Einübung ins Schweben

Eine ethische und existentielle Grenzerfahrung vom literarischen Chronist Sarajevos
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Inhaltsangabe

Peter Hurd, Altphilologe und Mythenforscher, kommt zu einer Lesung nach Sarajevo – wenige Tage vor Beginn des Krieges. Als sein Übersetzer und Bewunderer Rajko ihn am Busbahnhof wieder verabschieden will, fasst Peter spontan den Entschluss zu bleiben: die Chance, mitzuerleben, wie Menschen sich in Extremsituationen verhalten, will er sich nicht entgehen lassen. Mit Rajko teilt er den Alltag, er begleitet ihn durch die unter Granatenbeschuss liegenden Nachbarschaft, lernt Freunde und Verwandte kennen, auch Sanja, in die er sich verliebt. Eines Tages macht er sich allein auf den Weg und kehrt zurück, kaum wiederzuerkennen …

Noch nie hat Karahasan, der literarische Chronist Sarajevos, so eindringlich und facettenreich davon erzählt, was es bedeutet, in einer eingekesselten, von Rauchschwaden und Gestank durchzogenen Stadt die Tage und Nächte zu überstehen und dennoch die Hoffnung und den Humor nicht zu verlieren. Um eine unsichtbare Achse kreisend, lotet seine Geschichte eine ethische und existentielle Grenzerfahrung aus – die Einübung ins Schweben.
Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 18.01.2023
  • Autor/Autorin: Dževad Karahasan
  • Übersetzung: Katharina Wolf-Griesshaber (aus dem Bosnischen)
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 2
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 214/136/32 mm
  • Seitenanzahl: 304
  • ISBN: 9783518431221
Darum lohnt sich dieses Buch
  • 70. Geburtstag im Januar 2023
  • Die Geschichte einer Freundschaft und Liebe im belagerten Sarajevo
  • Der neue Roman des großen europäischen Erzählers
Pressestimmen
»Die Vielfalt der Themen und die Eindringlichkeit der Sprache nehmen den Leser gefangen.«
Margarethe Weritsch, Zeitschrift für Integrative Gestaltpädagogik und Seelsorge, 28. Juni 2023
»... Karahasans Buch [ist] ein Augen- und Ohrenöffner, ein Roman der sensibilisiert, also eine Anleitung für den Überlebens-Schwebezustand.«
Norbert Schreiber, facesofbooks.de, 27. März 2023
»Einübung ins Schweben lebt von Augenblicken feiner, poetischer Schwerelosigkeit. ... Ähnliches gilt für Karahasans Prosa. Sie leuchtet den Krieg hell genug aus, um seine sinnlose Brutalität zu zeigen. Zugleich deutet sie die Grausamkeit meist nur an, anstatt sie uns in aller Drastik vor Augen zu führen – so brennt sich das Evozierte umso mehr ein.«
Gregor Szyndler, NZZ am Sonntag, 26. März 2023
»Einübung ins Schweben ist selbst ein Beitrag [zur] Erinnerung — wie Karahasans gesamtes Werk. ... Und zudem ist dieser nicht sehr lange Roman von einer Fülle an plastischen Figuren bevölkert, die einen staunen lässt.«
Malte Osterloh, Frankfurter Rundschau, 22. März 2023
»In Karahasans Prosa vermischen sich Dunkles und Lichtes, Philosophisches und Profanes, Komisches und Brutales.«
Ulrich Rüdenauer, Die Rheinpfalz, 21. März 2023
»Nicht ... Gegensätze ziehen den Autor an; Karahasan ist der Meister der Synthese. Oder, anders gesagt: der Hoffnung auf Frieden.«
Norbert Mappes-Niediek, der Freitag, 9. März 2023
»Dževad Karahasan ... teilt seine Erinnerungen an die Belagerung Sarajevos, die er selbst miterlebt hat, selbstmitleidlos.«
Barbara Beer, Kurier.at, Wien, 24. Februar 2023
»Karahasans großartiger Roman hält den Bosnienkrieg im Bewusstsein.«
Cornelius Hell, ORF, 19. Februar 2023
»Dževad Karahasan erweist sich einmal mehr als ebenso eigensinniger wie großer europäischer Erzähler.«
Andreas Wirthensohn, WDR, 13. Februar 2023
»... die Welt, von der dieser großartige Roman spricht, [reicht] weit über die Grenzen Sarajevos hinaus.«
Tilman Spreckelsen, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25. Januar 2023
»Mit dieser Einübung ins Schweben hat Karahasan seinem Projekt der Übersiedlung Sarajevos einen beeindruckenden Roman hinzugefügt.«
Lothar Müller, Süddeutsche Zeitung, 25. Januar 2023
»Wer [Karahasan] liest, staunt über die Klarheit und Schönheit seiner Sprache, über die Souveränität, mit der er Historie und Gegenwart, Archaik und Zeitgeist, Spannung und Langsamkeit zusammenbringt. Ein Erzähler nicht nur von europäischem, sondern von Weltrang. Dabei im Herzen ein Bosnier.«
Ilma Rakusa, Neue Zürcher Zeitung, 25. Januar 2023
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Berichte aus der dunklen Welt

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Zwanzig Minuten Fußweg sind es von der Lateinerbrücke, an der mit dem Attentat auf das Habsburger Thronfolgerpaar das »kurze 20. Jahrhundert« begann, bis zur Vrbanjabrücke, an der es 1992 mit der Ermordung zweier Studentinnen endete. Nüchtern und unspekulativ hellt Dževad Karahasan die Dunkelheit auf, die über diesem Weg und den Menschen liegt, die ihn gegangen sind. Karahasan folgt den Spuren, die das 20. Jahrhundert in seiner Heimatstadt Sarajevo und in Bosnien hinterlassen hat. Anatomie der Traurigkeit handelt von dem Sohn eines italienischen Partisanen und einer jugoslawischen Kommunistin, der im Exil sein Leben rekapituliert. In Prinzip Gabriel führen Recherchen den Erzähler nach Theresienstadt. Er entdeckt, daß dort auch Gavrilo Princip, der Attentäter von Sarajevo, inhaftiert war. Die Briefe aus dem Jahre 1993 berichten von einem Studenten, der seinen Dozenten mit den Briefen eines in Sarajevo Umgekommenen konfrontiert. Immer wieder verknüpft dieser Berichterstatter aus einer dunklen Welt scheinbar unzusammenhängende Ereignisse. In einer Prosa, die Authentisches und Fiktives geschickt ineinander verwebt, wird so die »spiralförmige Struktur der Zeit« sichtbar.
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