Ein meisterhaftes menschliches Panorama über Krieg und Frieden nach 1945
1959: Herr Büchner steht einem britisch-jüdischen Soldaten gegenüber, der seine deutsche Verwandtschaft sucht. 1962: Kurz vor der Hochzeit seiner Tochter fürchtet Frank Green den Atomkrieg. 11. September 2001: Lucy, philippinische Hausangestellte einer Diplomatenfamilie, besucht mit deren vierjährigem Sprössling den Londoner Zoo. 2020: Der bereits pensionierte Dr. Cole fährt durch leere Straßen zu seiner Schicht im Krankenhaus. Privates trifft auf Politisches in diesen Geschichten, die Figuren erinnern sich, reflektieren ihr Leben. Was machen Krieg, Terror und gesellschaftliche Ausnahmezustände mit uns? Klug, subtil und in wundervoll geschliffener Prosa untersucht Graham Swift zwölf individuelle Schicksale.
Produktdetails
Erscheinungsdatum: 17.04.2025
Autor/Autorin: Graham Swift
Übersetzung: Susanne Höbel (aus dem Englischen)
Einband: Hardcover
Auflage: 1. Auflage
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
Sprache: Deutsch
Größe (L/B/H): 195/118/29 mm
Seitenanzahl: 296
ISBN: 9783423284622
Darum lohnt sich dieses Buch
Zärtlich, witzig, weise: Graham Swift erzählt von großen menschlichen Belangen auf kleinstem Raum
Internationale Veröffentlichung zum 8. Mai 2025, an dem sich das Ende des Zweiten Weltkrieges zum 80. Mal jährt
Pressestimmen
»Feinsinnige humane Prosa.«
Playboy, 1. August 2025
»Viel Stoff zum Nachdenken und Mitfühlen.«
NZZ am Sonntag, 29. Juni 2025
»Swift besticht wie schon so oft in seinen Romanen und Erzählungen durch ein achronologisches Erzählen, das zwischen den Zeiten hin- und herspringt und die Grenzen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Davor und Danach auf virtuose Weise fließend und unscharf werden lässt.«
Andreas Wirthensohn, Die Furche, 26. Juni 2025
»Wer kluge, feinfühlige Kurzgeschichten mag, wird die neuen Erzählungen von Graham Swift lieben.«
Freundin, 25. Juni 2025
»Man lese Graham Swifts Erzählungen.«
Thomas Steinfeld, Süddeutsche Zeitung, 30. Mai 2025
»Es fällt schwer, sich von diesen Geschichten zu trennen.«
Konrad Holzer, Buchkultur - Bücherbrief, 13. Mai 2025
»Graham Swifts meisterhafte Geschichten sind fein beobachtet, literarisch hintergründig und durch und durch human.«
Christoph Schröder, Deutschlandfunk, Büchermarkt, 9. Mai 2025
»In diesem Band sind zwölf Geschichten vereint, jede ein kleines Meisterstück über Menschen, die einen Krieg hinter sich haben. Sie spannen den Bogen bis in unsere Zeit, in der Sehnsucht nach Frieden wieder so groß ist.«
Brigitte, 7. Mai 2025
»Es tut gut, Graham Swifts Erzählungen zu lesen. Einfach weil sie in ihrer Textur schmetterlingshafter Zartheit auf eine Gegenwart treffen, in der Wut, Lügen und Angeberei dabei sind, die Oberhand zu gewinnen.«
Brigitte Neumann, Ö1, Ex Libris, 4. Mai 2025
»Meisterhafte kurze Stücke, unkompliziert zu lesen, aber voller verdeckter Falltüren. Oft sehr anrührend, aber nie sentimental.«
Christoph Schröder, SWR Kultur, 30. April 2025
»Die grosse Kunst des Graham Swift: Er macht, dass aus den daseinsverlorenen Figuren Menschen werden, und als diese Menschen sind sie ganz da.«
Paul Jandl, NZZ, 29. April 2025
»Es ist ein wunderbares, es ist ein einprägsames, ein trauriges, ein zartes, ein bitteres, ein schönes ein anrührendes Buch.«
Katharina Döbler, rbb Radio 3, 17. April 2025
Herstellerinformationen
dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG Tumblingerstraße 21 80337 München DE
Ein Zauberer und ein Entertainer verlieben sich in dieselbe Frau
Jack Robbins und Ronnie Dean sind Freunde, beide träumen vom Ruhm – Jack als Entertainer, Ronnie als Zauberer. Nach ihrer Militärzeit lassen sie endlich das berüchtigte Londoner East End hinter sich: Im mondänen Seebad Brighton steigen sie Ende der Fünfzigerjahre ins flirrende Showgeschäft ein. Als die bezaubernde Evie White zu ihnen stößt, kommt der ganz große Erfolg, und aus den Freunden werden Rivalen. Denn Evie – erst Ronnies Assistentin, später seine Verlobte – beginnt eine Affäre mit Jack. Wenig später verschwindet Ronnie während eines Auftritts und bleibt unauffindbar. Als könnte er wirklich zaubern.
Hypnotisch erzählt der große englische Romancier Graham Swift von den magischen Momenten im Leben, die sich selten im Rampenlicht abspielen.
