»Ich gehörte nirgendwohin.«

Kinderleben nach dem Holocaust
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Inhaltsangabe

Schätzungen zufolge überlebten etwa 180.000 zwischen 1935 und 1944 geborene jüdische Kinder den Holocaust. Einige waren versteckt oder mit Kindertransporten in Sicherheit gebracht worden, andere wurden von alliierten Truppen aus Konzentrationslagern befreit. Nach 1945 ging man davon aus, sie würden das Erlebte rasch überwinden oder schlicht vergessen, schließlich hätten sie ja »Glück« gehabt. Ihre Erinnerungen galten als weniger authentisch; in der Forschung spielten sie lange nur eine marginale Rolle. Erst in den letzten Jahren haben sie Anerkennung als Überlebende und Zeuginnen gefunden.

In ihrer beeindruckenden Studie folgt Rebecca Clifford diesen sehr jungen Überlebenden auf ihren Wegen aus den Trümmern des Krieges ins Erwachsenenalter. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage: Wie können Menschen ihrem Leben einen Sinn abgewinnen, wenn sie nicht wissen, woher sie kommen? Wenn sie die Angehörigen verloren haben, die ihnen dabei helfen könnten, ihre fragmentierten Kindheitserinnerungen einzuordnen? Clifford wertet Archivmaterial und Oral-History-Interviews aus und bringt unerwartete und schockierende Geschichten ans Licht. Ihre Befunde zwingen uns, unsere Annahmen über die Folgen von Traumata und die Natur des Gedächtnisses zu revidieren.

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 09.03.2022
  • Autor/Autorin: Rebecca Clifford
  • Übersetzung: Stephan Gebauer (aus dem Englischen)
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 1
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 218/144/38 mm
  • Seitenanzahl: 447
  • ISBN: 9783518430514
Darum lohnt sich dieses Buch
  • Shortlist The Wolfson History Prize 2020
  • Für Leserinnen und Leser von Swetlana Alexijewitsch, Sabine Bode und Maya Lasker-Wallfisch
Pressestimmen
»Clifford schildert solche existenziellen Abgründe mit großer Empathie und zugleich mit der Nüchternheit der erfahrenen Historikerin - im Bewusstsein, dass sie in ihren Gesprächen die Verantwortung und zugleich das Privileg hat, mit den Letzten zu sprechen, die aus eigener Erfahrung vom Holocaust erzählen können.«
Sandro Benini, sonntagszeitung.ch, 9. Oktober 2022
»Indem die Zeithistorikerin Clifford auf ... diffizile, wechselseitig individuelle und soziale Aspekte von Erinnerungskultur hinweist und indem sie gleichzeitig den Weg der Emanzipation einer bislang unterbelichteten Opfergruppe nachzeichnet, hat sie ein außergewöhnlich facettenreiches und gerade in seinen Nuancen erhellendes Buch geschrieben.«
Marc Reichwein, DIE WELT, 19. Juli 2022
»Anhand vieler einzelner biografischer Skizzen gelingt es der Autorin anschaulich, die ... weitgehend unbekannte Geschichte der jüdischen Hilfsorganisationen und der sie prägenden Fürsorgerinnen, Sozialarbeiterinnen, Kinderpsychologinnen und Ärzte zu erzählen.«
Annette Eberle, Süddeutsche Zeitung, 18. Juli 2022
»Clifford liefert einen längst überfälligen Beitrag zur Erforschung der Shoah.«
Carola Krauße-Reim, sachbuchcouch.de, 23. Juni 2022
»Cliffords Buch verleiht den traumatisierten Kindern von damals eine Stimme.«
Judith Leister, Neue Zürcher Zeitung, 21. Juni 2022
»... anschaulich, erkenntnisreich und berührend.«
Frank Seeger, ekz.bibliotheksservice, 11. Mai 2022
»Clifford verwebt die Geschichten der Überlebenden geschickt mit einer präzisen Analyse der sie umgebenden sozialen Mechanismen. Ihr Buch ist bemerkenswert gut geschrieben und überzeugend argumentiert.«
Michael O’Loughlin, The Irish Times
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Das Lingfield House bei London war ein Heim für etwa 30 jüdische Kinder, die den Holocaust überlebt, aber zumeist ihre Eltern verloren hatten. Was sie nicht wussten: Ihr Verhalten und ihre Erzählungen wurden jahrelang von den Betreuerinnen protokolliert und von Psychoanalytikerinnen um Anna Freud ausgewertet. Die Ergebnisse wurden weltweit diskutiert. Rebecca Clifford erzählt die Geschichte dieses einzigartigen Projekts und wie es bis heute unsere Vorstellung der kindlichen Entwicklung prägt, aber auch vom vergessenen Ringen um das Verständnis des Genozids in der unmittelbaren Nachkriegszeit.

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