Schlupfwinkel

Fantasien über eine fremde Heimat | Ein intimer Einblick in die Familiengeschichte des Autors
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Inhaltsangabe

Ein kleines Dorf in Bayern, Ende der 1950er Jahre: Ein Kind kommt zur Welt aus einer Verbindung, die hier niemand für möglich gehalten hätte. Die Mutter ist Schlesierin und gehört zu den »Heimatvertriebenen«, die sich ein Jahrzehnt zuvor im Ort niedergelassen haben. Der Vater ist ein Medizinstudent aus Syrien, der ins Dorf kommt, um am Goethe-Institut Deutsch zu lernen. Zum Zeitpunkt des Kennenlernens hatten sie keine gemeinsame Sprache, und ihr gegenseitiges Sprechen blieb ein Leben lang brüchig. So wächst das Kind in einer Atmosphäre des Schweigens auf, sucht nach einem Schlupfwinkel für die eigene Existenz und findet ihn in der Literatur.

Schlupfwinkel beschreibt den Werdegang eines Autors, der zwar zu einer eigenen Sprache findet und damit Erfolge feiert, doch im Leben ein Verlorener bleibt. Es ist gleichzeitig ein Versuch, die Geschichte der Eltern aus der Distanz heraus zu verstehen und den Momenten nachzuspüren, wo sie vielleicht eine Chance gehabt hätten, eine ausgeglichene Familie zu werden. Und schließlich ist es eine Geschichte von Flucht und möglichem Ankommen, die sich in den »Wirtschaftswunderjahren« abgespielt hat, aber bis heute nachhallt.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 14.10.2025
  • Autor/Autorin: Friedrich Ani
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 3. Originalausgabe
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 208/130/18 mm
  • Seitenanzahl: 128
  • ISBN: 9783518475171
Darum lohnt sich dieses Buch
  • Ein Stück deutscher Geschichte
  • Ein intimer Einblick in die Familiengeschichte des Autors
  • Von der Macht und den Grenzen der Sprache
Pressestimmen
»[Ein] berührendes, voller außergewöhnlicher Sätze steckendes Erinnerungsbüchlein ...«
Magnus Reitinger, Weilheimer Tagblatt, 16. April 2026
»Friedrich Ani ... hat ein bewegendes kleines Büchlein geschrieben ...«
Thomas Blum, neues deutschland, 25. Februar 2026
»... ich konnte mich bei der Lektüre der poetischen Kraft von Anis Sprache und Erzählweise nicht entziehen ...«
Ronald Schneider, Rheinische Post, 7. Februar 2026
»In Schlupfwinkel erzählt der Münchener Autor Friedrich Ani mehr als nur die Geschichte seiner Eltern ... [Ein] lesenswertes Buch ...«
Dietmar Jacobsen, literaturkritik.de, 23. Januar 2026
»Auf 128 Seiten [ist] ... Friedrich Ani mit dem Roman Schlupfwinkel ein literarisches Meisterwerk gelungen, melancholisch und einfühlsam ...«
Jorgos Flambouraris, Neuss-Grevenbroicher Zeitung, 10. Dezember 2025
»Eine fantastische Fantasie über Heimat und Identität.«
Elmar Krekeler, WELT AM SONNTAG, 7. Dezember 2025
»Der begnadete Krimi-Autor Friedrich Ani ist Sohn einer ›Heimatvertriebenen‹ aus Schlesien und eines Studenten aus Syrien, der in den 50ern nach Bayern kommt, um Deutsch zu lernen. ... Hier erzählt der Sohn, wie er seinen Schlupfwinkel in der Literatur findet.«
Brigitte, 5. November 2025
»Das glänzend geschriebene Buch ... legt nahe, dass gerade das umfassende Schweigen in der Familie die Phantasie und schliesslich das Schreiben dieses wunderbaren Autors begründet hat.«
NZZ am Sonntag, 2. November 2025
»Schlupfwinkel lässt sich als Schlüssel zu [Anis] Gesamtwerk lesen.«
Jochen Temsch, Süddeutsche Zeitung, 31. Oktober 2025
»Die Gabe, Verschwiegenes zu formulieren, mit Wörtern gedankliches Neuland zu erobern, das Leben von gewöhnlichen Warten aus überraschend und anders wahrzunehmen, beherrscht Fridrich Ani mit kühner Brillanz.«
Annemarie Stoltenberg, NDR, 21. Oktober 2025
»Sein neues Buch Schlupfwinkel vereint, gewohnt meisterhaft und elegant, kindliche Sehnsucht und selbsterlernte Reife ...«
Moses Wolff, Abendzeitung, 19. Oktober 2025
»Dieses Buch ist für mich bislang das schönste Buch des Jahres ... Die Geschichte über einen Jungen, für den die Literatur zum Lebensretter wird, ist wie eine Umarmung.«
Christine Westermann, WDR 2
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Stationen vergessenen Glücks

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An einem »sonnenüberstrahlten Tag im Juni« bricht Jakob Vrell von zu Hause auf und steuert das Café eines Freundes an. Jeden Schritt, jedes Wort, das er sagen möchte, hat er sich genau zurechtgelegt. Doch immer wieder lässt ihn etwas innehalten, Umwege einschlagen, in Gedanken abschweifen. Am Ende hat er das Café erreicht, ebenso wie die anderen Stationen vergessenen Glücks, aber auch die Erkenntnis gewonnen, dass Pläne nichts gelten, wenn das Leben dazwischenkommt.

Das Studium an der Kunstakademie brach Jakob Vrell ab, als das Familienerbe rief. Er übernahm das Lokal der Eltern und führte es erfolgreich, bis die Krise ihn aus der Bahn warf. Jetzt macht er sich auf den Weg durch München, besucht alte Weggefährten und zieht Bilanz. Was bleibt vom Leben, wenn die scheinbar vernünftige Entscheidung sich als ebenso brüchig erweist wie der einstige Traum vom Künstlerdasein? Was bleibt von Liebe und Freundschaft? Und was veranlasst einen, an genau diesem Leben festzuhalten?

Einen Vormittag, mehr braucht Friedrich Ani in dieser Erzählung nicht, um in seiner unnachahmlichen Art ein Leben, ein Milieu und die Verwicklungen der Seele aufscheinen zu lassen und miteinander zu verweben.
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