Eines der bedeutendsten Zeugnisse des Holocaust ist Primo Levis „Ist das ein Mensch?“, in dem er von seinem Jahr in Auschwitz erzählt. Gerade weil Levi in seiner Autobiographie die Welt des Vernichtungslagers mit dem kühlen Blick des Naturwissenschaftlers sieht, tritt der alltägliche Horror umso deutlicher hervor. Zusammen mit der Fortsetzung „Die Atempause“, dem Bericht über Levis abenteuerliche Rückkehr nach Italien, liegt das Werk nun nach fünfzig Jahren als Neuausgabe mit einem ausführlichen Kommentar zu Entstehungsgeschichte und Rezeption vor.
Produktdetails
Erscheinungsdatum: 26.09.2011
Autor/Autorin: Primo Levi
Übersetzung: Robert Picht, Barbara Picht, Heinz Riedt (aus dem Italienischen)
Einband: Hardcover
Auflage: 5
Verlag: Hanser, Carl
Sprache: Deutsch
Größe (L/B/H): 191/121/21 mm
Seitenanzahl: 624
ISBN: 9783446237445
Pressestimmen
»Primo Levis bedeutende Romane 'Ist das ein Mensch?' und 'Die Atempause' sind, in einem schönen Band vereint, neu herausgebracht worden: Die Größe des Autors zeigt sich daran, dass auch sein Buch über das KZ alle angeht. Levi war ein philosophischer Denker - und komisch." Franziska Augstein, Süddeutsche Zeitung, 24./25./26.12.11«
Herstellerinformationen
Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG Vilshofener Straße 10 81679 München DE
Dieses letzte, ergreifende Werk Primo Levis ist sein Vermächtnis. Levi, der in seinen autobiografischen Berichten über seine Zeit in Auschwitz geschrieben und über die Welt der nationalsozialistischen Konzentrationslager berichtet hat, fasst in diesem Buch noch einmal all die Themen zusammen, die ihn sein Leben lang beschäftigten.
Dieser Band beschreibt das Jahr, das Primo Levi in Auschwitz verbracht hat: vom Februar 1944 bis zum Januar 1945.
»Nicht um neue Anschuldigungen vorzubringen, habe ich dieses Buch geschrieben«, sagt Levi, »sondern als Dokument für das Studium einiger zentraler Aspekte des menschlichen Seelenlebens.« Die zentrale Frage freilich, die Titelfrage, wird von Levi auf zweifach Weise beantwortet: Mensch ist, wer tötet, wer Unrecht zufügt oder erleidet. Kein Mensch higegen ist, wer darauf wartet, daß sein Nachbar endlich stirbt, damit er ihm ein Viertel Brot abnehmen kann, kein Mensch ist jener, der noch im Todeskampf beständig sein Jawohl murmelt. Und unauslöschlicher als die Tätowierungen auf dem Unterarm ist den Überlebenden die Erinnerung an die Zeit, in der sie keine Menschen waren, ins Gedächtnis eingebrannt.
Groteske und humorvolle, realistische und phantastische Geschichten über Fortschrittswahn, Globalisierung und die Entfremdung zwischen Mensch und Natur.
Levis OEuvre ist durchdrungen von dem Wunsch, den Verschonten das Unvorstellbare zu erzählen. Wir sind die Zauberlehrlinge, die die Kräfte, die sie entfesselt haben, immer weniger beherrschen. Geschichten von einer Zukunft, die Schauplatz beunruhigender Experimente ist. Ernst und Satire liegen nah beieinander in diesen 14 Erzählungen, in denen sich Levis Interesse an den Naturwissenschaften mit seiner literarischen Begabung verbindet.
»Auf irritierende Weise aktueller denn je.« Focus
Inhalt:
- Mnemagogien - Zensur in Bitinien - Cladonia rapida - Das Maß der Schönheit - Vollbeschäftigung - Schutz - Richtung Sonnenuntergang - Die Synthetischen - Rote Lämpchen - Vilmy - Knall - Unsere schönen Spezifikationen - Psychofant - Auf die Stirn geschrieben
27. Januar 1945, der Tag der Befreiung. Nun beginnt für die Überlebenden die abenteuerliche Heimreise von Auschwitz nach Turin: eine neunmonatige Odyssee aus dem Alptraum des KZ zurück ins Leben.
Pirmo Levis bewegender autobiographischer Roman wurde jetzt von Francesco Rosi mit John Turturro und Rade Serbedzija in den Hauptrollen verfilmt.
Angeordnet wie die chemischen Elemente lässt Primo Levi noch einmal die entscheidenden Stationen seines Lebens an sich vorüberziehen: die Jugend in Turin, die ersten Liebschaften, Mussolinis »Rassengesetze«, Auschwitz, die Zeit nach dem Krieg und die Kämpe um die Rückkehr zur Normalität.
»Daß wir Juden sind, versteht sich von selbst. Daß wir bewaffnet waren, können wir nicht leugnen ... Sagt, daß wir Partisanen sind.«
Irgendwo in den Wäldern von Weißrußland begegnen sich 1943 zwei versprengte Soldaten der Roten Armee. Beide haben ihre Einheit verloren, beide sind Juden, und so ziehen sie gemeinsam weiter. Eines Tages stoßen sie auf Blockhütten, in denen sich weitere Juden inmitten der verschneiten Sümpfe versteckt halten. Doch das Quartier wird von Deutschen entdeckt, und nur wenigen Männern und Frauen gelingt die Flucht.
Sie wandern weiter nach Westen, ein schlecht ausgerüsteter Haufen zwischen allen Fronten, eine jüdische Partisaneneinheit, die aussieht wie eine vagabundierende Banditenbande, von den Deutschen verfolgt, von Russen wie Polen beargwöhnt, geduldet, gemieden. »Wann, wenn nicht jetzt«, singen die Partisanen den Talmud zitierend, »sollen wir den Stein schleudern gegen Goliaths Stirn?«