Walhalla, Thor, Elfen und Trolle noch immer sind die vorchristlichen Religionen der Germanen mitsamt ihren «barbarischen Kulten» (so Tacitus in seiner Germania) von einer Aura des Geheimnisvollen umgeben. Dazu beigetragen haben vor allem spätere Zeiten, die diese heidnischen Glaubensformen entweder verteufelten (wie etwa der Humanismus) oder wiederzubeleben versuchten (so die Romantik oder die sog. Nordische Renaissance).
Das vorliegende Buch liefert einen ebenso knappen wie informativen Überblick über die religiöse Welt der Germanen, über Opferkulte, Kultstätten, Götterwelt und niedere Mythologie sowie über Magie und Totenreich. Der Autor hält sich dabei bewusst vor allem an die authentischen Quellen und archäologischen Zeugnisse und zeigt, dass sich heute keineswegs mehr von einer einzigen oder gar einheitlichen Religion der Germanen sprechen lässt
Produktdetails
Erscheinungsdatum: 22.02.2021
Autor/Autorin: Rudolf Simek
Reihe: C.H.BECK Wissen, Teil 2335
Einband: Taschenbuch
Auflage: 5., aktualisierte Auflage
Verlag: C.H.Beck
Sprache: Deutsch
Seitenanzahl: 128
ISBN: 9783406760723
Herstellerinformationen
Verlag C.H.Beck GmbH & Co. KG Wilhelmstraße 9 80801 München DE
Mit "Edda" werden zwei ganz unterschiedliche Sammlungen des 13. Jahrhunderts bezeichnet: die Lieder-Edda, eine Sammlung von Götter- und Heldenliedern, deren Stoffe (wie der vom Nibelungenuntergang) bis in die Völkerwanderungszeit zurückreichen können, sowie die sogenannte Prosa-Edda des isländischen Gelehrten, Dichters und Politikers Snorri Sturluson (1178/9–1241). Ein Handbuch für Dichter, das ganz nebenbei zahlreiche der bekannten Göttergeschichten der nordischen Mythologie überliefert. Rudolf Simek stellt beide Edden und deren Götter- und Heldensagen vor.
"Sie kamen zu einer Insel, die nördlich des Landes lag und gingen dort hinauf und sahen sich bei gutem Wetter um. Sie fanden Tau auf dem Gras und berührten als Erstes mit den Händen den Tau und führten ihn zum Mund und dachten, noch nie etwas Süßeres gekostet zu haben.“ So wird in der Grænlendinga Saga die Ankunft der Wikinger in Amerika beschrieben. Rudolf Simek erzählt hier die Geschichte dieser Entdeckungsreise und schildert, wie deren archäologische Spuren im 20. Jahrhundert wiederentdeckt wurden. Was trieb die Wikinger rund 400 Jahre, bevor Christoph Kolumbus in die Neue Welt aufbrach, zu ihrer gefährlichen Reise durch das Nordmeer? Abenteuerlust, Mangel an wichtigen Rohstoffen und Nahrungsquellen? Woher stammten diese Entdecker überhaupt, die wir recht unpräzise mit dem Begriff "Wikinger“ bezeichnen, und welche Quellen erzählen ihre Geschichte(n)? Diesen Fragen geht der renommierte Wikinger-Forscher Rudolf Simek hier nach. Darüber hinaus erklärt er, wie die Boote der Wikinger beschaffen waren, schildert das nautische Wissen und die Weltvorstellungen der nordischen Seefahrer und erzählt, wie 1961 das norwegische Ehepaar Helge und Anne Stine Ingstad bei L’Anse aux Meadows an der Küste von Neufundland auf die archäologischen Reste der Wikinger-Expedition stieß. Ein unterhaltsames Kapitel über falsche nordamerikanische Wikinger, über die man in den USA so lebhaft phantasierte, dass man sich regelrechte "Viking Hoaxes“ schuf, beschließt das Buch.