Doktor Schleyers isabellenfarbige Winterschule

Kolumnen 2000–2002
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Hardcover
Inhaltsangabe

Peter Bichsel bildet nicht die Welt ab, »wie sie angeblich ist«, sagt Peter von Matt, sondern er hat gelernt, »auf die Stimmen der Welt zu hören, sie aufzufangen und mit ihnen zu arbeiten, sie zu verbinden und zu fügen, spielerisch und doch in strenger Komposition«. Nirgendwo lassen sich jene »Stimmen der Welt« besser, deutlicher vernehmen als in jenen so eigensinnigen Geschichten, die Peter Bichsel »Kolumnen« nennt: Beobachtungen von unterwegs.
Da begegnen wir dem eigenartigen Egon, der nur in Andeutungen und Abkürzungen spricht, werden Zeugen eines Wutausbruchs von Paul, eines sonst eher gemütlichen Menschen, sitzen als Fremde in einer Bar in Brisbane, besuchen die »Bahnhofswinterschule«, treffen eine alles andere als naive Erstkläßlerin, denken an die mißlingenden Weihnachtsfeste, den kranken Freund und hören den heutigen Jungen zu, die später erzählen werden, daß früher alles anders und besser war. Aber »was wären wir, wenn sich nicht alles verändert hätte?« fragt Peter Bichsel. »Wir wären nichts, hätten nichts, hätten nichts erlebt und nichts zu erzählen.«

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 19.03.2003
  • Autor/Autorin: Peter Bichsel
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 1
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 202/126/15 mm
  • Seitenanzahl: 128
  • ISBN: 9783518413890
Herstellerinformationen
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de
Tel: +49 30 740 744 0

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Zwar wohnen wir in Olten oder in New York, in München oder Helsinki, aber ist hier auch unsere Heimat? Und was bedeutet uns »Heimat«? Hängt das Gefühl, beheimatet zu sein, nicht einfach nur von Menschen und, vor allem, von Sprache und Geschichten ab, in denen wir uns erkennen – Erwin zum Beispiel oder André oder der Milchmann, der morgens um vier die Milch bringt? Peter Bichsel, der einmal Lehrer war und dann Schriftsteller geworden ist, denkt heute in Solothurn darüber nach, warum es die Menschen immer wieder regelmäßig aus ihrem Ort und ihrer Gegend treibt, in den Urlaub zum Beispiel. Es ist doch eigenartig, sagt er, »daß wir als Reiseziel jene Gegenden auswählen, wo sich die Einheimischen das Reisen nicht leisten können. Weil hier niemand mehr wohnt, gehen wir in Gegenden, wo die Leute noch wohnen.« Und es ist doch nahezu absurd, daß »wir hier unser Geld verdienen, mit dem wir uns anderswo zu realisieren versuchen«. In seinen in diesem Band versammelten Geschichten sieht sich Peter Bichsel immer wieder vor die Frage gestellt: »Wo wohnen wir?«

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