt, dass Dulden die scheinheiligste Form des Verbrechens ist, weil es keinen Widerstand kennt. Sie lässt uns begreifen, dass wir Geschichte zwar nicht weiterspinnen, aber ihre vergessenen Fäden ins Sichtbare ziehen können. Was sie erzählt, könnte die Geschichte jedes Menschen sein. In jedem Land, zu jeder Zeit. Solange niemand aus den Schrecken der anderen lernt.

Ein Junge stößt beim Schlittschuhlaufen auf einen Toten im Eis und den Beginn einer sonderbaren Geschichte. Kern, ein schwerreicher Erbe, kann nicht länger ignorieren, dass seine Augen schwächer werden. Doch will er überhaupt klarsehen? Da ist Kerns hundertjährige Mutter, die den größten Teil des Tages im Dachgeschoss der Villa im Bett liegt, und doch mit brutaler Konsequenz die Fäden in der Hand hält. Da ist Schibig, ein einsamer Archivar, der sich mitreißen lässt von Rosa, der Alten aus dem Wohnwagen, die an den eigentlich unspektakulären Vorfällen ein spektakuläres Interesse hat weil sie versteht, dass nichts je ins Leere läuft, sondern alles miteinander verbunden ist: Der Tote im Eis, die Zylinderherren im Gasthof Adler, Kerns Frau, die sich weigert, Kreide zu essen, ein geplantes Mahnmal, bedrohliche Bergdrachen und andere hartnäckige Legenden.
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