Strukturale Anthropologie Zero

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Inhaltsangabe

Wie so viele europäische jüdische Wissenschaftler und Künstler floh auch Claude Lévi-Strauss Anfang der 1940er Jahre vor den Nationalsozialisten in die USA und lebte als Flüchtling in New York. Dieser Band legt Zeugnis ab von der Erfahrung des Exils, von einem sowohl biografisch als auch historisch entscheidenden Moment. Diese zwischen 1941 und 1947 geschriebenen Texte präsentieren den politischen Zeitzeugen und lassen zugleich die Vorgeschichte der strukturalen Anthropologie sichtbar werden, mit der Lévi-Strauss in der Nachkriegszeit die wissenschaftliche Welt im Sturm erobern sollte.

Die amerikanischen Jahre stehen für ihn im Zeichen historischer Katastrophen: zum einen der Vernichtung der amerikanischen Ureinwohner und zum anderen des Völkermords an den Juden Europas. Seit der Zeit des Exils scheint die Anthropologie von Lévi-Strauss durch die Erinnerung und die Möglichkeit der Shoah, die nie benannt wird, geprägt zu sein. Strukturale Anthropologie Zero bedeutet daher, zur Quelle eines Denkens zurückzukehren, das unser Menschenbild revolutioniert hat. Diese Vorgeschichte des Strukturalismus unterstreicht aber auch das Gefühl eines neuen Anfangs, das ihren Autor am Ende des Krieges beseelte, und beleuchtet das Projekt eines zivilisatorischen Neubeginns.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 22.06.2021
  • Autor/Autorin: Claude Lévi-Strauss
  • Übersetzung: Bernd Schwibs (aus dem Französischen)
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 1
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 210/140/30 mm
  • Seitenanzahl: 392
  • ISBN: 9783518587652
Darum lohnt sich dieses Buch

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Pressestimmen
»Wie aktuell [das Denken Lévi-Strauss' ist], zeigt sich im Scheitern der westlichen Welt in Afghanistan, aber auch in der Zerstörung des Lebensraums indigener Völker durch Raubbau an der Natur und den Klimawandel.«
Jan Kuhlbrodt, piqd, 27. August 2021
»Das Buch ist aber viel mehr als nur eine Sammlung von bisher nur schwer zugänglichen Texten ... Strukturale Anthropologie Zero liefert auch das Bild eines Flüchtlings, der gerade dem Schrecken der möglichen Vernichtung in Europa entkommen war und den in New York eine Leichtigkeit und Begeisterung für Amerika befiel, die so in Lévi-Strauss' Leben einmalig blieb.«
Cord Riechelmann, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 15. August 2021
»... der Band könnte spannender kaum sein. ... Lesend betritt man die Baustelle, auf der das Gedankengebäude des Strukturalismus entsteht, und erhält eine großartige Einführung in das Werk.«
Caroline Fetscher, Der Tagesspiegel, 1. August 2021
»Den jungen Lévi-Strauss zu entdecken lohnt auch ein Dreivierteljahrhundert, nachdem diese Texte verfasst wurden.«
Thomas Reinhardt, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. Juli 2021
»Der Strukturalismus ist hier noch nicht in seiner ganzen Strenge exponiert, aber die anspruchsvolle Eleganz des Schreibens von Lévi-Strauss ist bereits erkennbar.«
Sciences Humaines, 7. Dezember 2020
»Die Vorgeschichte des Strukturalismus.«
Le Temps, 7. Dezember 2020
»Die Veröffentlichung dieser siebzehn vergessenen oder wenig bekannten Texte von Claude Lévi-Strauss, die die Vorgeschichte seiner strukturalen Anthropologie bilden, ist ein Ereignis, gekonnt durchdacht, analysiert und präsentiert.«
Philosophie Magazin, 7. Dezember 2020
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Der Band versammelt zwei bisher unveröffentlichte Vorträge von Claude Lévi-Strauss, die im Abstand von mehr als einem halben Jahrhundert gehalten wurden: der erste 1937, der zweite 1992, beide haben Montaigne zum Gegenstand. Sie lassen den zentralen Platz erkennen, den Montaigne im Denken von Lévi-Strauss einnimmt, und eröffnen damit eine neue Perspektive auf das Werk des großen französischen Anthropologen. Im Zeichen Montaignes, seinem lebenslangen Begleiter, wird ihm die Ethnologie zu einer revolutionären Wissenschaft.

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