Das teuerste Wort im Haus
€2,99
Zweihundert Partituren liegen auf dem Schreibtisch. Im Kalender stehen zwölf Abende. Das ist, im Kern, die ganze Geschichte – alles Weitere ist Verhandlung. Ein Opernhaus kann jede Produktion makellos auf die Bühne bringen – pünktlich, im Budget, mit stehenden Ovationen – und trotzdem scheitern, weil es die falschen Opern gespielt hat. Unternehmen und Verwaltungen können dasselbe: Jede Projektampel leuchtet grün, und der Betrieb verliert Jahr für Jahr an Gewicht. Denn über den Erfolg entscheidet nicht, wie gut etwas gemacht wird, sondern ob es überhaupt gemacht wird. Diese Frage wird am seltensten gestellt. Neun Kapitel erzählen vom Spielplan als dem einzigen ehrlichen Strategiepapier, das ein Haus besitzt: von der Auswahl unter Knappheit, vom begründeten Nein, von der Sopranistin, die man nicht klonen kann, und von dem Abend, an dem der Vorhang fällt, bevor er sich je gehoben hat. Am Ende jedes Kapitels steht der Kasten «Auf den Punkt» – das Thema in der Sprache, in der man sonst darüber spricht. Wer nur die Kästen liest, hat das Wesentliche. Wer die Geschichten liest, hat mehr davon.
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