Freiheit - Gleichheit - Sinnlichkeit

Literatur des Libertinismus in Deutschland
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Inhaltsangabe
Versteckt, verboten, zensiert: Wo in der Literatur der Goethezeit Freigeisterei, Sinnlichkeit oder gar Sex Erwähnung fanden, war die Zensurschere schnell zur Hand. Und doch gab es eine erstaunliche Menge an libertinen Texten – oft anonym gedruckt, unterm Ladentisch gehandelt: Hier sind sie, lest und staunt!  Ähnlich wie 1968 fand schon im 18. Jahrhundert eine Art Revolution des Denkens und Schreibens statt: Man besann sich auf das Hier und Jetzt (statt aufs Jenseits), man feierte Körper und Dasein, man schwor der Erbsünde ab und dachte »über den Trieb, sich zu gatten« (Johann Reinhold Lenz) nach – oder man beschrieb ihn gar. Freilich meist im Verborgenen, in anonymen Schriften oder – zu Zeiten der Französischen Revolution – in einer Flut von Büchern, die heimlich gehandelt wurden.  Zentren dieser Bewegung waren der freigeistige Hof Friedrichs des Großen, Großstädte (»Du Sodomsort, Du neues Gomorrha«) wie Wien und Berlin und die Schreib­stuben der Dichter, die auf die Unverkrampftheit heid­nisch-antiker Autoren gestoßen waren. Erst mit der Restauration verschwand dieses Schrifttum wieder – um hinfort von der Germanistik ignoriert zu werden. Doch unsere Zeiten sind frei: Und so versammeln diese Bände, was es an libertiner Literatur in Deutschland gab, von obszönen anonymen Romanen wie Schwester Monika bis zu Werken berühmter Autoren wie Heinse, Goethe, Wieland und Lenz.
Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 05.10.2023
  • Autor/Autorin: Markus Bernauer,Josefine Kitzbichler
  • Format: E-Book
  • Dateiformat: EPUB
  • Kopierschutz: Wasserzeichen
  • Dateigröße: 29 MB
  • Auflage: 1. Auflage
  • Verlag: KIEPENHEUER & WITSCH EBOOK
  • Sprache: Deutsch
  • Umfang: 1216 Seiten
  • ISBN: 9783462312492
  • Lieferung: Sofort per Download
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  • Kompatibilität: Kompatibel mit EPUB-fähigen E-Readern und Apps.
Herstellerinformationen
Verlag Kiepenheuer & Witsch GmbH & Co. KG
Bahnhofsvorplatz 1
50667 Köln
DE

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Ein libertines Buch sei eines, »in dem Unzucht und Ungläubigkeit auf gefällige Weise verquickt« seien, schrieb der Marquis de Sade über den Roman Thérèse philosophe des Marquis d'Argens, eines Höflings Friedrichs II. Libertine Bücher, in denen Pornografie mit Blasphemie einhergeht, Freizügigkeit mit der Leugnung Gottes und der unsterblichen Seele, gibt es seit der Renaissance. Sie feierten im Frankreich der Aufklärung ihre Blütezeit. Aber in Deutschland? Was die Wissenschaft lange nicht wahrhaben wollte, weiß man heute besser: Es existieren viele pornografische Titel in deutscher Sprache, und klassische deutsche Autoren haben Schriften veröffentlicht, die gleichermaßen freizügig wie blasphemisch sind: Goethe, Wieland, Heinse. Markus Bernauer erzählt erstmals umfassend die Geschichte der libertinen Literatur in Deutschland im europäischen Kontext. Er spannt den Bogen von der Antikenbegeisterung in der italienischen Renaissance, die Hurengeschichten des Barock und der Aufklärung über obszöne Erziehungsromane, antiklerikale Pornografie und pornografisches Theater bis hin zu Großstadtsatiren und Prostitutionsführern. Nicht zu vergessen die deutschen Klassiker und den preußischen Hof Friedrichs II., wo man hätte glauben können, »die sieben Weisen Griechenlands unterhielten sich im Bordell« (Voltaire).
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