Postismen

Vom Nutzen und Nachteil eines Denkmusters für die Wissenschaften
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Inhaltsangabe

Seit Jahrzehnten befinden sich die Sozial- und Geisteswissenschaften auf dem »Post«-Weg. Bewegungen wie Postmoderne, Poststrukturalismus und Postkolonialismus haben Epoche gemacht, und die Liste, auf der bereits Wörter wie postheroisch, postdramatisch, posttraumatisch, postsozialistisch, postliberal und postfaktisch verzeichnet sind, wird ständig länger. Die Beiträge dieses Bandes (u. a. von Philipp Felsch, Eva Geulen, Bonnie Honig, Axel Honneth, Eva Illouz, Albrecht Koschorke, Christoph Menke, Melanie Möller, Robert Pippin und Philipp Sarasin) befassen sich mit der Erfolgsgeschichte der Postismen und analysieren die Licht- und Schattenseiten des Nach-Denkens anhand prominenter Fallbeispiele.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 21.04.2026
  • Autor/Autorin: Dieter Thomä
  • Format: E-Book
  • Dateiformat: EPUB
  • Kopierschutz: Wasserzeichen
  • Dateigröße: 1.7 MB
  • Auflage: 1. Originalausgabe
  • Verlag: SUHRKAMP
  • Sprache: Deutsch
  • Umfang: 350 Seiten
  • ISBN: 9783518783924
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Post-

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Bei der Vorsilbe Post- handelt es sich um die erfolgreichste Erfindung der Geistes- und Sozialwissenschaften seit 1945. Zum weltweiten Einsatz kommt sie in Großwörtern wie Posthistoire, Postmoderne oder Postkolonialismus sowie in zahllosen weiteren Kombinationen. Offensichtlich ist es Trend geworden, sich in die Nachzeit einer Vorzeit zu versetzen. Doch nicht hinter jedem Erfolg steckt eine gute Idee. Das ist auch hier der Fall, wie Dieter Thomä in seiner aufregenden Kritik jener Geistes- und Lebenshaltung zeigt, die auf den Post-Weg geraten ist.

Nicht nur zeugt es laut Thomä von epochaler Einfallslosigkeit, ein altes Wort mit Post- zu schmücken und als letzten Schrei auszugeben. Darüber hinaus haben die Post-Theoretiker ein grundsätzliches Problem: Sie lassen etwas hinter sich und schleppen es doch weiter mit. Sie fahren in die Zukunft, schauen dabei aber dauernd in den Rückspiegel. Sie bleiben in der Ambivalenz zwischen Anhänglichkeit und Aufbruch stecken. Höchste Zeit also für die Verabschiedung der Postismen unserer Zeit. Dieses Buch ist ihr Nachruf und zugleich ein Plädoyer für etwas von ihnen Verschiedenes: Geistesgegenwart.

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