Teil der Reihe: Unionsverlag Taschenbücher

Die Erfindung des Ungehorsams

Roman
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Inhaltsangabe

Hitze, Regen, beißender Gestank. Iris tigert in Manhattan durch ihr Penthouse und wartet voller Ungeduld auf die nächste Dinnerparty, die ihr wieder ein wenig Leben einhaucht. Ling, angestellt in einer Sexpuppenfabrik im Südosten Chinas, kontrolliert künstliche Frauenkörper auf Herstellungsfehler, bevor sie sich abends bei Filmklassikern in ihre Einsamkeit zurückzieht. Und im alten, düsteren Europa folgt Ada ihren mathematischen Obsessionen, träumt von Berechnungen und neuartigen Maschinen, das Ungeheuerliche stets im Kopf.

Drei Frauen in drei Welten: Sie alle sind auf der Suche nach einer Antwort – nach dem Kern der Dinge. Und sie alle sind, ohne es zu ahnen, miteinander verbunden.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 11.07.2022
  • Autor/Autorin: Martina Clavadetscher
  • Reihe: Unionsverlag Taschenbücher
  • Einband: Taschenbuch
  • Auflage: 4
  • Verlag: Unionsverlag
  • Sprache: Deutsch
  • Seitenanzahl: 288
  • ISBN: 9783293209404
Pressestimmen
»Martina Clavadetscher hat einen Roman über künstliche Intelligenz geschrieben, wie es ihn noch nicht gab: formal avanciert und hochgradig sinnlich. Keine Dystopie mit raunender Technologiekritik, sondern ein waghalsiger Text, der den künstlichen Wesen Leben einhaucht. Im Roman wird spürbar, wie erst unsere Sehnsüchte und Nöte den Maschinen Macht verleihen. Clavadetscher verschmilzt die Erzählkunst mit den Mitteln von Lyrik und Drama.«
Jury des Schweizer Buchpreises
»Martina Clavadetscher nutzt das uralte Potenzial des Erzählens als Möglichkeitsraum und erschafft das Zusammenleben von Mensch und Maschine neu – nicht als angstbesetzte Dystopie, sondern als utopische Gegenwart (die künstlichen Frauen gibt es ja tatsächlich). Erzählt wird dies mit staunenswerter Lebendigkeit und Humor.«
Martina Läubli, NZZ – Bücher am Sonntag
»Was empfindet ein Roboter? Wie denkt ein programmierter Kopf? Kann künstliche Intelligenz über sich hinauswachsen? Faszinierend, wie Martina Clavadetscher diesen Fragen auf neuen Wegen begegnet. Statt wie so oft das männliche Schöpfergenie und seine Kreatur oder ein martialischer Aufstand der Maschinen stehen bei Clavadetscher die erfundenen weiblichen Eigenwilligen im Zentrum.«
Daniela Janser, WOZ Die Wochenzeitung
»Martina Clavadetscher schreibt in einer hinreißend fiebrig melancholischen Sprache, die selbst den Smog in China poetisiert. Und immer wieder sind da Sätze, die sich einprägen: ›Neugier ist eine furchtlose Kriegerin‹.«
Ralf Stiftel, Westfälischer Anzeiger
»Martina Clavadetscher gewann den Schweizer Buchpreis. Zu Recht! Mit ihrem lyrischen Roman wandelt sie auf den Spuren von Mary Shelley und erweckt Puppen zu Leben – wie einst der Wissenschaftler sein Monster in Shelleys Roman Frankenstein.«
Blick Magazin
»Als Leserin kann man sich vom rhythmischen Erzählfluss mitreißen lassen – und, kaum ist die letzte Seite gelesen, wieder von vorne beginnen, da sich einige Geheimnisse erst im letzten Teil erschließen.«
Babina Cathomen, Kulturtipp
»Die Schweizer Roman- und Theaterautorin Martina Clavadetscher legt einen Text vor, der durch seine ausgeprägt rhythmische Sprache, unterstrichen durch die Typografie, zu Recht beeindruckt.«
Birgit Braun, ekz Bibliotheksservice
»Der Roman ist spannend geschrieben, die Handlungsstränge sind geschickt ineinander verwoben und werden dadurch erst nach und nach erkennbar. Ein faszinierender und fesselnder Roman – sehr empfehlenswert.«
Ursula Pirker, Biblio
Herstellerinformationen
Unionsverlag AG
Neptunstr. 20
8032 Zürich
CH

Email: mail@unionsverlag.ch
Tel: +41 44 283 20 00

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Der neue Roman der Schweizer Buchpreisträgerin

Martina Clavadetscher begibt sich ins Dunkel der Geschichte und Gesellschaft, wo das Unerzählte lauert. Schicht für Schicht trägt sie ab, um zur historischen Wahrheit vorzudringen. Sie zeigt, dass Dulden die scheinheiligste Form des Verbrechens ist, weil es keinen Widerstand kennt. Sie lässt uns begreifen, dass wir Geschichte zwar nicht weiterspinnen, aber ihre vergessenen Fäden ins Sichtbare ziehen können. Was sie erzählt, könnte die Geschichte jedes Menschen sein. In jedem Land, zu jeder Zeit. Solange niemand aus den Schrecken der anderen lernt.

Ein Junge stößt beim Schlittschuhlaufen auf einen Toten im Eis und den Beginn einer sonderbaren Geschichte. Kern, ein schwerreicher Erbe, kann nicht länger ignorieren, dass seine Augen schwächer werden. Doch will er überhaupt klarsehen? Da ist Kerns hundertjährige Mutter, die den größten Teil des Tages im Dachgeschoss der Villa im Bett liegt, und doch mit brutaler Konsequenz die Fäden in der Hand hält. Da ist Schibig, ein einsamer Archivar, der sich mitreißen lässt von Rosa, der Alten aus dem Wohnwagen, die an den eigentlich unspektakulären Vorfällen ein spektakuläres Interesse hat weil sie versteht, dass nichts je ins Leere läuft, sondern alles miteinander verbunden ist: Der Tote im Eis, die Zylinderherren im Gasthof Adler, Kerns Frau, die sich weigert, Kreide zu essen, ein geplantes Mahnmal, bedrohliche Bergdrachen und andere hartnäckige Legenden.
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