Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle

Roman | Shortlist Deutscher Buchpreis 2026. Ausgezeichnet mit dem Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung 2026 und dem »aspekte«-Literaturpreis
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Inhaltsangabe

Der Debütroman der Bachmann-Preisträgerin Valeria Gordeev
Eine Familie zwischen Kyjiw, Moskau und Berlin und eine Welt, die aus den Fugen geraten ist
Sprachgewaltig, lustvoll und berauschend: Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester Lada in Berlin mit einer Sanierung, die ihr Wohnhaus unbewohnbar macht. Auch versteht sie nicht, warum ihr Bruder nach Kriegsbeginn in Moskau geblieben ist, doch steckt Konstantin bis zum Hals in Schwierigkeiten, an denen sein Patenonkel nicht unschuldig ist, ein Oligarch mit transhumanistischen Ambitionen, der auch Lada in Bedrängnis bringt. Eine Wunderkammer und ein Höllenritt.

Mit Zeichnungen der Autorin, farbigem Vorsatzpapier und Lesebändchen

Produktdetails
  • Erscheinungsdatum: 26.08.2026
  • Autor/Autorin: Valeria Gordeev
  • Einband: Hardcover
  • Auflage: 6. Auflage
  • Verlag: S. FISCHER
  • Sprache: Deutsch
  • Größe (L/B/H): 210/142/47 mm
  • Seitenanzahl: 640
  • ISBN: 9783103976342
Pressestimmen
»[...] ein[ ] meisterhaft komplex erzählte[r] Text über Familie, Fremd- und Verlorensein, Hoffnung und Enttäuschung, den Zerfall und das dagegen Ankämpfen, den Krieg und die [...] Absurdität unserer Gegenwart.«
Johanna Lehnhardt, Die Presse (Spectrum), 24. Oktober 2026
»[...] nicht weniger als eine literarische Sensation [...] Gordeev [führt] vor Augen, dass sich die bizarre Gegenwart nur noch mit den Mitteln des Absurden greifen lässt.«
Thomas Hummitzsch, Republik, 22. Oktober 2026
»[...] ein Roman mit barocker Sprachgewalt [...] Das Buch einer Erzählerin, [… ] die ganz wunderbar erzählen kann«
Denis Scheck, WDR2, 18. Oktober 2026
»Einen Roman wie diesen hat es im Deutschen noch nicht gegeben.«
Matthias Jordan, Kulturnews, 16. Oktober 2026
»Das ist ein phänomenales Buch. Weil es dramatisch und stilistisch verwegen ist. Und weil es, ganz einfach, die Phänomene unserer Gegenwart behandelt. [...] Lesen. Begeistert sein.«
Daniel Haas, Neue Zürcher Zeitung, 13. Oktober 2026
»Ein wilder Ritt durch die Genres. Es ist Familiengeschichte, politische Satire, Science-Fiction, Groteske, Mietendrama, Berliner Gegenwartsroman und russischer Fiebertraum. Ein Buch wie ein Rausch.«
Katty Salié, ZDF aspekte, 9. Oktober 2026
»[Valeria Gordeevs] Buch ist ein Gesamtkunstwerk.«
Katty Salié, ZDF aspekte, 9. Oktober 2026
»Das Werk ist so wahnsinnig ausgefallen wie die aus den Fugen geratene Welt.«
Katharina Salzer, Kurier, 5. Oktober 2026
»[...] genial und größenwahnsinnig [...] ein phänomenales, auffälliges erstes Buch [...] Nur eines ist in diesem Buch nicht eine einzige Seite: erwartbar.«
Marie Schmidt, Süddeutsche Zeitung, 5. Oktober 2026
»Selten [...] wurde unsere Gegenwart so klug und packend, so grotesk und komplex in Kunst übersetzt: ein literarisches Labyrinth, [...] passagenweise [...] wie ein Krimi und dabei große Literatur«
Angelika Reitzer, Der Standard, 3. Oktober 2026
»[...] eins der interessantesten Debüts des Jahres.«
Mara Delius, Welt am Sonntag, 2. Oktober 2026
»[...] ein dichtes Gewebe, dessen vielfaches Ineinandergeflochten- und Voneinander-abhängig-sein weit mehr mit der gegenwärtigen außerliterarischen Wirklichkeit konvergiert als es viele, Linearität der Komplexität vorziehenden Romane könnten«
Beate Tröger, Die Rheinpfalz, 2. Oktober 2026

CineBuch-Redaktion

Unsere Einschätzung

Konstantin arbeitet tief unter Moskau in einem Institut, dessen Forschung um Lenins konservierten Körper kreist. Seine jüngere Schwester Lada schlägt sich als Filmemacherin durch ein zunehmend unbewohnbares Berliner Mietshaus; seit Kriegsbeginn ist der Kontakt zwischen beiden abgerissen. Ein schwerreicher Patenonkel mit einer Obsession für Lebensverlängerung zieht die Geschwister dennoch in dieselbe, immer sonderbarer werdende Versuchsanordnung.

Valeria Gordeev erzählt diesen Familienroman als überbordende Wunderkammer: Nachrichtenmeldungen, Protokolle, Fernsehformate und historische Splitter treiben lange, präzise gebaute Sätze durch Gegenwart und Erinnerung. Die groteske Komik ist dabei kein Schmuck, sondern legt frei, wie Propaganda, Wissenschaft, Glaube und Kapital aus dem menschlichen Wunsch nach Dauer ihre eigenen Wirklichkeiten herstellen. Der Roman nimmt sich Zeit, folgt Abschweifungen bis in überraschende Nebenräume und verweigert die bequeme Gerade. Gerade aus dieser kontrollierten Unordnung entsteht ein eigenwilliger, politisch wacher Sog.

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  • du formbewusste, vielstimmige Romane mit groteskem Humor schätzt
  • du Literatur über Erinnerung, Körper, Propaganda und den Wunsch nach Unsterblichkeit suchst

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  • du eine geradlinige, zügig erzählte Handlung erwartest
  • du dich mit sehr langen Sätzen, Abschweifungen und formalen Brüchen schwertust
Lesegefühlruhig
Spracheanspruchsvoll
Erzählfokusfigurenorientiert
Erzählstrukturexperimentell

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