Jane, das junge Dienstmädchen von Beechwood, und Paul, der Spross aus begütertem Haus, haben ein Verhältnis. Heimliche Botschaften, verschwiegene Treffen, doch heute, an diesem sonnigen Märzsonntag 1924, darf Jane – Familie und Dienerschaft sind ausgeflogen – ihr Fahrrad einfach an die Hausmauer des Anwesens lehnen, durchs Hauptportal herein und ins Bett ihres Geliebten kommen. Ein erstes und ein letztes Mal, denn Paul wird bald – standesgemäß – heiraten. Später, gegen Mittag, wird sie leichtfüßig und nackt durch das weitläufige Haus streifen, beseelt von der rauschhaften Innigkeit dieses herausgehobenen Morgens und nicht ahnend, dass ihr Leben am Ende dieses Tages zu zerbrechen droht.
Warum bricht es einem Vater fast das Herz, als er auf seiner wöchentlichen Einkaufstour eine Packung Fusilli in den Wagen legt? Was geht einem Zwölfjährigen durch den Kopf, bevor er seiner Mutter das Küchenmesser klaut? Was hält eine junge Ehefrau davon ab, das beste Hemd ihres Mannes zu waschen? Es sind Alltagsszenen, fragile Augenblicke und Gefühle, die Graham Swift mit klarer Sprache ertastet wie Gebilde aus sehr dünnem Glas. Stets sind es die scheinbar unbedeutenden, fast beiläufigen Begebenheiten, die Duldsamkeit ein Ende setzen, Aufbruch verheißen, Lebenswegen eine neue Richtung geben.
Inhalt:
- Aufsteigen in die Welt - Wunder gibt es immer wieder - Leute sind Leben - Hämatologie - Vergiss dies nie - Die besten Tage - Das Glas halb voll - Glück im Unglück - Tragisch, tragisch - So viel Liebe wie möglich - Yorkshire - Holly und Polly - Schlüssel - Lawrence von Arabien - Ajax - War sie die Einzige? - Messer - Mrs. Kaminski - Hund - Fusilli - Ich lebe allein - Articles of War - Kleine Pflichtlehre für Soldaten - Petrus - Der Erste am Schauplatz - England
Es ist ein strahlender Tag, als Henry Crick, Schleusenwärter an einem Fluss in East Anglia, die Leiche eines 16-jährigen Jungen findet. Freddie Parr fiel einem tragischen Unfall zum Opfer, ergeben die Ermittlungen. Tatsächlich hängt sein Tod aber mit Vorgängen um Cricks Sohn Tom und dessen schwangere Freundin zusammen, beide schuldig und unschuldig zugleich ...
Fast vierzig Jahre später wird Tom Crick, Lehrer für Geschichte, seine überraschten Schüler auffordern, Bücher und Hefte beiseitezulegen. Er will ihnen erzählen: von den Marschen, den Cricks und den Atkinsons, einfache Arbeiter die einen, Vertreter der aufstrebenden Bourgeoisie die anderen. Und von jenem verhängnisvollen Sommertag im Jahre 1943.
Von der Sehnsucht nach Liebe und vom plötzlichen Hereinbrechen des Verschwiegenen in den Alltag.
Ein Liebespaar träumt von Gauguins Südsee, bis ein Todesfall es zurück ins Leben ruft. Ein junger Mann, der nicht wusste, dass er adoptiert war, setzt alles daran, die dunkle Herkunft seines Ziehvaters zu enthüllen ... Swifts Geschichten offenbaren die Macht der Vergangenheit wie den Zauber des Augenblicks.
Inhalt:
- Serail - Der Tunnel - Hotel - Die Hoffmeier-Antilope - Der Sohn - Der Hypochonder - Gabor - Die Uhr - Cliffedge - Chemie - Schwimmen lernen
Ein gefährlich guter Roman über die Trennlinie zwischen Liebe und Mord. »Das schlichteste, aber auch unglaublichste Buch dieser Saison.« Thomas Steinfeld in der ›Süddeutschen Zeitung‹
»Nur ein Schritt. Aber es ist ein anderes Land, eine andere Welt, wir überschreiten eine Grenze, wir machen eine Tür auf, von deren Vorhandensein wir vorher nichts gewusst haben.« Ein Satz, der die tastend-neugierige Erzählhaltung des Autors ebenso kennzeichnet wie diesen überragenden Roman, der alle Ingredienzien des klassischen Detektivromans besitzt und doch etwas ganz anderes und viel mehr ist: Da sind der suspendierte Polizist, den das Leben gezeichnet hat und der jetzt als Privatdetektiv meist in Eheangelegenheiten ermittelt, die betrogene Ehefrau aus guten Verhältnissen, eine Tatwaffe mit Blut- und Petersilienspuren und ein Mord. – Ein Mord als unerhörte Begebenheit, die den Hintergrund bildet für die Ereignisse eines einzigen Novembertags, »sehr klar, sehr kalt, sehr schön«, an dem der Ermittler George Webb ins Gefängnis fährt, um eine Mörderin zu besuchen – acht Jahre noch, zweimal im Monat. – Einst war sie seine Klientin, heute liebt er sie.
Eines Tages war Sarah Nash in seinem Büro aufgetaucht, hatte ihn gebeten, nur ein einziges Mal ihren Mann zu beschatten, dann nämlich, wenn er seine durch den Bürgerkrieg im ehemaligen Jugoslawien zur Asylantin gewordene Geliebte, der das Paar einst Unterschlupf bot, zum Flughafen bringt, um damit eine leidenschaftliche Affäre endgültig zu beenden. Alles verläuft nach Plan, doch in einem einzigen Moment verliert Sarah die Nerven und damit alles, was sie einst besaß. Swift erzeugt eine Spannung, die bis zum letzten Satz auf eine geradezu schmerzvolle Weise trägt und in Atem hält.