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Inhaltsangabe
»Verbrechen und Strafe« ist einer der größten psychologischen Romane der Weltliteratur. Seit seinem Erscheinen 1866 ist die Suggestion, mit der Dostojewskij die Entwicklung zum Mörder schildert, der Sog, der zur blutigen Tat führt, unerreicht. Psychologische Einsicht und philosophische Erörterung verschmelzen zu einem metaphysischen Thriller, wie er in der Weltliteratur einzigartig geblieben ist. Andrea Breth geht diesem Roman in ihrer Theaterauffassung auf den Grund. Sie legt das Albtraumspiel frei, das Raskolnikow durchmacht, den Wahnsinn seiner Grenzüberschreitung, die sich anschließende Verstörung der Wirklichkeit – und die Erlösung, die sich nicht einstellen will. So spiegelt sie die psychologisch beeindruckendenDarstellung eines Mörders, mit der Fjodor Dostojewskij einen Charakter beschrieben hat, der in seiner Orientierungslosigkeit symptomatisch für die moderne Gesellschaft ist. Bei aller Zeitkritik aber überwiegt am Ende die Hoffnung, dass es noch andere Kräfte in der Welt gibt als das Böse.
Produktdetails
Erscheinungsdatum: 05.05.2009
Autor/Autorin: Fjodor Dostojewskij
Übersetzung: Swetlana Geier (aus dem Russischen)
Reihe: Fjodor M. Dostojewskij, Werkausgabe
Einband: Taschenbuch
Auflage: 1. Auflage
Verlag: S. FISCHER
Sprache: Deutsch
Größe (L/B/H): 200/124/16 mm
Seitenanzahl: 176
ISBN: 9783100154118
Herstellerinformationen
S. Fischer Verlag GmbH Hedderichstraße 114 60596 Frankfurt am Main DE
Spielen bedeutete für Dostojewskij, gegen das Schicksal zu wetten. Sein Roman ist das rasante Porträt eines Spielsüchtigen in den mondänsten Casinos seiner Zeit.
»Dostojewskijs waghalsigste Partie.« Urs Heftrich, Neue Zürcher Zeitung
Endet in unserer Zeit jeder gute Mensch als tragischer Held? Oder gibt es einen Ausweg? Graf Myschkin, einer der modernsten und einflussreichsten Gestalten Dostojewskijs, der hier Gerichtstag hält.
»Swetlana Geier hat als Übersetzerin russischer Literatur in über drei Jahrzehnten einen Maßstab gesetzt.« Urs Heftrich, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Friedrich Nietzsche hielt die ›Aufzeichnungen aus dem Kellerloch‹ für einen Geniestreich der Psychologie. Und in der Tat: Dostojewskijs brillante Erzählung zeigt, dass Literatur nicht immer aufwendige Reisen durch die Welt unternehmen muss. Da die wahren Abenteuer ohnehin im Kopf stattfinden, erzählen poetische Reisen durch die Labyrinthe der menschlichen Seele oftmals die viel spannenderen Geschichten. Spannender jedenfalls als die Aufzeichnungen des Kellerlochbewohners, der sich voller Ekel von den Lügen der Gesellschaft abwendet, kann Literatur nicht sein.
Eine Stadt in Russland wird von »Bösen Geistern« heimgesucht, die ein Labyrinth aus Angst, Qual und Obsession errichten. In der Mitte der taumelnden Welt steht Stawrogin, von dem sich alle Orientierung erhoffen – er ist ein genialischer Mensch, der sich über alle gesellschaftlichen und sexuellen Konventionen hinwegsetzt, um doch mit jeder Ausschweifung die gleiche Schalheit zu erfahren. In Stawrogins Nähe wird eine revolutionäre Zelle gegründet, deren Mitglieder durch einen gemeinsam begangenen Mord zusammengeschweißt werden sollen. In den Sog der Ereignisse gerät ironischerweise der Vater eines der Anführer. Seine Generation war die der geistigen Ziehväter der Revolutionäre, aber nun verteidigt er die Schönheit der Kunst gegen das Brot der Notwendigkeit. Doch der Einfluss der obskuren Gruppe ist nicht zu brechen, die Stadt verfällt ihr wie in einem Taumel, der schließlich in einem Mord gipfelt.
Wie kein zweites Buch Dostojewskijs ist »Böse Geister« (früher unter dem ungenauen Titel »Dämonen«) ein Roman der Stimmen: Eine ganze Stadt spricht und entfaltet ihre Tragödie in Monologen und Dialogen, die wie Kraftfelder die Handlung vorantreiben.
Swetlana Geiers Übersetzungskunst bringt die Perlen in Dostojewskijs Text zum Funkeln: die satirischen Einlagen, witzigen Dialoge und humoristischen Zwischenspiele lassen uns Dostojewskij neu entdecken.
»Von jetzt an heißt es: Fort mit euch, ihr alten Übersetzungen! Wir wollen nur den klaren, rhetorisch versierten Dostojewskij von Swetlana Geier.« Paul Ingendaay, Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Später Anfang, spektakuläres Ergebnis: Erst mit 65 Jahren fing Swetlana Geier mit der Übersetzung der großen Romane von Fjodor Dostojewskij an. Doch ihre Neubearbeitungen gelten als Meilensteine.« Der Spiegel
Eine dramatische Familiengeschichte um Väter und Söhne, eine unerbittliche moralische Erkundung - der gewaltige Spiegel, der die gesamte Welt Dostojewskijs fasst.
»Das große Verdienst der neuen Übersetzung von Swetlana Geier liegt darin, dass sie Dostojewskij als Künstler ernst nimmt.« Ulrich M. Schmid, Neue Zürcher Zeitung